Impulse zur Schöpfungsverantwortung
Pflicht gegenüber der Natur

Lengerich -

„Laudato si“, die Enzyklika des Papstes „über die Sorge für das gemeinsame Haus“, gab Impulse für eine Diskussions- und Vortragsveranstaltung zum Thema Verantwortung für die Schöpfung.

Dienstag, 03.07.2018, 20:22 Uhr

Protagonisten ökofairen Engagements vor Ort (von links): Maria Beumer, Dr. Alois Thomes, Dr. Birgit Hegewald, Peter Kossen, Petra Brockmeyer und Anke Huth
Protagonisten ökofairen Engagements vor Ort (von links): Maria Beumer, Dr. Alois Thomes, Dr. Birgit Hegewald, Peter Kossen, Petra Brockmeyer und Anke Huth Foto: Kirchengemeinde Lengerich

Etwa 60 Interessierte, unter ihnen auch Bürgermeister Wilhelm Möhrke, begrüßte Dr. Alois Thomes als Sprecher der Steuerungsgruppe „Zukunft einkaufen“ jetzt zu einem Vortrags- und Diskussionsabend im Gemeindehaus der Katholischen Kirchengemeinde Seliger Niels Stensen. Dr. Birgit Hegewald , Ethikerin an der Uni Osnabrück , und Pfarrer Peter Kossen gaben Impulse zur Schöpfungsverantwortung. Sie bezogen sich dabei auf „Laudato si“, die Enzyklika des Papstes „über die Sorge für das gemeinsame Haus“.

Breiten Raum in der Diskussion nahm das Thema „Eigenwert der Geschöpfe“ ein, die Ehrfurcht vor allem Leben, die mit Albert Schweitzer so umschrieben wurde: „Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.“ Mit Papst Franziskus wurde die verantwortungslose Herrschaft des Menschen über die anderen Geschöpfe abgelehnt: „Der letzte Zweck der anderen Geschöpfe sind nicht wir.“

Die Qualzucht von Tieren, heißt es in der Pressemitteilung, und ihre „Verzweckung“ als reine Milch- Eier- und Fleischlieferanten werde zunehmend in der Öffentlichkeit in Frage gestellt. Unter der Überschrift „Konsumismus und Wegwerfgesellschaft“ erinnerte Pfarrer Peter Kossen daran, dass Fleisch, aber auch Kleidung und andere Güter, ohne Wertebewusstsein „verramscht“ und dass im Produktionsprozess Menschen mit der gleichen Respektlosigkeit und Verachtung behandelt würden. Kossen wies darauf hin, dass es allein in Münster 400 bulgarische Prostituierte gebe und Zwangsprostitution ein „Nebenprodukt“ der Missstände in der Fleischindustrie sei: „Fleisch ist Fleisch“.

Das anhaltende Schreddern von 46 Millionen Küken in Deutschland im Jahr und das Schlachten von 180 000 tragenden Kühen regte die Anwesenden zur Diskussion an über Auswege aus einer Wegwerfkultur, die Lebewesen zu Abfall reduziert. Dr. Birgit Hegewald zitierte Papst Johannes Paul II.: Die Gläubigen müssen erkennen, dass „ihre Aufgaben im Bereich der Schöpfung, ihre Pflichten gegenüber der Natur und dem Schöpfer Bestandteil ihres Glaubens sind.“

Einvernehmen gab es bei möglichen Handlungsoptionen: Mehr pflanzliche Kost als Fleisch verzehren. Ausbeuter in der Fleischindustrie boykottieren. Bahn statt Auto. Flugreisen nur, falls unbedingt notwendig und möglichst keine Kreuzfahrten.

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5875936?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F175%2F
Nachrichten-Ticker