Heimatverein Lengerich
Verborgene Schätze

Lengerich -

Dr. Alois Thomes spricht von einer „sehr guten Resonanz“. Anfang Juli hatten die WN berichtet, dass die Kreativgruppe im Heimatverein Werke Lengericher Maler für eine Ausstellung sucht. Am Donnerstag, 25. Oktober, soll diese im Heimathaus an der Bergstraße eröffnet werden.

Freitag, 26.10.2018, 15:36 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 20.10.2018, 18:48 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 26.10.2018, 15:36 Uhr
Ein letzter prüfender Blick – die Aufhängung für die Ausstellung im Heimathaus mit Werken Lengericher Maler hält. Davon überzeugen sich (von links) Dr. Alois Thomes, Günter Carl, Gisela Schwabe, Ingeborg Brockmann, Marie-Anne Meixner und Gisela Prautzsch.
Ein letzter prüfender Blick – die Aufhängung für die Ausstellung im Heimathaus mit Werken Lengericher Maler hält. Davon überzeugen sich (von links) Dr. Alois Thomes, Günter Carl, Gisela Schwabe, Ingeborg Brockmann, Marie-Anne Meixner und Gisela Prautzsch. Foto: Michael Baar

An diesem Nachmittag herrscht reger Betrieb in dem 370 Jahre alten Gebäude. Günter Carl steht auf einer Leiter, bohrt Löcher in die Wand. Wenige Minuten später verdecken Leisten mit Aufhängungen für Bilder die Löcher. „Das wird alles gestrichen“, sagt Alois Thomes und zeigt auf die Wände. Irritiert blickt Günter Carl ihn an: „Nach der Ausstellung, meinst Du!“ Der Vorsitzende nickt. Selbstverständlich erst nach Ende der Ausstellung. Schließlich sollen die Bilder von Friedrich Hutmacher , Nikolaus Densborn und Ludwig Mutert nicht durch Farbspritzer in Mitleidenschaft gezogen werden.

Wie viele Bilder gezeigt werden, wird sich herausstellen, wenn die Gemälde aufgehängt werden. „Das ist schwer abzuschätzen, weil es sehr unterschiedliche Formate sind“, sagt Alois Thomes. Dankbar ist er der LWL-Klinik, die einige Stellwände zur Verfügung stellt, an denen ebenfalls Bilder präsentiert werden sollen.

Die Rückmeldungen auf den Bilder-Aufruf waren das eine. Informationen über die drei Maler zu erhalten, ein teils mühseliges Unterfangen. „Geburts- und Todesdatum zu ermitteln, war einfach“, erzählt Gisela Schwabe. Der Rest war dann schwierig. Verwandte ausfindig machen und befragen, nennt sie ein Beispiel. Sie hat sich um die Infos zu Ludwig Mutert gekümmert. „Den habe ich noch kennengelernt, als ich bei Bischof + Klein in die Lehre gekommen bin“, berichtet sie. Senioren des Unternehmens, die das 80. Lebensjahr überschritten haben, hat sie ebenfalls befragt. Mit Erfolg, wie Alois Thomes bestätigt.

Er hat sich um den Lebenslauf von Friedrich Hutmacher gekümmert. „Das war einfacher, weil der Heimatverein im Jahr 2015 als Schenkung aus der Familie viele Bilder erhalten hat“, schmunzelt er. Samt ausführlicher Familienchronik.

Die drei Künstler

Friedrich Hutmacher:

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Mit sehr guten Noten in allen Fächern schloss der 1893 in Hagen a.T.W. geborene Friedrich Hutmacher die Schule ab. Von 1907 bis 1922 (abzüglich vier Jahren als Soldat im Ersten Weltkrieg) arbeitete er als Kunstmaler im Buch- und Kunst-Verlag Bischof & Klein. Dann wechselte er als Vorarbeiter der Anstreicher-Kolonne zur Firma Windmöller & Hölscher.

1946 reicht Friedrich Hutmacher Arbeiten zur Beurteilung beim Westfälischen Kunstverein in Münster ein. Der bescheinigt ihm „Fleiß und die unablässige Strebsamkeit“, sieht aber noch erhebliches Verbesserungspotenzial. In die Familienchronik schreibt Friedrich Hutmacher 1965: „Ich habe mich in meinem ganzen Leben bemüht, tolerant zu sein. zu spät musste ich erkennen, dass viele Menschen darin ihren Vorteil suchten.“

1885 in Spang in der Eifel geboren, erlernte Nikolaus Densborn nach der Schule den Beruf des Steinmetz bei seinem zehn Jahre älteren Bruder. Ab 1905 erlernte er das Handwerk des Kunstmalers in Ahrweiler. Früh an Knochenschwund erkrankt, wurde er zunächst vom Militärdienst freigestellt, 1915 aber doch eingezogen und in Ahrweiler als Sanitäter stationiert. Dort lernte er seine spätere Frau kennen. Sie heirateten 1920 und Nikolaus Densborn eröffnete in Glane-Sentrup einen Steinmetzbetrieb. Der Malerei blieb er trau, orientierte sich 1926 neu und fing beim Steinmetzbetrieb Fritz Rahe in Lengerich an. Um 1930 bemalte Nikolaus Densborn für die katholische Kirche Krippenfiguren. Im Jahr 2000 wurden diese restauriert und schmücken bis heute die Kirche St. Margareta in der Weihnachtszeit.

Schon als junger Mensch hegte der 1888 in Lengerich geborene Ludwig Mutert künstlerische Ambitionen. 1906 trat er in die Papierwarenfabrik und Prägeanstalt Bischof & Klein ein, die – bis in die 1930er Jahre – ein großes Betätigungsfeld im Bereich Wandsprüche und -kalender, Karten und so weiter bot. Nach der Umstrukturierung der Firma arbeitete Ludwig Mutert bis zum Renteneintritt in der Buchbinderei.

Zeitzeugen beschreiben ihn als von heiterem Naturell, „eine Seele von Mensch“. In seiner Freizeit widmete er sich der Malerei, vornehmlich Landschaftsmotiven. Auf Wunsch fertigte er auch Porträts. Wandmalereien hat er unter anderem in der Halle des Lengericher Hauptbahnhofs im Sitzungssaal des Alten Rathauses und als Kulissen für Betriebsfeste ausgeführt.

Friedhelm Hilge hat die Daten zum dritten Maler im Bund, Nikolaus Densborn, zusammengetragen. Die Tochter des Künstlers, Walburga Richter, wird bei der Eröffnung der Ausstellung anwesend sein und die Bilder ihres Vaters vorstellen.

Was sich die Gruppe des Heimatvereins wünscht für die Ausstellung, daraus macht sie keinen Hehl: Einen ähnlichen Erfolg wie bei der Bibelausstellung im vergangenen Jahr.

Gisela Schwabe lacht. „In jedem guten Lengericher Haushalt hängt ein Bild von Ludwig Mutert.“ Ansonsten ist eine Auswahl seiner Arbeiten im Heimathaus zu sehen.

Zum Thema

Ausstellung Lengericher Maler: Eröffnung am 25. Oktober um 17 Uhr mit einer kleinen Feierstunde. Öffnungszeiten bis 25. November: donnerstags von 17 bis 19 Uhr, samstags von 10 bis 12 Uhr. Alle Werke hängen im Erdgeschoss des Heimathauses.:

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