Bogensport: Norbert Kostka hat eine Marktlücke genutzt
Robin Hood lässt grüßen

Lengerich -

Bogensportfreunde finden in den Geschäftsräumen von Norbert Kostka an der Bahnhofstraße 50 alles, was ihr Herz begehrt. Dazu gehören beispielsweise auch 3D-Zielscheiben in Form von Billardkugeln oder Dinosauriern.

Mittwoch, 18.07.2018, 05:30 Uhr

Zielscheiben und -figuren für jeden Geschmack. Norbert Kostka kennt die Wünsche der Kunden und hat fürs Foto auf einem 3 D-Keiler Platz genommen.
Zielscheiben und -figuren für jeden Geschmack. Norbert Kostka kennt die Wünsche der Kunden und hat fürs Foto auf einem 3 D-Keiler Platz genommen. Foto: Michael Baar

In das Metier ist er nach eigenen Worten „so rein gerutscht“. Viel falsch gemacht haben kann Norbert Kostka in den vergangenen 18 Jahren nicht. Dazu schaut er viel zu zufrieden aus, wie er da auf einem Keiler in seinem neuen Laden sitzt, seinen Bogen in der Hand. Es ist die Zielscheiben-Ecke. Die ist, wie vieles andere auch, neu in den Räumen an der Bahnhofstraße 50.

Wildschweine, ein Dachs, Enten und ein Stegosaurus haben sich dort versammelt. Unbeweglich, weil 3D-Zielscheiben. Immerhin ist der Dinosaurier bis zu einer Schulterhöhe von 2,29 Metern lieferbar. „Einen Wisent gibt´s sogar in Originalgröße“, erläutert der Lengericher bei einem Rundgang.

Wer glaubt, dass es als zweidimensionales Ziel nur den Klassiker mit den unterschiedlich gefärbten Ringen gibt, sieht sich getäuscht. Obst, Fische, Billard-Kugeln – die Vielfalt dieser Spaß-Zielscheiben scheint keine Grenzen zu kennen.

„Die Kunden wollen nicht jagen“, klärt der 57-Jährige auf. „Aber immer nur auf Zielscheiben schießen, ist ihnen trotz unterschiedlicher Entfernungen zu langweilig.“ Wobei Bogensportler auch mal auf andere als die Sportscheiben zielen. Etwa die Hälfte seiner Kunden betreibt Bogensport in einem Verein. Davon gibt es 29 in einem Radius von 50 Kilometern um Lengerich.

Die anderen Kunden haben aus unterschiedlichen Gründen Lust gefunden, zu Pfeil und Bogen zu greifen. „Viele haben es im Urlaub kennengelernt und wollen es jetzt auch Zuhause tun.“ Wobei man nicht vergessen sollte, dass dieses Hobby Platz benötigt. „Ein großer Garten sollte es schon sein“, rät der Fachmann, dabei auch auf einen entsprechenden Pfeilfang zu achten.

Das gelte insbesondere, wenn mit einer Armbrust geschossen werde. Denn bei diesen Sportgeräten fliegen die Pfeile mit bis zu 450 Stundenkilometern von der Sehne. Bei idealen Bedingungen bis zu über 1,5 Kilometer weit. Verständlich, dass Norbert Kostka vorschlägt, „einfach mal bei einem Verein reinzuschauen“.

In den vergangenen Jahren ist die Nachfrage nach Armbrüsten gestiegen. Für den Lengericher schließt sich damit in gewisser Weise ein Kreis. Schließlich ist es ein Kumpel gewesen, der Armbrust-Patente entwickelt und ihn so für dieses Thema begeistert hat. Die Bögen sind schnell dazugekommen. „Die Nachfrage ist viel größer“, kommentiert er das lapidar. Zum Ausprobieren steht in seinem Geschäft eine bis zu 20 Meter lange Schießbahn zur Verfügung.

Schließlich verdient der Lengericher damit seinen Lebensunterhalt. Wobei die Spezialität seines Hauses der Zusammenbau von Bögen nach den Wünschen der Kunden ist. Für Rechts- und Linkshänder gibt´s übrigens unterschiedliche Bögen.

Knapp 10 000 Pfeile hat er auf Lager. Nicht nur die finden reißenden Absatz, denn der überwiegende Teil des Geschäfts wird im Internet abgewickelt. An Einsteigerbögen gehen im Jahr rund 2500 Stück über die Ladentheke des nach seinen Worten größten Bogensport-Fachgeschäfts im Münsterland – direkt in Kundenhand oder per Paket.

Vor drei Jahren hat Norbert Kostka ein Fachbuch zum Thema Bogensport geschrieben. 3000 Exemplare hat er verkauft. Im vergangenen Jahr ist ein Armbrust-Buch dazugekommen. „Ich habe vorher geschaut, was es an Literatur dazu gibt“, erzählt er. „Wenig“, schiebt er hinterher und freut sich über 800 verkaufte Bücher.

Ein großes Hobby von ihm ist die noch im Aufbau befindliche Video-Ecke im neuen Laden. Dort werden dann seine Youtube-Videos zu sehen sein. „Auf denen versuche ich Informationen zu geben, die im Netz noch fehlen“, beschreibt er seinen Ansatz. Dazu setzt er dann auch schon mal eine Hochgeschwindigkeits-Kamera ein. Knapp zwei Millionen Klicks wertet er als deutliches Zeichen dafür, dass er mit seiner Idee nicht daneben liegt.

Ist alles gezeigt? Nein, beim Verlassen des Geschäfts erinnert die „Katastrophenecke“ daran, dass Sportgeräte immer pfleglich behandelt werden wollen. Ein gerissener Armbrustbogen legt Zeugnis davon ab, dass ein Leerschuss (ohne Pfeil) keine gute Idee ist. Wer seinen Bogen im Sommer im Auto liegen lässt, darf sich bei der Rückkehr über eine skurrile Form freuen – mit der aber kein Schuss mehr möglich ist.

Und dann passiert ab und an auch mal das, was im Film von Robin Hood so meisterlich demonstriert wird: ein von einem zweiten Pfeil aufgespleißter Pfeil.

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