Berufswahlmesse in Lengerich
Zuversicht beim Experiment

Lengerich -

Die Nachfrage auf Seiten der Firmen ist groß, zu groß, um alle Wünsche nach einem Standplatz erfüllen zu können. Am Mittwochnachmittag und am Donnerstagvormittag findet in der Gempt-Halle die Berufswahlmesse statt.

Montag, 17.09.2018, 06:20 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 17.09.2018, 06:13 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 17.09.2018, 06:20 Uhr
Gehen davon aus, dass die Verlegung der Berufswahlmesse von Samstag auf Mittwoch und Donnerstag gut ankommt: Reiner Zwilling, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Rheine (links) und Bürgermeister Wilhelm Möhrke.
Gehen davon aus, dass die Verlegung der Berufswahlmesse von Samstag auf Mittwoch und Donnerstag gut ankommt: Reiner Zwilling, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Rheine (links) und Bürgermeister Wilhelm Möhrke. Foto: Michael Baar

„Es ist ein Experiment“, räumt Reiner Zwilling ohne zu zögern ein. Erstmals findet die Berufswahlmesse nicht an einem Samstag, sondern unter der Woche statt. Am Mittwoch, 19. September, und Donnerstag, 20. September, präsentieren sich fast 50 Unternehmen, Institutionen und Weiterbildungseinrichtungen in der Gempt-Halle. „Wir haben nicht alle Wünsche nach einem Stand erfüllen können“, bedauert der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rheine.

Die größte Zielgruppe, da ist er sich mit Lengerichs Bürgermeister Wilhelm Möhrke einig, sind Neunt- und Zehntklässler. Bei denen stehe die Wahl des Berufes in absehbarer Zeit an. Wobei, das betont Reiner Zwillilng, es sich dabei um einen mehrere Jahre umfassenden Prozess handele. Sein größter Wunsch: „Die Jugendlichen kommen nicht unbedarft, sondern haben sich vorbereitet.“ Sei es in der Schule – „idealerweise“ – oder aus eigenem Antrieb.

„Wer sich vorher Gedanken gemacht hat, kann zielstrebig die Stände ansteuern, die seinen Interessen entsprechen“, verdeutlicht Wilhelm Möhrke. Wobei, darauf legen die beiden Männer großen Wert, es keine Schande sei, wenn jemand feststelle, dass der anvisierte Beruf gar nicht seinen Neigungen entspreche.

Denn auch dafür sei die Berufswahlmesse – Zwilling und Möhrke sprechen lieber von einer Berufsfindungsmesse – gedacht. Und es gebe Informationen, welche Begleitung oder Hilfestellung möglich sind, wenn es in der Ausbildung mal nicht so läuft wie gewünscht. Ins Reich der Fabeln verweisen sie zudem die Ansicht, dass der Beginn einer Ausbildung zugleich das Ende der Schulzeit sei.

Auf eine Besucherzahl, die sie sich wünschen würden, lassen sich beide Männer nicht festlegen. „Es geht nicht um die Quantität, sondern um die Qualität“, unterstreicht der Geschäftsführer. Immerhin werde mit dem Wochentermin Neuland betreten. Der Grund dafür: Am Mittwoch hätten auch Eltern die Möglichkeit, mit ihrem Kind die Messe zu besuchen.

An einem Samstag kollidiere ein solches Angebot mit Freizeitaktivitäten – und mit ähnlichen Veranstaltungen in Münster beziehungsweise Osnabrück. „Das Interesse der Firmen zeigt doch, dass die auch Lust auf den Mittwoch und Donnerstag haben“, führt Wilhelm Möhrke ein weiteres Argument ins Feld.

Dass das Thema Digitalisierung in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen habe, stellen sie nicht in Frage. „Aber Handwerksberufe sind auch noch gefragt“, verweist der Bürgermeister auf die Ausstellerliste. Und um gar keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: „Wir können den Firmen keine Auszubildenden besorgen, sondern ihnen nur die Chance geben, sich potenziellen Nachwuchskräften zu präsentieren.“

Das Angebot ist vielseitig. Reiner Zwilling nennt es „groß und beispielhaft fürs nördliche Münsterland“. mit den beiden Messe-Tagen ist das Thema nicht abgehakt. Schon an den beiden Tagen soll an Ständen nachgefragt werden, wie es denn läuft. Und eine Evaluierung im Nachgang ist ebenfalls schon in Vorbereitung. Schließlich steht im nächsten Jahr wieder eine Berufswahlmesse an – turnusgemäß in Ibbenbüren.

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