Jagdhornbläserkorps Tecklenburger Land
Geübt wurde einst im Kuhstall

Lengerich/Tecklenburger land -

Ein altes Stück Papier, 13 Unterschriften und eine Datumsangabe. Für eine Gründungsurkunde reichlich wenig? Auch die ersten Übungsabende in einem Kuhstall in Settel deuteten nicht unbedingt darauf hin, dass aus dem heutigen Jagdhornbläserkorps Tecklenburger Land einmal eine Erfolgsgeschichte werden sollte. Doch nun, 60 Jahre später, kann sich die Bilanz durchaus sehen lassen.

Samstag, 08.12.2018, 12:19 Uhr aktualisiert: 09.12.2018, 15:06 Uhr
Deutlich gewachsen ist das Jagdhornbläserkorps seit den Anfängen 1958. Damals wagten 13 Mitglieder den Anfang.
Deutlich gewachsen ist das Jagdhornbläserkorps seit den Anfängen 1958. Damals wagten 13 Mitglieder den Anfang. Foto: Jagdhornbläserkorps Tecklenburger

1958 waren in der Region schon seit Langem keine Jagdhornklänge mehr zu hören gewesen. Für die Gründungsmitglieder Grund genug, das alte Brauchtum wieder aufleben zu lassen. Einer von ihnen, Horst Geißler, beherrschte das Instrument noch und ließ nicht locker, bis bei allen die Töne sauber standen. Ihm zur Seite stand Heinz Lagemann, der erste Vorsitzenden der Gruppe, die sich bald Jagdhornbläserkorps Tecklenburger Land nannte und zum offiziellen Bläserkorps der Kreisjägerschaft wurde.

Bereits bei den ersten Treibjagden bewährten sich die erworbenen Fähigkeiten. Es zeigte sich, dass mit Hilfe der Signale das Jagdgeschehen deutlich sicherer zu organisieren war, heißt es in einer Pressemitteilung. Ganz zu schweigen vom sogenannten Verblasen der Strecke, womit man dem erlegten Wild die letzte Ehre erwies.

Da das Bläserkorps in den 1960er Jahren durch mehrere Bläser aus Laggenbeck verstärkt wurde, lag es nahe, auch bei Landeswettbewerben der Jägerschaften sein Können unter Beweis zu stellen. Dazu waren reichlich Übungsstunden angesagt; diese Mühen wurden bereits beim ersten Wettbewerb 1964 in Paderborn mit der begehrten Hornfesselspange und einem zehnten Platz belohnt.

Bei den folgenden insgesamt fast 30 Landeswettbewerben in NRW und Niedersachsen behauptete sich das Bläserkorps trotz steigender Anforderungen meist gut im Mittelfeld, errang 1982 in Dortmund erstmals die Hornfesselspange in Gold in der Gruppe G, der Königsklasse. Voraussetzung war da allerdings die Besetzung weiterer Stimmen mit Parforcehörnern und das intensive Training mit einem Profi, dem neuen musikalischen Leiter Richard Francois.

2009 übernahm Christof Sellmeyer die musikalische Leitung des Bläserkorps und führte es von da an zu den Landeswettbewerben. Sein Bemühen galt auch der Ausbildung des an Jagdmusik interessierten Nachwuchses. Zudem baute er die Parforcehorngruppe neu auf, sodass künftig wieder ein Start in der Königsklasse möglich sein wird. Und nicht zuletzt wurden öffentliche Auftritte verstärkt wahrgenommen, um den Zusammenhalt des Bläserkorps zu fördern.

Den Vorsitz übernahm 2018 Markus Oppermann von Wilhelm Lüpping. Einher ging damit das erfolgreiche Bemühen um junge Mitglieder. Die Zukunft des Bläserkorps scheint somit gesichert.

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