Grundstücke für Einfamilienhäuser sind Mangelware
Bauwillige suchen vergeblich

Lengerich -

Der Traum vom Einfamilienhaus dürfte für manchen Bauwilligen in Lengerich momentan ein Traum bleiben. Es fehlt an Bauplätzen in der Stadt. Interessenten müssen sich also in Geduld üben.

Samstag, 23.02.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 23.02.2019, 06:02 Uhr
Im „Quartier L“ an der Bergstraße wird noch gebaut. Grundstücke gibt es dort aber keine mehr.
Im „Quartier L“ an der Bergstraße wird noch gebaut. Grundstücke gibt es dort aber keine mehr. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Wer in Lengerich seinen Traum vom eigenen Neubau-Haus verwirklichen möchte, hat derzeit schlechte Karten. Das Baugebiet zwischen Bergstraße und LWL-Klinik („Quartier L“) ist voll. „Kommende Woche wird der letzte Kaufvertrag unterschrieben“, sagt Klaus-Dieter Tepe , Immobilienfachmann von der Stadtsparkasse Lengerich. Andere Baugebiete existieren aktuell nicht. Und auch ansonsten scheint der Grundstücks-Markt ziemlich leer gefegt zu sein.

Nach Angaben von Tepe kann die Stadtsparkasse Interessenten, die in der Stadt ein Einfamilienhaus bauen wollen, momentan kein einziges Angebot machen. Genauso sei es bei der VR-Bank Kreis Steinfurt, so Niklas Kockmann, der Lengerich betreut. Die beiden Fachmänner sind sich in der Einschätzung einig, dass pro Jahr ein Bedarf an etwa 20 bis 25 Grundstücken besteht. Und beide betonen, sie hoffen, dass sich bald etwas tut. Bereits jetzt gebe es aufgrund des fehlenden Angebots Fälle, in denen Kunden auf andere Kommunen ausgewichen seien.

Tepe blickt auf eine über 20-jährige Erfahrung zurück, wenn es um den Lengericher Immobilienmarkt geht. Zu Beginn, könne er sich erinnern, habe es bereits einmal eine Phase gegeben, während der Bauplätze ein rares Gut gewesen seien. Danach aber sei eigentlich immer etwas zu machen gewesen. Kockmann ergänzt, dass es durchaus auch in anderen Städten und Gemeinden in der Region einen Mangel gebe an Grundstücken und auch Häusern – in diesem Segment ist die Nachfrage in Lengerich ebenfalls größer als das Angebot.

Dass der Ist-Zustand nicht der Ideal-Zustand ist, räumt Frank Lammert ein. Der Beigeordnete der Stadt stellt jedoch auch klar, dass es eine Erschließung im Umfang wie in früheren Jahrzehnten nicht mehr geben soll, sondern eher an eine „moderate“ Entwicklung von Neubaugebieten gedacht sei. Zudem verweist er auf das Prinzip „Innen vor Außen“. Das heißt zum Beispiel, dass nachverdichtet und ältere Häuser nach Möglichkeit an eine jüngere Klientel übergeben werden soll. Eine Aussage dazu findet sich auch im Stadtentwicklungskonzept: „Neue Wohnbauflächen sollen (...) vor allem durch die Nutzung von Potenzialen der Innenentwicklung realisiert werden. Die Ausweisung von Neubaugebieten soll nicht ausgeschlossen werden, ist jedoch nur zweitrangig und in Form von Arrondierungen (Abrundungen, Anm. d. Red.) des Siedlungsbandes weiter zu verfolgen.“

Angesichts der Ambitionen, weiteres Bevölkerungswachstum in Lengerich zu schaffen – Bürgermeister Wilhelm Möhrke hatte gegenüber den WN einmal das Ziel von 25 000 formuliert – werde man aber nicht umhin kommen, Flächen auch für den Bau von Einfamilienhäusern zur Verfügung zu stellen, so Lammert. Und er verbindet diese Aussage mit konkreten Ankündigungen: Demnach wird versucht, noch in diesem Jahr für drei Areale in der Stadt, die sich in privater Hand befinden, Bau- und Planungsrecht für Baugebiete zu schaffen: an der Iburger Straße in Hohne (die Hälfte der Flächen dort wird allerdings für gewerbliche Nutzungen zur Verfügung stehen), zwischen Ackerstraße und TWE-Bahnlinie im Westen der Stadt und zwischen der Wüstenei und der Eichendorffstraße. Die letztgenannte ist die größte Fläche. Lammert glaubt, dass sie für rund 30 Grundstücke reichen könnte.

Legt man die Schätzungen der beiden Immobilienexperten zugrunde, würde das immerhin reichen, die Nachfrage von über einem Jahr zu befriedigen.

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