Windmöller & Hölscher
Neues Domizil in Antrup

Lengerich -

Wer glaubt, das Unternehmen Windmöller & Hölscher (W & H) konzentriert seine baulichen Aktivitäten auf den Stammsitz an der Münsterstraße, irrt. Weitgehend unbeachtet werden im Gewerbepark Antrup die Vorbereitungen für die Umsiedlung des Tochterunternehmens Garant getroffen. Im Herbst 2019 sollen Verwaltung und Produktion von der Münsterstraße gegenüber dem Stadion in einen Neubau in Antrup umziehen.

Freitag, 13.07.2018, 06:20 Uhr

Südlich des Versandzentrums von Windmöller & Hölscher laufen die Erdarbeiten auf dem Areal, das im nächsten Jahr die W & H-Tocher Garant beziehen wird.
Südlich des Versandzentrums von Windmöller & Hölscher laufen die Erdarbeiten auf dem Areal, das im nächsten Jahr die W & H-Tocher Garant beziehen wird. Foto: Windmöller &Hölscher

„Der Umzug erfolgt schrittweise“, erläutert Dr. Jürgen Vutz. Insgesamt, so der CEO, werde ein Betrag von rund 20 Millionen Euro in dieses Projekt investiert. Dazu gehört auch die Folgenutzung der Immobilie an der Münsterstraße 91. Dort wird der Geschäftsbereich Verarbeitung Papiersack-Maschinen einziehen. Der belegt derzeit noch rund 6000 Quadratmeter Fläche im Logistik-Zentrum.

Weiterer Vorteil durch den Garant-Neubau in Antrup: „Wir erhalten dort mehr Platz für die Logistik.“ Momentan, so Jürgen Vutz, habe W & H zusätzlich 8000 Quadratmeter Fläche für diesen Bereich angemietet. „In Teilstücken, was einen erheblichen Zusatzaufwand bedeutet.“

In Antrup wird für die Garant Maschinenhandel GmbH (rund 120 Mitarbeiter, 63 Millionen Euro Umsatz in 2017) ein Komplex mit sechs Hallenschiffen errichtet. Für die Produktion stehen dann 16 000 Quadratmeter Fläche zur Verfügung. Nach aktuellem Stand wird Garant zunächst vier Hallen belegen. „Die anderen beiden werden nicht lange leer stehen“, prognostiziert der CEO mit Blick auf die Entwicklung sowohl der Tochter wie auch des Gesamtunternehmens.

Am Stammsitz an der Münsterstraße 50 steht das neue Bürogebäude zur Hermann-Hölscher-Straße kurz vor der Vollendung. Im August soll mit dem schrittweisen Einzug begonnen werden. Knapp 340 Arbeitsplätze werden in den oberen drei Etagen eingerichtet. Im Erdgeschoss wird die W & H Academy vorübergehend mit Seminar- und Schulungsräumen Unterschlupf finden. „Wir investieren über zwei Millionen Euro im Jahr in Aus- und Weiterbildung“, beschreibt Jürgen Vutz, dass das Familienunternehmen diesen Bereich seit Jahren als einen Schwerpunkt sieht.

Parallel zur Academy soll im August das neue Extrusions-Technikum in Betrieb gehen. In dieser Halle mit einer Höhe von 25 Metern wird W & H den Kunden sechs Maschinen im laufenden Betrieb vorführen können. Nächster Schritt ist dann der Neubau für das Druck-Technikum zur Schillerstraße hin.

Kommentar

Klares Bekenntnis zu Lengerich

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Investitionen von über 60 Millionen Euro in den Stammsitz Lengerich. Über zwei Millionen Euro Ausgaben für die Talentschmiede W & H Academy und für den Umzug der Tochter Garant werden 20 Millionen Euro in die Hand genommen. Deutlicher kann das Unternehmen Windmöller & Hölscher nicht zeigen, dass es unbeirrt am Stammsitz Lengerich festhält.

Das Ziel ist klar: die Attraktivität als Arbeitgeber steigern, die Kunden beim Besuch im Stammwerk von der Innovationskraft des Unternehmens überzeugen. Ein Rezept, mit dem die Maschinenbauer in den vergangenen Jahrzehnten gut gefahren sind. Sonst hätten sie nicht die Rolle als Weltmarktführer in ihrem Produktionsbereich übernehmen können.

Die Bilanz dieser Anstrengungen: W & H ist der größte Arbeitgeber in Lengerich. Die Stadt profitiert von den Gewerbesteuerzahlungen, vor der Haustür gibt es viele sichere und attraktive Ausbildungs- und Arbeitsplätze. Michael Baar

Bis zur Feier des Jubiläums 150 Jahre W & H im nächsten Jahr sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Dann wird das Unternehmen, so wie in der Werkstrukturplanung von 2010 vorgesehen, über 60 Millionen Euro in den Stammsitz Lengerich investiert haben.

Vergleichsweise bescheiden muten daneben die Investitionen in die Kapazitätserweiterung im Werk in Tschechien sowie die Eröffnung neuer Büros in Bangkok, Moskau und Sao Paulo an.

Nicht ganz so flott wie erhofft gestaltet sich die Standortsuche für das gemeinsame Unternehmen Aventus, an dem W & H sowie Haver & Boecker (Oelde) jeweils 50 Prozent halten. „Die Suche nach einer Immobilie ist schwieriger als gedacht“, räumt Dierk Lechler auf Nachfrage ein. Optimal wäre ein Standort auf der Linie Lengerich-Oelde, so der Leiter Industrial Engineering und Facility Management bei W & H.

Ob die gute Konjunktur ein Grund dafür ist? „Wir suchen kein Ackerland, sondern eine entwickelte Fläche“, erläutert Dierk Lechler. Und selbst der Hinweis auf rund 300 Mitarbeiter und einen angepeilten Umsatz von 80 Millionen Euro im Jahr scheint nicht so zu ziehen bei Kommunen. Immerhin würden die von den Gewerbesteuer-Zahlungen profitieren. „So wie Lengerich“, ergänzt Jürgen Vutz.

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