Areal am Sandstein-Portal
Linden werden zum Zankapfel

Lengerich -

Der Heimatverein möchte das Areal am Sandstein-Portal des ehemaligen Eingangsbogens des Bethania-Krankenhauses umgestalten. Entsprechende Pläne sind im Planungsausschuss vorgestellt worden – und fanden Beifall. Ausnahme: Das vorgesehene Abholzen von vier Linden stieß – trotz Ersatzpflanzung von acht neuen Bäumen – auf Kritik.

Samstag, 15.09.2018, 06:30 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 15.09.2018, 06:22 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Samstag, 15.09.2018, 06:30 Uhr
Der Heimatverein möchte die Fläche am Sandstein-Portal des ehemaligen Krankenhauses Bethania umgestalten. Entsprechende Pläne sind im Planungsausschuss vorgestellt worden. Einziger Knackpunkt: An der Zufahrt über den Henry-Dunant-Weg zum Verwaltungsparkplatz sollen statt bisher zwei Stellplätzen (im Bild links) weitere sieben geschaffen werden. Dafür müssten vier alte Linden gefällt werden.
Der Heimatverein möchte die Fläche am Sandstein-Portal des ehemaligen Krankenhauses Bethania umgestalten. Entsprechende Pläne sind im Planungsausschuss vorgestellt worden. Einziger Knackpunkt: An der Zufahrt über den Henry-Dunant-Weg zum Verwaltungsparkplatz sollen statt bisher zwei Stellplätzen (im Bild links) weitere sieben geschaffen werden. Dafür müssten vier alte Linden gefällt werden. Foto: Michael Baar

„Geschichte soll erlebbar sein.“ Das wünscht sich der Heimatverein für das Bethania-Portal des ehemaligen Krankenhauses. Im vergangenen Jahr ist es auf der Wiese an der Stadtverwaltung aufgestellt worden. Jetzt soll die Grünfläche umgestaltet werden. Ein entsprechendes Gestaltungskonzept ist am Donnerstagabend im Planungsausschuss vorgestellt worden.

Demnach soll die Mauer zur Tecklenburger Straße geöffnet und ein gerader Zugang zum Portal mit gebrannten Klinkern gepflastert werden. Nördlich des Portals soll ein Platz entstehen, der zum Verwaltungsgebäude (Musikschule) hin mit einer Fliederhecke abgegrenzt werden soll. Davor sind Sandsteinquader als Sitzgelegenheit angedacht. Hinter dem Flieder soll aus dem Rasen eine Wildblumenwiese werden, auf der auch eine Sumpf-Eiche Platz finden soll.

Ideen, die Julia Brundiers vom Unternehmen Reiffenschneider präsentierte und die wohlwollend von den Ausschussmitglieder zur Kenntnis genommen wurden. Nicht zuletzt deshalb, weil der Heimatverein die Umsetzung aus Spendengeldern finanzieren will.

Ein weiteres Detail stieß auf wenig Gegenliebe: Entlang der Zufahrt von der Tecklenburger Straße über den Henry-Dunant-Weg zum Parkplatz hinter der Verwaltung sollen rechtsseitig neun Parkplatze geschaffen werden. Derzeit gibt es dort zwei ausgewiesene Stellplätze in Längsrichtung. Die neuen Parkplätze sollen schräg angeordnet werden.

Dafür müssen die dort stehenden vier Linden gefällt werden. Als Ersatz würden acht neue Linden gepflanzt, um einen Allee-Charakter im Bereich des Portals zu gestalten. Mittels einer Zeichnung präzisierte Julia Brundiers diese Idee.

„Können die großen Linden erhalten werden“, wollte Andreas Kuhn wissen. Durch die neuen Parkplätze würden die Wurzelwerke der Bäume zu stark geschädigt. Ein Umsetzen der Linden sei nicht möglich, weil sie schon zu lange dort stehen würden und bei so einer Maßnahme das Wurzelwerk zu stark in Mitleidenschaft gezogen würde, antwortete die Fachfrau dem SPD-Fraktionsvorsitzenden.

„Parkplatz und Gestaltung gehören nicht zwingend zusammen“, stellte Ulrich Weiß fest. Ob denn nicht die Linden erhalten bleiben könnten und dafür weniger Parkplätze angelegt werden, präzisierte der Ratsherr von Bündnis 90/Die Grünen seine Lösungsidee.

Kommentar

Flickschusterei mit Parkplätzen

...

Der kostenfreie Parkplatz hinter der Stadtverwaltung ist voll. Nicht nur städtische Angestellte stellen dort ihre Autos ab, auch Mitarbeiter umliegender Firmen nutzen diese Möglichkeit. Wogegen nichts einzuwenden ist, weil es eine öffentliche Fläche ist.

Was das mit der Neugestaltung des Areals am Sandstein-Portal zu tun hat? Neun weitere Stellplätze könnten dort entstehen. Netto nur sieben, weil ja schon zwei vorhanden sind.

Dafür müssten vier Linden gefällt werden. Als Ersatz würden acht neue gepflanzt. Ein guter Tausch? Mitnichten. Denn die Umgestaltung der Fläche wirft eine ganz andere Frage auf, die im Planungsausschuss nicht gestellt wurde: Wie passt das zum Innerstädtischen Entwicklungskonzept? Das Thema Parken in der Stadt ist ein Bestandteil dieses Vorhabens.

Dafür muss eine grundsätzliche Lösung gefunden werden. Hier oder da mal eben ein paar zusätzliche Stellplätze anlegen – das ist Flickschusterei und widerspricht dem eigentlichen Ziel.

Deshalb sollte die Parkplatzfrage bei der Umgestaltung des Areals ausgeklammert werden. Dass der Heimatverein sich hier engagiert, auch finanziell, verdient vorbehaltlose Anerkennung. Darin ist sich der Ausschuss einig. Michael Baar

„Gegen den Verlust von Bäumen ist immer was zu sagen“, stellte Klaus Reiher fest. Wenn neue gepflanzt würden, so der CDU-Fraktionsvorsitzende, könnte das in Ordnung sein. „Die Optik ist besser“, pflichtete ihm sein FDP-Kollege Jens Kröger bei. Was allen Fraktionen nicht gefiel: Die Pläne für die Neugestaltung wurden erst in der Sitzung vorgestellt.

Die gehen jetzt an die Fraktionen. Eine Entscheidung über die Gestaltung der Fläche am Sandstein-Portal soll der Hauptausschuss am 25. September fällen.

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