Katholische Kirchengemeinde Seliger Niels Stensen
Drei Frauen legen sich ins Zeug

Lengerich -

Wenn sie einmal losgelegt haben, sind sie nicht mehr zu stoppen. Das ist der Eindruck, wenn man ihren unermüdlichen Einsatz Revue passieren lässt. Mit geballter Frauenpower und aus tiefster Überzeugung engagieren sich Maria Beumer, Anke Huth und Manuela Brockmeyer für eine bessere und gerechtere Welt. Die drei Frauen haben maßgeblich dazu beigetragen, dass ihre Pfarrei Seliger Niels Stensen eine „Ökofaire Gemeinde“ geworden ist.

Dienstag, 21.08.2018, 17:26 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 21.08.2018, 06:21 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 21.08.2018, 17:26 Uhr
Maria Beumer, Anke Huth und Manuela Brockmeyer aus Lengerich (von links) haben maßgeblich dazu beigetragen, dass die Pfarrei Seliger Niels Stensen eine „Ökofaire Gemeinde“ geworden ist. Das Warenlager mit fairen Produkten ist im Gemeindezentrum St. Margareta in Lengerich untergebracht.
Maria Beumer, Anke Huth und Manuela Brockmeyer aus Lengerich (von links) haben maßgeblich dazu beigetragen, dass die Pfarrei Seliger Niels Stensen eine „Ökofaire Gemeinde“ geworden ist. Das Warenlager mit fairen Produkten ist im Gemeindezentrum St. Margareta in Lengerich untergebracht. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Karola Wiedemann

Am 14. Dezember 2017 wurde die Pfarrei von Weihbischof Dr. Christoph Hegge als eine der ersten Gemeinden im Bistum Münster bereits in der Pilotphase der Initiative „Zukunft einkaufen – glaubwürdig wirtschaften im Bistum Münster“ mit diesem Zertifikat ausgezeichnet.

Die Pfarrei Seliger Niels Stensen ist mit ihren sieben Filialgemeinden flächenmäßig die größte Pfarrei im Bistum – mit etwa 7000 Mitgliedern dabei jedoch eine Diasporagemeinde. Zu der Pfarrei gehören neben Kirchen, Pfarrhäusern und einem neu gebauten Gemeindezentrum zwei Kindertagesstätten.

Den Grundstein für die Auszeichnung als „Ökofaire Gemeinde“ hat das Team der drei Frauen vor Jahrzehnten mit seiner Eine-Welt-Arbeit in der Katholischen Frauengemeinschaft (kfd ) gelegt. Sie haben in den 1990er-Jahren in der damals noch eigenständigen Pfarrgemeinde St. Margareta Lengerich einen Fair-Trade-Verkauf gegründet. Das Netzwerk für den fairen Handel, das sie daraus im Lauf der Jahre zusammen mit der Ladengruppe entwickelt haben, reicht längst über die Grenzen der eigenen Pfarrei hinaus.

Seit langem beliefern sie das Hannah-Arendt-Gymnasium, das inzwischen als „faire Schule“ zertifiziert ist, beteiligen sich an vielen örtlichen Events und tragen dazu bei, dass die Stadt Lengerich „Fair-Trade-Town“ ist.

Nach wie vor erzielen sie im ehrenamtlichen Einsatz mit ihrer Ladengruppe für den fairen Handel jedes Jahr mehr Umsatz. Der Gewinn geht an ein Kinderhospiz in Osnabrück. Außerdem bilden die drei Frauen, zusammen mit Elisabeth Püning als vierte im Bund, das Leitungsteam der kfd in Lengerich.

Damit nicht genug: Die drei wollten noch mehr für den fairen Handel und die Bewahrung der Schöpfung erreichen. „Das macht einfach Sinn“, sagen sie. Deshalb sind sie zusätzlich im vor zwei Jahren neu gegründeten Ausschuss „Ökofaire Gemeinde Zukunft einkaufen“ der Pfarrei aktiv. Sie kümmern sich beispielsweise darum, dass in den Kirchen nur noch mit fair gehandelten Blumen oder mit Blumen aus eigenen Gärten geschmückt wird, im Winter entsprechend sparsamer mit heimischem Ilex und Efeu. Präsentkörbe werden mit fair gehandelten Produkten bestückt, überall in der Pfarrei kommt nur noch Mehrweggeschirr zum Einsatz und es werden keine Getränke mehr in Einwegflaschen gekauft.

Zertifizierung in drei Stufen

Die Pilotphase der Initiative „Zukunft einkaufen – glaubwürdig wirtschaften im Bistum Münster“ ist beendet. Alle Pfarreien und kirchlichen Einrichtungen im Bistum Münster können sich vom Referat Schöpfungsbewahrung bei der Einführung des Umweltmanagementsystems „Zukunft einkaufen“ kostenfrei begleiten lassen, teilt das Bistum mit.Wenn sie sich verpflichten, mindestens fünf von zehn vorgegebenen Kriterien zu erfüllen, können sie auf Level eins die Auszeichnung „Ökofaire Gemeinde“ beziehungsweise „Ökofaire Einrichtung“ erwerben. Kriterien sind zum Beispiel, dass nur noch Recyclingpapier oder fair gehandelte Blumen gekauft werden oder nur noch Mehrweggeschirr verwendet wird.Die Auszeichnung nach Level zwei (Zertifizierung nach dem Umweltmanagementsystem „Zukunft einkaufen“ durch das Bistum) basiert auf einer umfangreichen Bestandsaufnahme und darauf aufbauend einer Beschaffungsordnung und Umwelterklärung.Level drei führt nach Angaben des Bistums Münster zur international anerkannten EMAS-Zertifizierung.

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„Dass die Planung für das 2016 neu gebaute Gemeindezentrum bereits eine Versorgung mit Erdwärme und damit mit regenerativer Energie vorsah, war ein Glücksfall“, betonen die engagierten Frauen strahlend. „Das gibt Pluspunkte beim Thema Energie sparen.“

Die drei Frauen waren erst bereit, die Auszeichnung „Ökofaire Gemeinde“ anzunehmen, als die Pfarrei statt der geforderten fünf alle zehn Kriterien in der Gemeinde erfüllte. „Das war uns wichtig, bevor wir die Auszeichnung bekamen, um das auch vertreten zu können“, begründen sie. Dennoch gibt sich das „Dreamteam“ der kfd Lengerich nicht mit Level eins zufrieden. Inzwischen tasten sie sich an Level zwei des Umweltmanagementsystems heran und checken schon mal die Reinigungsmittel in den Häusern.

 

 

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