Böller stören Silvesterkonzert
Ärger ist noch nicht verraucht

Lengerich -

Wer am Silvesterabend in der evangelischen Stadtkirche dem „Orgelfinale XVIII“ mit Kantor Christoph Henzelmann beiwohnte, durfte sich eines furiosen Jahresabschlusses sicher sein. Aber auch einem, der wie erst jetzt bekannt wurde, durch das mehrfache Zünden von Silvesterböllern am Gotteshaus „zeitweilig massiv gestört wurde“.

Samstag, 12.01.2019, 06:21 Uhr aktualisiert: 12.01.2019, 06:30 Uhr
Durch das Zünden von Feuerwerkskörpern in unmittelbarer Nähe wurde am Silvesterabend das Konzert in der Stadtkirche massiv gestört.
Durch das Zünden von Feuerwerkskörpern in unmittelbarer Nähe wurde am Silvesterabend das Konzert in der Stadtkirche massiv gestört. Foto: dpa

Sowohl der Veranstalter als auch mehrere Besucher, berichtet Fachdienstleiter Martin Pogrifke , hätten sich in den zurückliegenden Tagen über Böller und Raketen in der Stadtverwaltung beschwert. Und die reagierte nicht nur mit der Pressemitteilung am Donnerstagnachmittag, in der sie darauf hinwies, dass „das Abbrennen von Silvesterfeuerwerk laut Sprengverordnung in unmittelbarer Nähe von Kirchen verboten und folglich zu unterlassen ist“.

Zudem werde die Stadt, so Martin Pogrifke auf Nachfrage der WN , weitere Konsequenzen ziehen und am Silvesterabend 2019 „vermutlich Personal abstellen und Präsenz zeigen“. Ob städtische Mitarbeiter oder eine Firma mit der Aufgabe betreut würden, um die Umgebung zu kontrollieren, müsse noch entschieden werden.

Zwei Gründe führen Ordnungsamtsleiter Pogrifke und auch Kantor Henzelmann ins Feld. Zum einen ist es der Schutz des gotischen Gebäudes, das durch eine fehlgeleitete Rakete leicht in Brand geraten könnte . Zum anderen sei es der fehlende Respekt vor Gottesdiensten und Konzerten, die in den letzten Tagen des Jahres 2018 durch die phasenweise Knallerei massiv gestört worden seien.

Wie Christoph Henzelmann schildert, habe es in den zurückliegenden Jahren immer mal wieder einzelne Böller gegeben. So schlimm wie am Silvesterabend des vergangenen Jahres sei es indes noch nie gewesen. Zumal die auf ihr Fehlverhalten angesprochenen Personen keine Einsicht gezeigt hätten. „Das macht einem die Arbeit, auf die man sich wochenlang intensiv vorbereitet hat, sehr schwer, wenn man dauernd durch Böller aus der Konzentration gebracht wird“, betont er im WN-Gespräch.

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