Lienener Straße
Anlieger ärgert sich über Wildwuchs

Lengerich -

Kein Zweifel, an einigen Stellen macht sich das Grün schon ziemlich breit auf den Fußwegen an der Lienener Straße in Hohne. Udo Lindemann stört das. Er hofft, dass die Stadt an die Anlieger appelliert, ihrer Reinigungspflicht nachzukommen.

Mittwoch, 25.07.2018, 12:10 Uhr

Udo Lindemann auf dem Gehweg an der Lienener Straße. Nach Angaben der Stadt ist wohl die Deutsche Bahn für diesen Abschnitt verantwortlich.
Udo Lindemann auf dem Gehweg an der Lienener Straße. Nach Angaben der Stadt ist wohl die Deutsche Bahn für diesen Abschnitt verantwortlich. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Als die WN vor Kurzem über wucherndes Grün auf einem Grundstück an der Tecklenburger Straße berichteten und dass dort auch schon der öffentliche Gehweg vom Wildwuchs betroffen ist, nahm das Udo Lindemann zum Anlass für einen Anruf in der Lokalredaktion: Der Friseursalon-Inhaber lud an die Lienener Straße in Hohne ein. Seiner Ansicht nach ist das Erscheinungsbild dort „katastrophal“.

Konkret geht es dem Mittsechziger um den beidseitigen Fuß- und Radweg. Der werde an vielen Stellen nicht hinreichend gesäubert. Die Folge: Auch dort macht sich das Grün breit, wo es das nicht soll. Udo Lindemann glaubt, dass eine Besserung recht einfach zu realisieren wäre. „Viele wissen gar nicht, dass sie für die Reinigung des Gehwegs zuständig sind“, lautet seine Einschätzung. Das liege unter anderem an den vielen Eigentümerwechseln der vergangenen Jahre und daran, dass es inzwischen Bürger verschiedener Nationalitäten gebe, die mit den hiesigen Gepflogenheiten eben nicht so vertraut seien. Deshalb, so sein Vorschlag, sollte die Stadtverwaltung eine Art Informationsoffensive starten.

Der Hohner ärgert sich dabei nicht nur über das aus dem Boden schießende Kraut, sondern auch darüber, dass manch einer Sprüche wie „Das ist wohl das Armenviertel von Lengerich“ von sich gebe. Gleichzeitig betont er, dass er nicht alles pauschal in Grund und Boden kritisieren wolle. Die Straßenreinigung funktioniere beispielsweise „top“ und auch beim Winterdienst gebe es nichts zu mäkeln.

Um zu zeigen, welche Ausmaße das Problem angenommen hat, geht Udo Lindemann an eine Stelle etwa gegenüber der Hohner Kirche. Dort bleibt auf einem kurzen Teilstück nur noch eine schmale Passage für Fußgänger, der Rest ist zugewachsen und überwuchert.

Seitens der Stadt äußern sich die Fachbereichsleiter Martin Pogrifke (Sicherheit und Ordnung) und Viktor Glück (Straßenbau). Pogrifke verweist auf die Straßenreinigungs- und Gebührensatzung, um zu erklären, was des Bürgers Pflicht ist und was nicht. In Paragraf 2 heißt es: „Die Reinigung der Gehwege der in den anliegenden Straßenverzeichnissen Nr. 1 bis 3 aufgeführten Straßen und die Reinigung der Fahrbahnen und Gehwege der im anliegenden Straßenverzeichnis Nr. 5 aufgeführten Straßen, wird den Eigentümern der an sie angrenzenden und durch sie erschlossenen Grundstücke auferlegt.“ Die Lienener Straße, auch der Abschnitt, der aktuell saniert wird, fällt unter Nr. 1 bis 3. Die Anwohner sind also für den Gehweg – nicht jedoch für den Radweg – zuständig. Im weiteren wird in der Satzung dann zwar detailliert erläutert, was das im Winter bedeutet. Doch nicht, wie eine Reinigung zu den anderen schneefreien Jahreszeiten auszusehen hat.

Und da kommt Viktor Glück ins Spiel. Eine Handhabe gebe es für die Stadt erst, wenn eine Gefährdung von Passanten vorliege – was nur selten der Fall sei. Er glaubt auch nicht, dass es ein Informationsdefizit gibt. „Wir beobachten schon seit Längerem auch andernorts und auch in Siedlungen, dass Wege und Straßen immer seltener von den Anliegern gesäubert werden.“ Oft begründeten die das mit ihrem Alter, aber darüber hinaus gebe es auch wohl eine allgemeine Tendenz dazu.

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