TWE-Streckensanierung: Was passiert mit den Bahnübergängen?
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Lengerich -

Ab 2020/2021 ist damit zu rechnen, dass Güterzüge auf der TWE-Strecke durch Lengerich rollen. 23 Bahnübergänge gibt es im Stadtgebiet. Die entsprechenden technischen Anlagen sind, so Streckenbetreiber Lappwaldbahn, funktionstüchtig. Die Stadt sieht gleichwohl Handlungsbedarf.

Dienstag, 16.10.2018, 22:30 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 16.10.2018, 22:28 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 16.10.2018, 22:30 Uhr
An der Martin-Luther-Straße gibt es Schranken, das ist längst nicht überall an den TWE-Bahnübergängen in Lengerich.
An der Martin-Luther-Straße gibt es Schranken, das ist längst nicht überall an den TWE-Bahnübergängen in Lengerich. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Durch die Änderung des Bau-Fahrplans drängt die Frage momentan noch nicht allzu sehr. Doch über kurz oder lang muss sie beantwortet werden: Was passiert mit den Bahnübergängen an der TWE-Strecke, wenn dort wieder Züge fahren? Stolze 23 gibt es, verteilt zwischen Ost und West auf gut 8,6 Kilometern.

Josef Högemann, Sprecher der Lappwaldbahn, die die Trasse betreibt, erklärt auf WN-Anfrage zunächst einmal, dass die Arbeiten an den Gleisen auf Lengericher Gebiet länger werden auf sich warten lassen, als zunächst vorgesehen. Das Unternehmen werde einen Abschnitt ab Versmold vorziehen, weil es dort aktuell Nachfrage nach Güterverkehr von Firmen gebe.

Bürgermeister Wilhelm Möhrke weiß das bereits und spricht davon, dass nun ab 2020/2021 wieder mit Güterzügen zwischen Hohne und Antrup zu rechnen sei. Doch so lange solle und könne die Stadt natürlich nicht auf Entscheidungen zum Thema Bahnübergänge warten. In der Stadtverwaltung habe man sich dazu allerdings noch keine intensiven Gedanken gemacht. „Dafür müssen wir erst einmal die Details kennen.“ Heißt zum Beispiel: Wie viele Züge fahren überhaupt? Zu welcher Tageszeit? Wie schnell sind die? Und wie lang?

Dass es, wenn es konkret wird, durchaus unterschiedliche Auffassungen geben könnte, lässt sich aber schon jetzt erahnen: Josef Högemann erklärt, dass die Lappwaldbahn für die TWE-Strecke eine gültige Konzession habe und die vorhandenen technischen Anlagen bereits auf ihre Funktionstüchtigkeit überprüft worden seien. Somit stehe, wenn die Gleise intakt seien, einem Bahnbetrieb grundsätzlich nichts mehr im Weg. Wilhelm Möhrke betont wiederum, für ihn sei schon jetzt, ohne Kenntnis aller Einzelheiten und Zahlen, klar, dass an dem ein oder anderen Bahnübergang etwas getan werden müsse, um für das nötige Maß an Sicherheit zu sorgen.

In diesem Zusammenhang verweist er auf die Osnabrücker Straße, wo es in der Vergangenheit schon mehrere Unglücksfälle gegeben hat. So starb dort bei der Kollision eines Pkw mit einer Diesellok im Mai 2007 eine 41-jährige Frau. Und im Februar 2009 hatten drei junge Leute großes Glück, als ihr Auto von einer Diesellok erfasst wurde, sie aber unverletzt blieben. Bis heute gibt es an dieser Stelle keine Schranke, nur Andreaskreuze und Warnlichter.

Ähnlich sieht es beispielsweise auf der Bahnhofstraße kurz vor dem Übergang in die Lienener Straße aus – also etwa in Höhe der Stelle, wo einige Meter nebenan bald die Gesamtschule gebaut werden soll. Anders wiederum die Situation an den Übergängen Martin-Luther-Straße und Lienener Straße kurz vor der Abzweigung Iburger Straße. Dort gibt es Schranken.

Klar dürfte sein, dass bei der Frage, ob Nachrüstungen erforderlich sind, die größeren Straßen, zu denen auch noch die Bergstraße gehört, im Fokus stehen werden. Möhrke und Hövelmann sagen beide, dass grundsätzlich zunächst einmal der jeweilige Straßenbaulastträger gefragt sei, wenn es um die Frage einer Modernisierung gehe. Das kann die Stadt, der Kreis oder auch das Land sein. Lengerichs Bürgermeister berichtet zudem, dass die Stadt Tecklenburg in Brochterbeck mit je 40 000 Euro dabei gewesen sei, als im Ortsteil Brochterbeck auf der TWE-Strecke Bahnübergänge modernisiert worden seien. Vielleicht ein Fingerzeig, dass auch die Stadt Lengerich gefragt sein könnte, wenn es bei Baumaßnahmen um die Kostenübernahme geht.

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