Hohner Brücke nach Überprüfung gesperrt
Schneller Abriss geplant

Lengerich -

Die Fußgängerbrücke in Hohne hat erhebliche Mängel. Das wurde jetzt bei einer routinemäßigen Überprüfung festgestellt. Die Folge: Sie ist gesperrt und soll kurzfristig abgerissen werden.

Freitag, 24.08.2018, 16:54 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 24.08.2018, 16:51 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 24.08.2018, 16:54 Uhr
Die Fußgängerbrücke in Hohne weist schon seit Jahren Mängel auf. Nun haben Fachleute empfohlen, sie möglichst bald abzureißen
Die Fußgängerbrücke in Hohne weist schon seit Jahren Mängel auf. Nun haben Fachleute empfohlen, sie möglichst bald abzureißen Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Die Fußgängerbrücke in Hohne soll möglichst kurzfristig abgerissen werden. Grund sind erhebliche Mängel. Festgestellt wurden die von Experten vor wenigen Tagen während einer Untersuchung. Die Stadtverwaltung hatte bereits vor Jahren darauf hingewiesen, dass das Bauwerk in keinem guten Zustand ist. Gesperrt ist der Übergang zwischen Lienener Straße und Bahnhofstraße bereits.

Viktor Glück , Fachbereichsleiter Straßenbau in Lengerich, berichtet, dass Mitte August fünf Bahnbrücken im Zuge der alle sechs Jahre anstehenden routinemäßigen Hauptuntersuchungen in Augenschein genommen worden seien. Bei vier sei alles in Ordnung. In Hohne jedoch, so heißt es in einer Mitteilung der Stadt, die am Freitag veröffentlicht wurde, habe „eine zuverlässige Aussage über die weitere Tragfähigkeit der Brücke nicht mehr getroffen werden“ können. Deshalb habe das Prüfbüro „dringend empfohlen, die Brücke zu sperren und das Bauwerk sehr kurzfristig abzubrechen. Eine Instandsetzung zur Ertüchtigung des Bauwerkes ist aus Sicht des Prüfers aufgrund des großen Schadensumfanges nicht möglich.“

Um niemanden zu gefährden, hat die Stadt eigenen Angaben zufolge nach Eingang der Informationen sofort die Schließung angeordnet. Zudem geht es auch um den Bahnverkehr, der unter der Brücke durchläuft. Maßnahmen zum Abbruch der Brücke seien eingeleitet, sodass nach Vorliegen der technischen Erfordernisse und Genehmigungen der Abriss kurzfristig erfolgen könne.

Fachbereichsleiter Glück sagt, er hoffe, dass der Abriss noch in diesem Jahr über die Bühne gehe. Wichtig sei vor allem, dass zwei sogenannte Überbauten entfernt würden. Dafür brauche es einen großen Autokran. Die Stützen könnten hingegen noch stehen bleiben.

Bei den Kosten, die die Stadt allein zu tragen habe, rechnet er damit, dass es in den sechsstelligen Bereich gehen könnte. 2014/15 sei bereits einmal konkret kalkuliert worden; seinerzeit habe man einen Betrag zwischen 70 000 und 80 000 Euro veranschlagt. Mit der Bahn sei zu klären, wann auf der Hauptstrecke zwischen Münster und Osnabrück eine „Sperrpause“ eingelegt werden könne, um die Überbauten zu entfernen.

Die jetzt erfolgte Untersuchung sei eine „Rundum-Außenprüfung“ gewesen, berichtet der Mitarbeiter der Stadt weiter. Risse und Abplatzungen seien dabei als Indizien dafür gewertet worden, dass sogenannte Spanndrähte in der Brücke durch eingedrungenes Wasser und Rost erheblich in Mitleidenschaft gezogen worden sein könnten.

Glück betont zudem ausdrücklich, dass es zwischen der Sperrung in Lengerich und dem Brückeneinsturz in Genua, der sich am Dienstag vergangener Woche ereignet hat, keinen Zusammenhang gebe. „Letztendlich kam das Ergebnis der Untersuchung für uns ja nicht überraschend.“ Ob es einen Neubau geben wird, müsse nun die Lokalpolitik entscheiden.

Aufgrund der Brückensperrung ist auch der (Schul-)Radverkehr betroffen. In diesem Zusammenhang weist die Stadt darauf hin, dass der Schulweg im Bereich der Baustelle Lienener Straße sicher sei. Im Bereich der Baustelle ist demnach ein durch Absperrschranken gesicherter, in beide Richtungen nutzbarer Fußweg gegeben. Allerdings ist das Rad in diesem Bereich zu schieben.

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