Gesamtschule: Lösung des Bewerber-Problems
Alle werden genommen

Lengerich/Tecklenburg -

An der Gesamtschule Lengerich/Tecklenburg wird es ab dem Sommer für den fünften Jahrgang eine sogenannte Mehrklasse geben. Damit können doch noch alle Bewerber aufgenommen werden. Die Lösung haben die Verantwortlichen innerhalb weniger Tage erarbeitet.

Mittwoch, 27.02.2019, 05:27 Uhr aktualisiert: 27.02.2019, 05:30 Uhr
Hoch zufrieden mit der gefundenen Lösung sind (von links) Tecklenburgs Bürgermeister Stefan Streit, der stellvertretende Schulleiter Thorsten Reichel, Schulleiter Dr. Werner Peters, Lengerichs Bürgermeister wilhelm Möhrke und Fachdienstleiter Jörg Hesselmann.
Hoch zufrieden mit der gefundenen Lösung sind (von links) Tecklenburgs Bürgermeister Stefan Streit, der stellvertretende Schulleiter Thorsten Reichel, Schulleiter Dr. Werner Peters, Lengerichs Bürgermeister wilhelm Möhrke und Fachdienstleiter Jörg Hesselmann. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Diese Nachricht dürfte bei einigen Eltern und Kindern Jubel ausgelöst haben: Alle an der Gesamtschule Lengerich/Tecklenburg angemeldeten Schüler werden angenommen und können im Sommer in den fünften Klassen starten. Möglich macht das eine Entscheidung der Bezirksregierung als Aufsichtsbehörde. Die hat am Montag mitgeteilt, dass sie einem Eilantrag zustimmt, der es erlaubt, eine zusätzliche Klasse zu bilden.

Das verkündeten am Dienstag die Bürgermeister Wilhelm Möhrke (Lengerich) und Stefan Streit (Tecklenburg), Schulleiter Dr. Werner Peters , dessen Stellvertreter Thorsten Reichel und Jörg Hesselmann, Schul-Fachdienstleiter in Lengerich. Am Abend wurde auch der Stadtrat unterrichtet. Die betroffenen Eltern, so Peters, seien sofort über das positive Signal aus Münster in Kenntnis gesetzt worden.

Er und Reichel sprachen davon, dass die Entscheidung „große Erleichterung“, hervorgerufen habe. Und sie betonten, um das Ausmaß der Probleme zu verdeutlichen, dass vereinzelt Eltern bereits eine Klage erwogen hätten, nachdem ihre Kinder an der Gesamtschule nach einem Losverfahren abgelehnt worden waren. Da es auch an anderen Gesamtschulen mehr Anmeldungen als Plätze gegeben hat (Ibbenbüren, Saerbeck, Greven), wäre auf die Betroffenen nicht zuletzt ein langer Schulweg etwa nach Westerkappeln/Lotte oder Hörstel zugekommen. In der Sachdarstellung für den Rat ist in diesem Zusammenhang von „zeitlich nicht als zumutbar zu erachtenden Wegstrecken“ die Rede.

Nach Abschluss des Anmeldeverfahrens Mitte des Monats lagen 183 Anmeldungen vor, 19 über dem absoluten Maximum (WN berichteten). Schulleiter Peters sagte am Dienstag, dass in den vergangenen Tagen noch einige Nachzügler hinzugekommen seien, sodass sich die Zahl der Kinder, die leer ausgegangen wären, auf 27 erhöht habe. Mit weiteren Anmeldungen sei zudem noch zu rechnen. 18 waren nötig, um überhaupt in Richtung einer zusätzlichen Klasse tätig werden zu können.

Das war der Hintergrund, als in den vergangenen Tagen mit Hochdruck nach einem Ausweg aus der verfahrenen Situation gesucht wurde. An sich ist festgelegt, dass die Gesamtschule in Lengerich vier- und in Tecklenburg zweizügig ist. Die jetzige Entscheidung ändert daran grundsätzlich nichts. Sie beinhaltet allein die Erlaubnis eine sogenannte Mehrklasse für den fünften Jahrgang im kommenden Sommer zu bilden. Sollte 2020 nach dem Anmeldeverfahren erneut eine ähnliche Situation entstehen wie in diesem Jahr, müsste somit wieder neu nachgedacht werden.

Was nun die personelle und räumliche Situation in Lengerich angeht, betonen die Verantwortlichen, dass beides zu bewerkstelligen sei. Da die Gesamtschule derzeit Jahrgang um Jahrgang wächst, würden ohnehin 15 Stellen neu ausgeschrieben, erläutert Peters. Das werde sich jetzt um 1,5 Stellen erhöhen. Zur Platz-Situation heißt es in der Sachdarstellung: „Die Unterbringung wird dadurch möglich, dass vorgesehene Nutzungen einzelner Räume (...) mit Mehrfachnutzungen belegt werden könnten, sodass unmittelbare Investitionen nicht erfolgen müssen.“

Gespräche soll es nun noch darüber geben, welche Kinder an welchem Standort – Lengerich oder Tecklenburg – unterrichtet werden. Nach aktuellem Stand wären es in Tecklenburg zu viele. Die beiden Schulleiter kündigen an, dass bei dieser Frage die Entfernung zwischen Wohn- und Schulort ein wichtige Rolle spielen werde.

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