Moritz Fähse gewinnt ZDH-Leistungswettbewerb
Der Beste seines Fachs

Lengerich -

In Hamburg hat Moritz Fähse Informatik studiert. Nach einigen Semestern warf er die Brocken hin und folgte seiner Berufung: Fotograf. Jetzt ist der Lengericher vom Zentralverband des Deutschen Handwerks als Bundessieger im Leistungswettbewerb geehrt worden.

Mittwoch, 12.12.2018, 06:17 Uhr aktualisiert: 12.12.2018, 17:00 Uhr
Moritz Fähse ist als Bundessieger im Leistungswettbewerb des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks ausgezeichnet worden. Der Lengericher (Mitte) ist Fotograf.
Moritz Fähse ist als Bundessieger im Leistungswettbewerb des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks ausgezeichnet worden. Der Lengericher (Mitte) ist Fotograf.

Fotograf Moritz Fähse wurde als Bundessieger des Leistungswettbewerbs des Deutschen Handwerks in Berlin ausgezeichnet. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks ( ZDH) ermittelt jedes Jahr in über 100 Berufen die Besten Absolventen der Gesellenprüfung. Den Wettbewerb gibt es bereits seit 1951. Er steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten.

Die Veranstaltung stand in diesem Jahr unter dem Motto: „Handwerk – die nächste Generation! Wir zeigen, was kommt.“ Ehrengast Elke Büdenbender, die Frau des Bundespräsidenten, dankte in ihrem Grußwort allen Teilnehmern. Anschließend überreichte der Präsident des ZDH, Hans Peter Wollseifer, die Auszeichnungen.

Am 27. Juni 2007 beginnt ein Artikel der WN-Lokalredaktion über den Sommerleseclub der Stadtbücherei so: „Das nächste Buch wird was Technisches sein, wahrscheinlich zum Thema Digital-Fotografie. Doch Moritz Fähse freut sich jetzt erst Mal auf den Urlaub. „Wenn er kommt, dann laufen wir“, das Buch hat er gestern in der Stadtbücherei zurückgegeben.“ (Zitat Ende).

Daran ob er dieses Buch später tatsächlich ausgeliehen hat, kann sich Moritz Fähse nicht erinnern. Dass aus ihm ein hervorragender Fotograf geworden ist, hat er jetzt schriftlich – die Ehrenurkunde des Deutschen Handwerks.

Sein Weg dahin kann nicht unbedingt als gradlinig bezeichnet werden, aber als konsequent. Doch zurück in die Schulzeit: Moritz Fähse machte 2011 am Hannah-Arndt-Gymnasium sein Abitur, nachdem er 2008 ein Auslands-Schuljahr in Kalifornien verbracht hatte. „Dort hatte ich die Möglichkeit, mit zwei erfolgreichen Hochzeitsfotografen zu arbeiten, das hat mich geprägt.“ sagt er heute.

So ist es nicht erstaunlich, dass er nach einigen Semestern Informatik in Hamburg dieses Studium abbrach und seiner Berufung, Fotograf zu werden, folgte. Richtiger Fotograf, mit dreijähriger Ausbildung. „Heute kann jeder, der eine Gewerbeanmeldung ausfüllen und eine Kamera gerade halten kann, sich Fotograf nennen“, erklärt Moritz Fähse die Unterschiede.

Seine Ausbildung machte er in einer renommierten Fotoagentur in Bayern, die sich auf exklusive Werbefotografie spezialisiert hat. „Dort in Kaufbeuren bei Olaf Köster habe ich gelernt, wie man gute Fotos macht. Nicht zufällig, sondern geplant, mit Vorarbeiten, Recherchen und der späteren Bearbeitung des Fotos.“

Während bei einem Edelsteinschleifer das Gesellenstück ein Schmuckstein ist und bei einem Bäcker vielleicht ein besonderes Brot, muss der Fotograf als Abschlussarbeit drei Foto-Serien vorstellen.

Sieht man nur das Foto der Uhr, kann man nicht einmal erahnen, wie viel Arbeit hinter dessen Vollendung steckt. Moritz Fähse beschreibt den Prozess: „Am Anfang steht die Frage, was will ich erreichen, welche Emotionen ansprechen? Dann wähle ich das Motiv und die Mittel. Hier zum Beispiel habe ich den Anzug so gewählt, dass er Farbelemente der Uhr wiederholt. Die Umsetzung solcher Nahaufnahmen gestaltet sich schwierig. Licht, Schatten und zum Beispiel Spiegelungen des Glases machten eine Gesamtaufnahme des Objektes unmöglich. Die Uhr wurde extra fotografiert und dann eingefügt. In der Nachbearbeitung musste ich dann jedes Staubkorn Pixel für Pixel bearbeiten.“

Jetzt ist Moritz Fähse mit seinem eigenen Studio zurück im Tecklenburger Land. Schon während der Zeit in Bayern hat er sich als Hochzeitsfotograf einen Namen gemacht und hofft nun, hier erfolgreich durchstarten zu können. „Ich sehe mich hier im Raum Münster – Osnabrück – Bielefeld verortet,“ sagt er und will Geschichten erzählen mit seiner Kamera.

„Ich möchte nicht Hochzeitsgesellschaften ordentlich drapiert und in starren Posen ablichten.“ Er ist schon zwölf Stunden vor der Hochzeit vor Ort. 40 bis 50 Stunden Arbeit mit 500 bis 700 Fotos stecken in einer Hochzeitsgeschichte. „Entscheidend für mich ist zu erfahren, was dem Brautpaar wichtig ist. Dafür ist es notwendig, Kontakt und Vertrauen aufzubauen.“

Auf seiner Homepage stellt Moritz Fähse die Frage: „Dienstleister oder Künstler?“ – Definitiv beides.

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