Junge Migranten auf dem Arbeitsmarkt
Zum Glück gehört ein Job

Lengerich -

Sie sind noch recht jung und noch nicht allzu lang in Deutschland: Susana Nouruzova, Badia Chafik, Amin Parsa und Izevbuwa Imianmian Ero leben in Lengerich. Momentan sind sie dabei, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

Mittwoch, 05.12.2018, 04:50 Uhr aktualisiert: 05.12.2018, 05:00 Uhr
Susana Nouruzova, Badia Chafik, Amin Parsa und Izevbuwa Imianmian Ero (von links) freuen sich, dass sie Jobs und Ausbildungsmöglichkeiten gefunden haben.
Susana Nouruzova, Badia Chafik, Amin Parsa und Izevbuwa Imianmian Ero (von links) freuen sich, dass sie Jobs und Ausbildungsmöglichkeiten gefunden haben. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Sie kommen aus vier verschiedenen Ländern und haben vier gänzlich unterschiedliche Lebensläufe. Doch momentan teilen Susana Nouruzova , Badia Chafik, Amin Parsa und Izevbuwa Imianmian Ero eine Erfahrung: Das Quartett beginnt, auf dem deutschen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen – mit all den Hürden und Problemen, die das für Menschen hat, die noch nicht lange in Deutschland sind und die Sprache weder perfekt sprechen noch verstehen.

Dieses Manko, so scheint es, wollen sie durch Eifer und Fleiß möglichst wett machen. Zu groß ist die Freude bei ihnen, dass ihnen mit Schule, Ausbildung und Job die Chance geboten wird, in der noch recht fremden Gesellschaft anzukommen. Bärbel Rehder, die bei der Stadt für die Betreuung von Flüchtlingen und Asylbewerbern zuständig ist, sagt, dass Arbeit ein zentraler Baustein der Integration sei. Deshalb freue sie sich, dass nach anfänglichen Schwierigkeiten inzwischen einiges in Bewegung gekommen ist.

Ihren Angaben zufolge gibt es momentan allein unter den Asylbewerbern aus Lengerich 14, die einen Arbeitsplatz haben, drei, die auf eine Arbeitserlaubnis warten, sechs, die eine Ausbildung machen, und fünf, die einer sogenannten Arbeitsgelegenheit (AGH) nachgehen. Dabei handelt es sich um durch öffentliches Geld finanzierte Maßnahmen. Eingerechnet sind in diese Statistik nicht jene Menschen, die als Asylbewerber oder Flüchtlinge anerkannt sind und somit nicht mehr in einem laufenden Verfahren stecken.

Susana Nouruzova und Badia Chafik fahren seit einigen Wochen Tag für Tag mit dem Zug nach Münster. Dort gehen sie zusammen in eine Klasse, in der sie zum einen den Hauptschulabschluss machen und zum anderen zu Altenpflegehelferinnen ausgebildet werden. Angesichts der Situation auf dem Arbeitsmarkt sicher ein Beruf mit Zukunft. Die beiden Frauen machen nicht nur deshalb einen mehr als zufriedenen Eindruck.

Badia Chafik ist Marokkanerin und mit einem Syrer verheiratet. Sie habe erst Angst wegen der Sprache gehabt, vor allem als sie ein erstes Praktikum in einer Senioreneinrichtung zu absolvieren hatte. Doch das habe sich als grundlos entpuppt. Ähnlich positiv sieht die Aserbaidschanerin Susana Nouruzova ihre Situation.

Dass er nun Konstruktionsmechaniker wird, hat Amin Parsa nicht zuletzt Sylvia Zamana zu verdanken. Die Lengericherin, ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit tätig, griff zum Telefon, um dem 30-jährigen Iraner einen Praktikumsplatz zu besorgen. Bei der Firma Kock im Lohesch war sie an der richtigen Adresse. Zwei Wochen schnupperte der Mann aus Teheran in den Betrieb hinein, dann waren sich beide Seiten einig und die Lehrstelle sicher. Für Bärbel Rehder ein absolutes Positivbeispiel für die Integration auf dem Arbeitsmarkt.

Während Amin Parsa als anerkanntem Asylbewerber nun die weitere berufliche Zukunft offen steht, muss Izevbuwa Imianmian Ero mit der Unsicherheit leben, nicht zu wissen, was die Zukunft bringt. Er stammt aus Nigeria, ist vor eineinhalb Jahren über Griechenland und Italien nach Deutschland gekommen. Bärbel Rehder sagt, dass ihm die Agentur für Arbeit auf Anfrage eine Reihe von Jobangeboten gemacht habe. Doch aus Lengerich sei nichts dabei gewesen, und Stellen in Lotte oder Westerkappeln habe er nicht antreten können, weil die für ihn nicht erreichbar waren. Aber es gab unter den Interessenten ja noch die Miet Mich Service Schade GmbH in Ladbergen. Der 35-Jährige fährt nun jeden Tag mit Bus und Fahrrad zu der Firma und wird dort vielseitig eingesetzt – von der Gartenarbeit übers Pflastern bis zum Werkeln mit Metall. Ob die Arbeit schwer sei? „Für mich nicht“, sagt der Nigerianer mit einem Lachen.

Er ist allein in Deutschland, einen Teil seines Geldes schickt er Monat für Monat zu Frau und Kindern nach Nigeria. Dass er hier ist und sie dort sind, beschäftigt ihn permanent. Umso wichtiger ist für Izevbuwa Imianmian Ero, dass er nun richtig anpacken kann, das ist für ihn momentan die Hauptsache.

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