Jörg Madlener zeigt Lithographien
Beim Druck verändert sich das Bild

Lengerich -

Als Künstler ist Jörg Madlener international gefragt. Nach einem Vortrag am Nikolaustag in der Königlichen Academie für Wissenschaft, Kunst und Literatur in Brüssel zeigt er von Freitag bis Sonntag Lithographien in der Halle der Firma Altevogt, Hollenbergs Weg.

Donnerstag, 06.12.2018, 20:17 Uhr aktualisiert: 06.12.2018, 20:20 Uhr
Auf Stein gezeichnete Bilder werden beim Lithographie-Verfahren auf Papier gedruckt. Dabei verändern sich die Motive langsam. Eine Auswahl seiner Werke zeigt Jörg Madlener bis zum Sonntag in der Halle der Firma Altevogt, Hollenbergs Weg.
Auf Stein gezeichnete Bilder werden beim Lithographie-Verfahren auf Papier gedruckt. Dabei verändern sich die Motive langsam. Eine Auswahl seiner Werke zeigt Jörg Madlener bis zum Sonntag in der Halle der Firma Altevogt, Hollenbergs Weg. Foto: Jörg Madlener

Gestern noch in Brüssel, heute in Lengerich. Jörg Madlener ist ein Künstler, der viel in der Welt herumkommt. Mindestens so vielseitig ist auch sein Schaffen. In der belgischen Hauptstadt hat er an der Königlichen Academie für Wissenschaft, Kunst und Literatur einen Vortag zum Thema „ Gustav Mahler (un)portrait (im)possible“ gehalten. Von heute bis Sonntag zeigt er seine Lithographien in der Halle der Firma Altevogt, Hollenbergs Weg 12.

Besuchern rät Jörg Madlener, vorsichtshalber einen Pullover mitzubringen, weil die Halle unbeheizt ist. Jeweils von 10 bis 15 Uhr besteht Gelegenheit, die Kunstwerke zu betrachten und mit dem Künstler ins Gespräch zu kommen. Der will an den drei Tagen „eine gewisse kreative Schlampigkeit“ ausmerzen: „Ich habe meine Steine in meiner Litho-Werkstatt in Brüssel selbst gedruckt und habe oft die Nummerierung der Auflagen vergessen.“ Das will Jörg Madlener jetzt in Lengerich nachholen.

Auf die Lithographie aufmerksam geworden ist er nach eigenen Angaben bei Professor Jos Hendrickx am Nationaal Hoogher Instituut voor schone Kunsten in Antwerpen. „Wir haben bei ihm fast ausschließlich gezeichnet, aber im Klassenraum stand eine alte Litho-Presse und es lagen dort Steine“, blickt er zurück. Einen Stein, auf dem noch so etwas wie ein Lufthauch zu sehen war, benutzt Jörg Madlener zum Abschleifen und neu bespielen.

Die Auswirkungen von Luftfeuchtigkeit, Wärme und Fett-Wasser-Relation machen nach Ansicht des Künstlers die Lithographie attraktiv. Die Veränderungen wertet er als Fingerzeig für Alternativen oder Neues. In gewisser Weise sei das auch Improvisation.

Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Lithographie erfunden. Mit Fett angereichert nimmt ein Stein Druckerschwärze an und gibt diese ans Papier weiter – das erste Flachdruck-Verfahren. Diese Technik wurde weiterentwickelt, wobei Chemie eine entscheidende Rolle spielt, bevor mit einer Presse das Motiv vom Stein auf Papier übertragen wird – „und sich das Werk beim Drucken langsam verändert“, so Jörg Madlener.

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