Grundschule Stadtfeldmark
Kinder programmieren Roboter

Lengerich -

Die ersten Computerprogramme sind geschrieben und in die Tat umgesetzt worden. Die Medien-AG der Klasse 4b der Grundschule Stadtfeldmark ist mit Feuereifer bei der Sache. Und was Algorithmen sind, wissen die Mädchen und Jungen längst.

Donnerstag, 24.01.2019, 12:50 Uhr aktualisiert: 24.01.2019, 13:00 Uhr
Sichtlich Spaß haben die Mädchen und Jungen, wenn sie ihre kleinen Roboter in Bewegung bringen können.
Sichtlich Spaß haben die Mädchen und Jungen, wenn sie ihre kleinen Roboter in Bewegung bringen können. Foto: Michael Baar

Der hühnereigroße Roboter steht auf einem schwarzen Punkt und blinkt aufgeregt. „Der kalibriert sich“, ruft ein Viertklässler in den Raum. Wenige Augenblicke später nimmt ein Schüler den Roboter vom schwarzen Punkt, setzt ihn auf eine schwarze Linie. An der orientiert sich das Gerät, fährt mal schnell, mal langsam den Kurs ab. Parallel dazu erzählt eine Schülerin eine Geschichte, die Bezug auf den Hintergrund der Fahrstrecke nimmt.

Ein Bach und ein Fluss, ein Vulkan, Matsch – der Robi überwindet diese Hindernisse mal schnell (simuliert den Anlauf zum Sprung über den Bach), mal langsam (beim Waten durch den Matsch). „Das haben die Schüler alles selbst gemacht“, sagt Silvia Kenkel . Was die Lehrerin damit meint, ist nicht weniger als das Programmieren des Robots, die Konfiguration der Strecke. Das Bemalen des Hintergrundes erscheint da fast schon als „old school“, weil es klassische Handarbeit ist.

Die Kinder sind mit Feuereifer bei der Sache. „Programmieren macht Spaß“, stellt ein Junge fest und ergänzt: „Zugucken auch.“ Zurzeit fahre der Robot noch so ähnlich wie ein ferngesteuertes Auto, beschreibt Silvia Kenkel den Ist-Zustand. Der wird nicht mehr lange Bestand haben. Mittels Programm auf einem iPad übertragen die Mädchen und Jungen eigene Vorstellungen auf den Winzling. Das der, je nach Geschichte, entsprechend kostümiert wird, erhöht nur den Spaß an der Technik.

Und das Wort Algorithmus geht den Viertklässlern wie selbstverständlich über die Lippen. Schließlich brauchen sie diese, um dem Roboter vorzuschreiben, was er wann zu tun und zu lassen hat. Anders ausgedrückt: Es ist eine aus Einzelschritten bestehende Vorschrift zur Lösung eines Problems. Oder, wie es ein Schüler ausdrückt: „Das ist wie ein Rezept. Bei Lasagne stellt man ja auch nicht erst die Auflaufform in den Ofen und füllt dann die Zutaten ein.“

Dann hat der heimliche „Star“ seinen Auftritt: Dash. Der scheint aus vier Kugeln – drei nebeneinander, eine darüber – zusammengesetzt und hat es faustdick hinter den (nicht vorhandenen) Ohren. Er reagiert auf gesprochene Worte, begrüßt bei entsprechender Programmierung sein Gegenüber, hebt den Kopf, blinkt und leuchtet. Dass es kleine Aussetzer gibt, liegt nicht am Programm. Das Wlan-Netz in der Schule muss von der Stadt noch geknüpft werden. „Der DSL-Anschluss liegt schon im Keller“, hofft Rektorin Gudrun Heemann auf eine baldige Umsetzung.

Die Medien-AG, in der sich Schüler der 4b mit den Maschinen befassen, wird sich zum zweiten Halbjahr auflösen beziehungsweise in der Parallelklasse installiert. Für die 4b stehen dann bauen und programmieren auf dem Stundenplan einer Arbeitsgemeinschaft. 13 Kisten mit Lego Wedo wurden dank Unterstützung des Fördervereins angeschafft. „Das zielt dann mehr in den Bereich Physik, wenn Kräne gebaut werden“, nennt Silvia Kenkel ein Beispiel für das, was kommen soll.

Langfristig, darüber herrscht Einigkeit im Kollegium der Schule, soll aus der Arbeitsgruppe eine Unterrichtsstunde Medien werden – dann für alle Schüler. Cordula Kofoet, Vorsitzende des Fördervereins, bringt das Engagement auf einen griffigen Nenner: „Aus einem trockenen Lehrplan wird lebendiger Unterricht, und die Schüler erhalten wichtige Dinge vermittelt.“ Dazu zählt sie auch, aus eigenen Fehlern zu lernen.

Eine ganz konkrete Folge des Roboter-Einsatzes in der Schule hat Gudrun Heemann bei den vor kurzem stattfindenden Tagen der offenen Tür an den weiterführenden Schulen beobachtet: „Einige Schüler haben ganz gezielt darauf geachtet, wer mit neuen Medien arbeitet.“ Was bei dem einen oder der anderen dazu geführt habe, dass die vorher präferierte Schule in der Rangliste abgerutscht ist.

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