Gesamtschule Lengerich/Tecklenburg
Problemzonen: Schülerzahl und Räume

Lengerich -

Motivierte Mädchen und Jungen, die sich an der Schule wohlfühlen. Eine steigende Bereitschaft, die Nachmittagsangebote zu nutzen. Eltern, die sich engagieren. Deutlich weniger Probleme mit den Schulbussen. Es hört sich gut an, was Dr. Werner Peters nach rund einem Jahr Gesamtschule Lengerich/Tecklenburg im Schulausschuss als Sachstandsbericht vorträgt. Doch es folgt ein großes „Aber“ des Schulleiters.

Montag, 24.09.2018, 07:40 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 24.09.2018, 07:38 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 24.09.2018, 07:40 Uhr
Derzeit werden in der ehemaligen Gutenberg-Schule acht Klassen der Gesamtschule Lengerich/Tecklenburg unterrichtet.
Derzeit werden in der ehemaligen Gutenberg-Schule acht Klassen der Gesamtschule Lengerich/Tecklenburg unterrichtet. Foto: Michael Baar

Die große Resonanz bei den Anmeldeterminen sowohl für die heutigen Sechstklässler wie auch für die Fünftklässler hat die Schule an die Kapazitätsgrenze gebracht. Die sechs Klassen – mehr sind von der Bezirksregierung nicht erlaubt auf Basis des Kompromisses mit Saerbeck im Moderationsverfahren – sind rappelvoll. 174 Schüler werden im sechsten, 177 im fünften Jahrgang unterrichtet.

Der Personalschlüssel ist auf 165 Schüler ausgerichtet, erläutert Werner Peters. Derzeit fehlen Pädagogen, unter anderem wegen Schulwechsel und Elternzeit. „Das wird zum 1. November kompensiert“, verspricht er. Zu dem Termin können neue Lehrkräfte eingestellt werden. Was allerdings auch nicht immer einfach ist. „Es gibt ganz viele Stellen, die man ausschreiben darf, aber nicht besetzt bekommt.“

Hinzu kommt das Thema Inklusion. Zwar arbeite die Landesregierung an einer neuen Richtlinie, „die zu einer Verbesserung gegenüber dem jetzigen Zustand führen wird“. Doch ein Grundproblem bleibt: Ab zwei Inklusionskindern pro Klasse ist die Gesamtzahl auf 27 Schüler begrenzt. „Dann müssen wir die Schule auf 162 Mädchen und Jungen je Jahrgang runterfahren“, nennt er die daraus zu ziehende Konsequenz.

Das würde sich auch im Anmeldeverfahren auswirken. „Wir müssten Schüler ablehnen, auch aus Lengerich und Tecklenburg“, spricht Werner Peters Klartext. Deshalb wäre es ihm lieber, wenn die beiden Kommunen hinter der Schule stehen würden. Es könnte noch ärger kommen, wenn mehr als zehn Schüler mit Lerndefiziten angemeldet würden. Dann sinke die Gesamtschülerzahl für den Jahrgang auf 150 Mädchen und Jungen. Eine Überhangklasse werde nicht genehmigt, verwies er nochmals auf das Moderationsverfahren.

Die zweite Baustelle, auf der eine Entscheidung nicht auf die lange Bank geschoben werden kann, ist die Raumfrage. Die Vereinbarung zur Unterbringung von Schülern der Hauptschule Tecklenburg an der Bodelschwingh-Realschule Lengerich ist auf zwei Jahre befristet. In Tecklenburg werde an einer Lösung gearbeitet, berichtete der Schulleiter, der mit seinen vier Gesamtschulklassen im Hauptschul-Gebäude untergebracht ist.

Was danach kommt? Harald Paschen, kommissarischer Leiter der Bonhoeffer-Realschule, will von der Verwaltung wissen, „ob im nächsten Jahr ein Jahrgang der Gesamtschule in die Realschule zieht“. Jörg Hesselmann, Fachdienstleiter Schule und Kultur in der Stadtverwaltung, hält sich bedeckt. „Wir arbeiten an einem Übergangskonzept, bis der Neubau der Gesamtschule steht.“ Auf Nachfrage räumt er ein, dass Übergang auch eine Nutzung der Bonhoeffer-Realschule sein könnte.

Werner Peters zeigt ein weiteres Raumproblem auf. Derzeit sind in der ehemaligen Gutenberg-Schule noch zwei Klassen des Berufskollegs untergebracht. „Wenn die im nächsten Schuljahr noch da sind, fehlt uns Platz“, mahnt er eine rechtzeitige Antwort auf diese Frage an.

Anzeige
Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6072606?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F175%2F
Islam- und frauenfeindliche Handzettel in Studentenwohnheimen verteilt
Dubioses Flugblatt: Islam- und frauenfeindliche Handzettel in Studentenwohnheimen verteilt
Nachrichten-Ticker