Geplante Rodung: Pro Teuto fordert Prüfung
Erfüllt Dyckerhoff alle Bedingungen?

Lengerich -

Bekanntermaßen schaut Pro Teuto kritisch auf den Zementhersteller Dyckerhoff. Nun will die Bürgerinitiative wissen, ob die Voraussetzungen für die geplanten Rodungen am Steinbruch gegeben sind.

Mittwoch, 05.12.2018, 12:50 Uhr aktualisiert: 05.12.2018, 13:00 Uhr
Auch reichlich Bärlauch findet sich nach Pro-Teuto-Angaben in den Buchenwäldern, die dem Steinbruch weichen sollen.
Auch reichlich Bärlauch findet sich nach Pro-Teuto-Angaben in den Buchenwäldern, die dem Steinbruch weichen sollen. Foto: Pro Teuto

Werden von der Firma Dyckerhoff alle Auflagen und Bedingungen erfüllt, um wie angekündigt Waldflächen am Steinbruch roden zu dürfen? Diese Frage stellt Pro Teuto in einer Pressemitteilung. Die Bürgerinitiative fordert die verantwortlichen Behörden auf, dies nun zu überprüfen.

Wie berichtet, will der Zementhersteller das Areal nutzen, um den Steinbruch zu erweitern. Dabei handelt es sich nach Angaben von Pro Teuto um „hochschutzwürdige Buchenwaldflächen“. In der Genehmigung für Dyckerhoff vom 25. Februar 1999 sei festgelegt worden, dass diese nur unter bestimmten Bedingungen für das Unternehmen zur Verfügung stehen. „Von herausragender Bedeutung ist dabei das hydrogeologische Beweissicherungskonzept zum Schutz des Grundwassers und der Quellbereiche“, so die Verantwortlichen von Pro Teuto. Laut Genehmigungsbescheid seien „die im Rahmen des Beweissicherungsprogrammes ermittelten Messdaten und Untersuchungsergebnisse alle fünf Jahre durch einen unabhängigen Sachverständigen auszuwerten, darzustellen und dem Kreis Steinfurt (UWB) sowie (...) der Bezirksregierung Münster (vormals StUA) zuzusenden.“

Das kritisiert die Bürgerinitiative 

Die Bürgerinitiative beanstandet, dass diese Untersuchungsergebnisse wiederholt nicht fristgerecht vorgelegt worden seien. Im Ergebnis sei eine mangelhafte Überwachung und fehlende Transparenz bei der Beurteilung der aktuellen Situation des Grundwassers im gesamten Einflussbereich der Steinbrüche zu befürchten. Pro Teuto besteht darauf, „dass die Behörden zunächst die Einhaltung der Auflagen sicherstellen, bevor für die Natur irreversible Fakten und Schäden durch den Abbau geschaffen werden“. Und das „in transparenter Weise“. Da dem Wald eine wichtige Funktion beim Speichern des Grundwassers zukomme, sollte eine weitere Rodung äußerst sorgfältig abgewogen werden. Laut Firmenangaben handelt es sich um die letzte Abbaufläche im Steinbruch Lengerich. Am Höster Steinbruch hingegen, so Pro Teuto weiter, seien jedoch noch großflächige Rodungen im Rahmen derselben Genehmigung zu erwarten, die dann auch weite Bereiche des jetzigen Hermannsweges unwiederbringlich zerstören würden.

Darüber hinaus habe die CDU/FDP-Mehrheit im Regionalrat einen Antrag eingebracht, um der Zementindustrie ein „Hintertürchen zu öffnen“. Bezirks- und Landesregierung sollen demnach eine Stellungnahme der EU-Kommission einholen, ob für einen Teil der hiesigen FFH-Naturschutzflächen der Schutzstatus aufgehoben werden kann.

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