Taschendiebstähle
Jeder kann überall Opfer werden

Tecklenburger Land -

„Augen auf und Tasche zu!“ Bis zum kommenden Dienstag klärt die Polizei in Nordrhein-Westfalen unter diesem Motto landesweit über Taschendiebstähle auf – auch in unserer Region. Aus gutem Grund: Denn Taschendiebe haben laut Mitteilung allein vergangenes Jahr bei über 41 000 Fällen einen Schaden von zig Millionen Euro angerichtet.

Freitag, 09.11.2018, 06:20 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 09.11.2018, 06:16 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 09.11.2018, 06:20 Uhr

Sicher, Lengerich, Ladbergen, Lienen und Tecklenburg sind erwartungsgemäß kein vorrangiges Arbeitsfeld für solche Kriminellen. „Die Tatgelegenheiten sind in Städten natürlich größer“, sagt Reiner Schöttler, Sprecher der Kreispolizeibehörde. Dennoch werden auch in diesen vier Orten Taschendiebstähle angezeigt. Die Zahl der Fälle bewegt sich seit 2014 auf relativ konstantem Niveau – mit einem Ausreißer in Lengerich im Jahr 2016. Der ist auf Anhieb nicht zu erklären, meint jochen Laschke. Von der Tendenz her sehe es in diesem Jahr so aus, als ob sich die Fallzahlen auf dem Niveau des Vorjahres einpendeln würden, so der Kollege von Reiner Schöttler im Gespräch mit den WN.

Im Kreis Steinfurt sei die Entwicklung in den Jahren 2012 bis 2014 erfreulicherweise gegen den Landestrend verlaufen, berichtet die Kreispolizeibehörde. Nach einem Anstieg der Taschendiebstähle in den Jahren 2015 und 2016 seien die Fallzahlen seit dem Jahr 2017 wieder deutlich rückläufig. Die Polizei zieht dazu Halbjahresstatistiken heran. Danach wurden 128 Taten im Jahr 2012 angezeigt, ein Jahr später waren es 123, dann 111. 2015 wurden 144 Taschendiebstähle im Kreis Steinfurt gemeldet, 2016 waren es 180 und Im vergangenen Jahr gingen die Taten auf 129 zurück. Für 2018 weist die Halbjahresstatistik einen Rückgang auf 111 Fälle aus.

Gleichwohl unternimmt die Polizei im Kreis Steinfurt nach eigenen Angaben alle Anstrengungen, diesem Phänomen zu begegnen. Denn jeder Bürger könne ja nicht nur vor der eigenen Haustür, sondern überall im Land Opfer werden, betont Schöttler. Und in vielen Fällen hätten Taschendiebstähle weitreichende Folgen. Ziel der Täter sei es, an Bargeld, Geldbörsen und Brieftaschen mit EC- und Kreditkarten zu gelangen, um danach die Konten der Opfer zu plündern. Aber auch der Verlust amtlicher Ausweisdokumente und deren Wiederbeschaffung seien oft sehr aufwendig und verursachten bei den Opfern nicht unerhebliche Kosten und Mühen, betont die Polizei.

Beim Diebstahl einer Geldbörse mit Personalausweis, Führerschein, Fahrzeugschein, Kreditkarten, Karte für den ÖPNV oder sonstige Ausweisen können die Wiederbeschaffung der Dokumente schnell 200 Euro und mehr kosten. Bargeldverluste und der Zeitaufwand seien dabei nicht einmal eingerechnet.

„Jeder Taschendiebstahl wird konsequent verfolgt“, versichert die Polizei. Bei den Tätern handele es sich oftmals um professionell und arbeitsteilig agierende Diebe und Diebesbanden, die damit ihren Lebensunterhalt bestreiten.

Während der heute beginnenden Aktionswoche sind die Bezirksbeamten der Kreispolizeibehörde laut Mitteilung in den Städten und Gemeinden unterwegs und machen auf die Aktion aufmerksam. Sie geben Präventionshinweise und verteilen Info-Material in Fußgängerzonen, auf Marktplätzen und in der Umgebung von Kaufhäusern.

Neben diesen präventiven Aktionen seien auch repressive Maßnahmen geplant. Diese, überwiegend verdeckt durchgeführten, Maßnahmen konzentrierten sich auf die Bereiche, in denen Taschendiebe für gewöhnlich ihre Opfer suchen und zugreifen, berichtet die Polizei.

Vorrangiges Ziel der Aktionswoche sei aber die Sensibilisierung der Bürger für die Gefahren des Taschen- und Trickdiebstahls, denn jeder könne durch sein Verhalten einiges dafür tun, nicht Opfer eines Trickdiebes zu werden.

Zum Thema

Tipps zum Schutz gegen Taschendiebstahl und Hinweise für Opfer gibt es im Internet unter www.polizei.nrw.de oder unter www.polizei-beratung.de

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