Besuch in der Partnerstadt Warta
„Wir kommen wieder“

Lengerich -

Das Zwiegespräch geht zwar nicht ohne Dolmetscher. Aber um festzustellen, dass das Verhältnis von Jan Serafinski und Wilhelm Möhrke von großer und gegenseitige Wertschätzung geprägt ist, reicht es schon zu sehen, wie sie aufeinander schauen. Serafisnki ist Bürgermeister der polnischen Gemeinde Warta. Die besuchte nun eine Delegation aus der Partnerstadt Lengerich – mit Bürgermeister Möhrke an der Spitze.

Donnerstag, 21.06.2018, 16:21 Uhr

Vor dem Kloster in Warta gab es ein Konzert, im Kloster eine Messe mit Abt Slawomir Zaporoski (kleines Foto 2. von links), der unter anderem Bürgermeister Wilhelm Möhrke, Pfarrer Hermann Roling und SPD-Fraktionschef Andreas Kuhn (von links) begrüßte.
Vor dem Kloster in Warta gab es ein Konzert, im Kloster eine Messe mit Abt Slawomir Zaporoski (kleines Foto 2. von links), der unter anderem Bürgermeister Wilhelm Möhrke, Pfarrer Hermann Roling und SPD-Fraktionschef Andreas Kuhn (von links) begrüßte. Foto: Jendrik Peters

Organisiert wurde die Fahrt vom Partnerschaftsverein Lengerich-Warta, dessen Vorsitzender Ulrich Weiß ist. „Die Partnerschaft ist eine Freundschaft geworden und soll weiter mit Leben gefüllt werden“, schildert er den Stand der Beziehungen aus seiner Sicht. Neben dem Bürgermeister und Mitgliedern des Vereins nahm auch Andreas Kuhn als Fraktionsvorsitzender der Rats-SPD an der Reise teil: „In Zeiten von aufkeimendem Nationalismus ist es besonders wichtig, internationale Zusammenarbeit zu pflegen und zu fördern“, so Kuhn und fügt hinzu: „Es war für mich sehr wichtig, mir vor ein Bild von dem Leben und den Menschen in Warta zu machen.“

In eine ähnliche Richtung geht die Motivation von Jendrik Peters, Mitarbeiter der Volkshochschule Lengerich. „Mein Bild von Polen hat sich bisher aus Medienberichten zusammengesetzt.“ Der Besuch habe das geändert. „Wir wollen Jugendliche und junge Erwachsene für die Partnerschaft begeistern und planen aktuell ein Projekt im kommenden Jahr“. kündigt der Pädagoge an, der im Rahmen der politischen Jugendbildung an der VHS auch das Thema „Europa“ stärker in den Blick nehmen will.

Nach der 15-stündigen Anreise wurden die 18 Lengericher feierlich begrüßt. Große Herzlichkeit kombiniert mit großer Gastfreundschaft prägten die Begegnungen auch in der Folge.

Am Samstag teilte sich die Gruppe in drei Arbeitsgruppen auf, in denen Möhrke und Kuhn beispielsweise das Lengericher Stadtentwicklungskonzept vorstellten. Eine andere Gruppe beschäftigte sich mit der Zukunft des Partnerschaftvereins und entwickelte Ideen, wie die kommenden Jahre gestaltet werden können. Ein besonderer Fokus lag auf den Gesprächen mit Vertretern von polnischen Jugendorganisationen. Nach einer ausführlichen Vorstellungsrunde wurden Ideen entwickelt, wie junge Menschen aus Lengerich und Warta in Verbindung gebracht werden können. Schon im nächsten Jahr soll eine Reisegruppe, bestehend aus deutschen Schülern sowie Kräften der VHS und des Hannah-Arendt-Gymnasiums, nach Warta fahren. Ansätze für Aktionen gebe es genug, berichtet Jendrik Peters. „Es gibt vor Ort einen tollen See, der touristisch immer mehr erschlossen wird.“ Eine Wasserski-Anlage steht kurz vor der Einweihung, verschiedene Bars und Cafés sollen folgen. „Der See hat ein riesen Potenzial, und es freut mich, dass dieses nun genutzt wird“, glaubt Wilhelm Möhrke.

Auch der kulturelle Aspekt wird in Warta geschätzt. Am Samstag genoss die deutsche Gruppe noch ein klassisches Konzert vor dem Bernhardiner-Kloster in Warta. „Ich finde es toll, wie die Leute vor Ort bereit sind, in Kultur zu investieren“, so Lengerichs Bürgermeister. „Es ist ein großer finanzieller Aufwand, ein Orchester aus Warschau nach Warta zu holen, sie machen es trotzdem.“ Im selben Kloster nahm die Reisegruppe am Sonntag an einer Messe teil, die von Abt Slawomir Zaporoski gemeinsam mit Hermann Rohling von der katholischen Kirchengemeinde Seliger Nils Stensen in Lengerich gehalten wurde. „Das war schon sehr besonders“, meinte Roling im Anschluss.

Dass sich Gastgeber und Gäste verstanden, dafür sorgten am Wochenende nicht zuletzt Peter Peszena und Margarethe Schimmel, die polnische Wurzeln haben und mit ihren Sprachkenntnissen eine große Hilfe bei der Verständigung waren. „Ohne Übersetzung geht es einfach nicht“, räumte Jendrik Peters ein. Die polnische Sprache sei einfach zu schwierig.

Glück hatte die Gruppe am Samstagabend nach dem Konzert, als ein für eine Hochzeit in ihrem Hotel vorbereitetes Feuerwerk vorzeitig zündete und mit einem großen Knall explodierte, sodass angrenzende Autos teilweise stark beschädigt wurden. „Das war für uns alle ein Schock“, erzählte Peter Peszena. Glücklicherweise entstand nur Sachschaden.

Den Abschluss bildete ein Fest am Ufer des Sees in Warta, bei dem polnische Schüler ein kleines Schauspiel vorführten. Amüsant stellten sie die Beziehungen zwischen den Bürgermeistern Möhrke und Serafinski dar. „Wir kommen wieder“, waren sich alle Teilnehmenden einig.

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5836957?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F175%2F
Verfahren gegen Polizist eingestellt
Schüsse an der Scheibenstraße: Verfahren gegen Polizist eingestellt
Nachrichten-Ticker