Bundesbildungsministerin Karliczek besucht das Hannah-Arendt-Gymnasium
„Ausbildung gibt einem so viel“

Lengerich -

Für Bundesbildungsministerin Anja Karliczek ist die Stippvisite am Hannah-Arendt-Gymnasium ein Heimspiel – und ein Herzensanliegen zugleich. Mit Oberstufen-Schülern kam sie im Rahmen einer Infotour zur Berufsorientierung am Donnerstag ins Gespräch und plädierte dafür, nach dem Abitur auch eine Ausbildung in Betracht zu ziehen. „Eine Ausbildung gibt einem so viel, was die Theorie an der Uni allein nicht kann.“

Freitag, 31.08.2018, 05:30 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 31.08.2018, 05:09 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 31.08.2018, 05:30 Uhr
Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (mit Henning Rehbaum im Auto sitzend) warb im Rahmen der Infokampagne „Du + Deine Ausbildung = praktisch unschlagbar“ am Hannah-Arendt-Gymnasium dafür, nach dem Abitur auch eine Ausbildung in Betracht zu ziehen.
Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (mit Henning Rehbaum im Auto sitzend) warb im Rahmen der Infokampagne „Du + Deine Ausbildung = praktisch unschlagbar“ am Hannah-Arendt-Gymnasium dafür, nach dem Abitur auch eine Ausbildung in Betracht zu ziehen. Foto: Mareike Stratmann

Abitur in der Tasche – und dann das Studium hinterher. Dass dieser Werdegang auch am Hannah-Arendt-Gymnasium auf großes Interesse stößt, zeigt eine kleine Umfrage unter den dortigen Oberstufen-Schülern. Ein Großteil liebäugelt mit dem Gang an die Uni. Anja Karliczek hält dagegen. Bei ihrem Besuch am Donnerstagvormittag sagt sie: „Eine Berufsausbildung gibt einem so viel, was die Theorie an der Uni allein nicht kann. Und auch danach stehen einem alle Türen offen.“

Im Rahmen der bundesweiten Infotour der Kampagne „Du + Deine Ausbildung = praktisch unschlagbar“ wirbt die Bundesbildungsministerin in Lengerich dafür, eben nicht ausschließlich nach dem Studium zu gieren. Sie ist selbst das beste Beispiel dafür. Die Brochterbeckerin hatte zunächst eine Banklehre absolviert und „wusste schon nach acht Wochen, dass ich das nicht mein Leben lang machen werde“. Sie brachte die Ausbildung trotzdem zu Ende, sagt heute, dass „auch das Durchhalten eine wichtige Kompetenz ist und die Möglichkeit bietet, herauszufinden, was einem liegt und was eben nicht“.

Genau darum geht es am HAG gestern Vormittag: um Selbstreflektion und das Erkennen der eigenen Stärken. Knapp 20 Schülerinnen und Schüler der Q1 und Q2 (Jahrgangsstufe 11 und 12) machen den Test und lernen – wie sie sagen – viel über sich selbst. Die Bundesministerin ist mit sichtlich Spaß mittendrin. Henning Rehbaum, der Karliczek als wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion an diesem Morgen begleitet, bestärkt die Jugendlichen: „Die Unternehmen suchen Leute wie euch. Bewerbt euch. Es ist gut angelegte Zeit.“

Wichtig ist beiden, Schülern frühstmöglich „mit einer gründlichen und auf sie persönlich zugeschnittenen Berufsorientierung die bestmögliche Entscheidungsgrundlage an die Hand zu geben“. Am HAG startet dieses Angebot mit der achten Klasse. „Die Zeit, dass man nach dem Abi überlegte, was kommt, ist lange vorbei“, sagt Christiane Uden, die die Gymnasiasten mit ihren Kolleginnen Julia Schröder und Birgit Meiners diesbezüglich bis zum Abi begleitet.

Unterdessen dürfen die Lengericher Schüler die Ministerin mit Fragen löchern und erfahren, dass diese nach der Banklehre eine Ausbildung im familieneigenen Teutoburger-Wald-Hotel hinterher schob und sich dort Jahre lang engagierte. Als ihre drei Kinder noch klein waren, machte sie ein BWL-Fernstudium und kam zur (Lokal)Politik, „weil mich geärgert hat, dass es damals fast keine Kinderbetreuung über Mittag gab. Das wollte ich ändern.“

Über den Tecklenburger Stadtrat als Abgeordnete 2013 in die Bundespolitik und 2017 ins Ministeramt: Ob sie anfangs nervös gewesen sei, vor vielen Menschen zu reden, will eine Schülerin wissen. Anja Karliczek lächelt und nickt. „Na klar, war das anfangs eine Überwindung.“ Und was denkt die Ministerin über das deutsche Bildungssystem, fragt der nächste. „Das sollte man nicht unterschätzen und ist längst nicht so schlecht, wie häufig behauptet“, sagt sie. „Ihr lernt heute anders, viel fokussierter auf Noten.“ Und dann hält sie ein Plädoyer dafür, „trotz allem nicht zu vergessen, auch nach rechts und links zu blicken“.

Nach zwei Stunden drängt die Zeit. Anja Karlizek muss weiter. Ihr Patenkind ist eingeschult worden und wartet in Brochterbeck. Unterdessen bleibt für die Schüler neben aller Selbstreflektion eine Erkenntnis: „Das war ein cooler Schultag.“

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