Schule in der Widum
Märchen in modernem Gewand

Lengerich -

Ja, Kissen und Bettdecke werden auch geschüttelt in dem Theaterstück „Frau Holle“, das die Mädchen-Theatergruppe der Schule in der Widum am Mittwoch präsentiert hat. Doch anders als im Märchen sind in die Version der Gruppe viele Ideen der Heranwachsenden eingeflossen. Ob das der ursprünglichen Intention des Märchenstücks geschadet hat? Der lange Applaus am Ende der Vorstellung spricht eindeutig dagegen.

Mittwoch, 13.06.2018, 19:47 Uhr

Volles Haus und verdienter Applaus: Die Mädchen-Theatergruppe der Schule in der Widum freut sich über den Erfolg der Aufführung des Stücks „Frau Holle“.
Volles Haus und verdienter Applaus: Die Mädchen-Theatergruppe der Schule in der Widum freut sich über den Erfolg der Aufführung des Stücks „Frau Holle“. Foto: Michael Baar

Ein Jahr lang haben sich die Akteure, angeleitet von den Lehrerinnen Annette Knuf und Ines Adelhold, auf die Auftritte vorbereitet. „Wir haben überlegt, wie man eigene Ideen in das Stück einbringen kann“, erzählt Annette Knuf. Und da seien von den Mädchen viele Vorschläge gekommen.

So findet sich in der Aufführung nicht nur der aus dem Grimmschen Märchen bekannte Apfelbaum mit seinen reifen Früchten wieder. Ganz ans aktuelle Zeitgeschehen erinnert die Szene mit einem Mädchen, das verzweifelt versucht, mit einem Mobiltelefon ein schönes Bild von sich zu fotografieren. Die hilfsbereite Hanna übernimmt das, ihre faule Schwester Lisa hat nur ein schnippisches „Dein Pech“ für die Hilfesuchende.

Es sind Alltagsszenen, die das aus dem Märchen bekannte Spektrum an Hilfeleistungen ergänzen. Da geht es um Freundschaft ebenso wie um störende kleine Schwestern. Ganz deutlich wird die Botschaft, dass die Aufmerksamkeit für und die Rücksichtnahme auf andere Menschen Helfendem wie Empfangenden ein gutes Gefühl vermitteln.

Schule in der Widum

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  • Klare Rollenverteilung: Die fleißige Hanna putzt, Schwester Lisa tut nichts.

    Foto: Michael Baar
  • Vom jammernden Baum pflückt Hanna die reifen Äpfel.

    Foto: Michael Baar
  • Dem fremden Mädchen hilft Hanna beim Fotografieren.

    Foto: Michael Baar
  • Drei Mädchen haben einem vierten den Ball weggenommen.

    Foto: Michael Baar
  • Mir ist so kalt: Bereitwillig gibt Hanna ihre Jacke ab.

    Foto: Michael Baar
  • Hunger? Hanna hilft mit einem Apfel.

    Foto: Michael Baar
  • Kissen ausschütteln ist für Hanna kein Problem.

    Foto: Michael Baar
  • Für die Mutter (links) und Schwester Lisa ist die Abwesenheit von Hanna nicht leicht: Die Hausarbeit bleibt an ihnen hängen.

    Foto: Michael Baar
  • Reife Äpfel pflücken? Für Lisa eine Zumutung.

    Foto: Michael Baar
  • Für eine goldene Belohnung bei Frau Holle (links) reicht es für Lisa nicht. Dazu ist sie einfach zu faul

    Foto: Michael Baar
  • Happy-End: Hanna kauft von ihrem Goldklumpen schöne Kleider für Mutter, Schwester und sich.

    Foto: Michael Baar
  • Verdienten Applaus erntet die Theatergruppe am Ende der Vorstellung.

    Foto: Michael Baar

Natürlich fehlt in der Aufführung Frau Holle nicht. Allerdings wird auf den Hinweis aus dem Märchen verzichtet, dass es durch das Schütteln des Oberbetts auf der Erde schneit. Viel wichtiger – und bemerkenswert komödiantisch umgesetzt – ist der Unterschied zwischen faul und fleißig.

Die Belohnung für die fleißige Hanna ist ein Klumpen Gold. Die faule Lisa darf die schlecht geschüttelte Bettwäsche von Frau Holle mit nach Hause nehmen. Dort endet die Geschichte mit einem für die beiden Schwestern und die Mutter zufriedenstellenden Ergebnis: Fortan wird die Hausarbeit geteilt, Mama macht die Wäsche, Hanna fegt die Stube aus und Lisa räumt auf.

Die Mädchen-Theatergruppe der Schule in der Widum gibt es seit einigen Jahren. „Es ist eine wunderbare Gelegenheit für die Mädchen, sich kreativ zu entfalten“, sagt Ines Adelhold. Was die beiden Lehrerinnen positiv werten, ist der ständige Wechsel der Akteure. „Einige haben schon öfter auf der Bühne gestanden, sind dadurch besonders motiviert und ziehen die anderen mit.“

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