Ökumenische Sternsingeraktion
Werner Recker zieht sich zurück

Lengerich -

Wenn es um die Sternsingeraktion in Lengerich ging, dann war in der Vergangenheit immer Werner Recker der richtige Ansprechpartner. Jetzt gibt der 77-Jährige diese Aufgabe ab – nach 26 Jahren.

Dienstag, 20.11.2018, 12:00 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 20.11.2018, 12:00 Uhr
Seit 26 Jahren organisiert Werner Recker die ökumenische Sternsingeraktion in Lengerich und ist zu deren Gesicht geworden. Jetzt zieht der 77-Jährige, aus gesundheitlichen Gründen, einen Schlussstrich.
Seit 26 Jahren organisiert Werner Recker die ökumenische Sternsingeraktion in Lengerich und ist zu deren Gesicht geworden. Jetzt zieht der 77-Jährige aus gesundheitlichen Gründen einen Schlussstrich. Foto: mba

Er ist das Gesicht der Sternsingeraktion in Lengerich: Werner Recker. Seit 26 Jahren organisiert er diese ökumenische Aktion. Jetzt ist Schluss. „Gesundheitliche Gründe“ führt der 77-Jährige für seinen Abschied ins Feld. Im Gespräch mit WN-Redakteur Michael Baar blickt er auf die 26 Jahre zurück.

Gab es vor 1993 schon Sternsinger in der Stadt?

Werner Recker: Ja, allerdings nur von der katholischen Kirchengemeinde.

Wie viele Sternsinger sind denn da von Haus zu Haus gezogen?

Werner Recker: Gar keiner. Damals war es so, dass sich die Leute im Pfarrbüro melden konnten, wenn sie Besuch von den Sternsingern wünschten. Die kamen dann und brachten den Segen Gottes zu den Menschen.

Also so etwas wie eine schnelle Eingreiftruppe?

Werner Recker: Es waren zwei oder drei Gruppen, die sich in Bereitschaft hielten und auf Wunsch dann losfuhren.

Wer hat den Anstoß gegeben, daraus eine gemeinsame Aktion der katholischen und evangelischen Kirchengemeinden zu machen?

Werner Recker: Das war Pfarrer Klaus-Martin Niesmann. Der war neu in Lengerich, schlug das bei einem ökumenischen Treffen vor – und erhielt breite Zustimmung.

Sie waren damals schon in der katholischen Kirchengemeinde aktiv?

Werner Recker: Ja. Pfarrer Niesmann fragte mich dann, ob ich die Stadt nicht in Bezirke einteilen könnte. Zusammen mit meinem Freund Heinz Roggenland habe ich dann überlegt, wie wir´s machen sollten.

Und wie macht man das, ist es kompliziert?

Werner Recker: (schmunzelt) Wir hatten die Idee, bei der Stadtverwaltung nach der Einteilung der Wahlbezirke zu fragen. Auf dieser Basis haben wir dann etwa 400 Menschen für unsere Sternsinger-Aktion in einem Bezirk zusammengefasst.

Das sind insgesamt fast 60. Gab es überhaupt genug Mädchen und Jungen, die als Sternsinger losgehen wollten?

Werner Recker: Mehr als genug. 297 waren es 1993. Wir mussten die Bezirke sogar teilen, damit alle losziehen konnten.

Das ist heute nicht mehr so?

Werner Recker: Leider nein. In diesem Jahr waren es 98 Mädchen und Jungen. In der Konsequenz mussten wir einige Bezirke streichen. Aber in den 26 Jahren sind es über 4000 Sternsinger gewesen.

Haben deren Eltern das immer vorbehaltlos unterstützt?

Werner Recker: Wir haben anfangs immer versucht, die Eltern zu motivieren, ihre Kinder zu begleiten. Das klappte nicht immer. Inzwischen organisieren die Eltern das selbst und es läuft seit Jahren hervorragend.

Waren Sie als Sternsinger unterwegs, vielleicht in der Kindheit?

Werner Recker: Nein. Ich habe immer die Kinder den Gruppen zugewiesen, die Bezirke zugeteilt und war während der Aktion dann als Anlaufstelle im Pfarrheim erreichbar.

Haben sich die Kirchengemeinden die Organisation nicht geteilt?

Werner Recker: Zunächst war das so. Aber in den vergangenen fünf, sechs Jahren habe ich das allein gemacht.

Was war besonders in den 26 Jahren?

Werner Recker: Zunächst mal war es 1993 eine Premiere für eine ökumenische Sternsingeraktion im Tecklenburger Land und darüber hinaus. Das lockte – nicht zum letzten Mal – auch das Fernsehen an.

Hat das Wetter mal einen Streich gespielt?

Werner Recker: Es war sicher nicht immer optimal. Aber viele erinnern sich vielleicht noch an die drei Mädchen, die vor vielen Jahren auf Pferden als Sternsinger unterwegs waren in der Bauerschaft Schollbruch.

Das hat keine Nachahmer gefunden?

Werner Recker: (schmunzelt) Nein. Aber 2013 ist erstmals eine Seniorengruppe als Sternsinger aufgebrochen, zufällig in Schollbruch. Da war auch das Fernsehen wieder dabei. Und vor zwei Jahren ist ein Team aus Süddeutschland gekommen, um die „Oldies“ für ein Seniorenprojekt zu porträtieren.

Was ist für Sie über die vielen Jahre das schönste Erlebnis gewesen?

Werner Recker: Da gibt es nicht nur eins. Am schönsten ist für mich, wenn die Mädchen und Jungen im Abschlussgottesdienst erzählen, was sie auf ihrem Weg als Sternsinger erlebt haben.

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