Müllsünder entsorgt Asbestplatten im Wald
Dreister Fall fliegt auf

Lengerich -

Am Saerbecker Damm ist am Mittwochnachmittag ein Müllsünder in flagranti erwischt worden, als er Wellplatten mit Asbest in einem Waldstück entsorgen wollte. Mitarbeiter des Bauhofes waren auf ihn aufmerksam geworden.

Freitag, 01.02.2019, 06:41 Uhr aktualisiert: 01.02.2019, 06:50 Uhr

Dass Müll im Umfeld von Altglas- und Altkleider-Containern wie am Feuerwehr-Parkplatz oder am Stadion illegal entsorgt wird, ist leider keine Seltenheit. „Regelmäßig“, bestätigt Martin Pogrifke aus dem städtischen Fachdienst Sicherheit und Ordnung, würden derartige Vergehen bei ihm in der Verwaltung gemeldet. Allein: Dass Müllsünder tatsächlich auch ermittelt werden – diese Quote liegt nach Angaben des Fachdienstleiters bei „unter zehn Prozent“.

Anders am Mittwochnachmittag: Da war ein Treckerfahrer gerade dabei, von seinem Anhänger mit Asbest versehene Wellplatten in einem am Saerbecker Damm in der Nähe des Boxerklubs gelegenen Waldstück vermeintlich unbemerkt zu entsorgen, als Mitarbeiter des Bauhofes zufällig auf ihn aufmerksam wurden. Die informierten umgehend die Kollegen aus dem Ordnungsamt und stoppten den Mann. Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes eilten herbei, stellten die Personalien des Mannes fest, sprachen eine mündliche Verwarnung aus und ordneten an, dass der Müllsünder seine anderthalb bis zwei Kubikmeter Unrat umgehend wieder aufzusammeln habe.

Was dieses Vergehen für Konsequenzen nach sich zieht? „Zunächst einmal muss er uns die Quittung eines Entsorgers vorlegen, dass der Müll auch wirklich fachgerecht entsorgt wurde“, erklärt Martin Pogrike . Wie eine Nachfrage bestätigt, wäre das sogar vor Ort bei Lewedag möglich. Des Weiteren sei ein Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen den Mann eingeleitet worden, in dessen Rahmen es zu einer Anhörung komme. Was ihm schlussendlich blüht? „Das kann von einer mündlichen Verwarnung über ein Verwarngeld bis zu einem Bußgeld reichen“, macht der Verwaltungsmann deutlich, wie groß die Spanne ist und dass die exakte Antwort auf die Frage maßgeblich von der „Schwere des Vergehens“ abhängt.

Dass Müllsünder wie am Mittwoch auf frischer Tat ertappt oder im Nachgang ermittelt werden, geschehe allerdings „sehr, sehr selten“. „Wir sind da in der Regel auf Zeugen angewiesen, die nicht wegschauen, sondern sich bei uns melden, das Kennzeichen notiert oder sogar Fotos gemacht haben“, erklärt Pogrike. In den meisten Fällen allerdings stünde die Behörde hilflos da, weil der Unrat häufig in den Abend- und Nachtstunden angehäuft würde.

Anders war das im Mai 2017. Damals hatte die Stadtverwaltung mehrere Personen ermittelt, die in den vorausgegangenen Wochen an den Altglas- und Altkleidercontainern in Nachbarschaft zum Feuerwehrhaus unter anderem Pfannen, Pappkartons und so einiges mehr entsorgt hatten. Auch sie mussten den Müll selbst beiseite schaffen und hatten in der Folge ein Bußgeld zu zahlen.

Derartige Vergehen wie am Mittwoch, sagt der Fachdienstleiter, seien selten. Der letzte Fall in ähnlicher Größenordnung, an den er sich erinnern könne, stamme aus dem Spätsommer vergangenen Jahres. Damals habe in der Nähe des Galgen eine „halbe Wohnungsentrümplung“ stattgefunden. Unter anderem war in dessen Rahmen ein Kühlschrank entsorgt worden, was angesichts der Umweltgefährdung Polizei und die Umweltbehörde des Kreises auf den Plan riefen.

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