Pflegeaktion in altem Steinbruch
Mehr Licht für seltene Pflanzen

Lengerich -

Der Helfertrupp war auf einem Areal aktiv, das ein Stück Lengericher Industriegeschichte verkörpert: Im ehemaligen Windmöller-Steinbruch wurden auf Initiative von ANTL und Ig Teuto Bäume und Sträucher entfernt, um seltenen Pflanzen wieder mehr Licht zu verschaffen.

Mittwoch, 06.03.2019, 17:23 Uhr aktualisiert: 07.03.2019, 16:56 Uhr
Eine Truppe von 30 Helfern traf sich auf Einladung der Ig Teuto zu einem Pflegeeinsatz im alten Windmöller-Steinbruch in Hohne.
Eine Truppe von 30 Helfern traf sich auf Einladung der Ig Teuto zu einem Pflegeeinsatz im alten Windmöller-Steinbruch in Hohne. Foto: Ig Teuto

Der aufmerksame Spaziergänger, der auf dem Dyckerhoff-Rundwanderweg unterwegs ist, stößt oberhalb der Bachstraße auf ein Stück Lengericher Industriegeschichte. Die alten Halden, Abbruchkanten und Sohlen des Windmöller-Steinbruchs sind noch gut in der Landschaft zu erkennen.. Bereits ab 1888 ließen die Unternehmer Windmöller und Gempt dort Kalkstein abbauen. Das dazugehörige Werk befand sich südlich des Steinbruchs unmittelbar an der Lienener Straße, dort wo heute die Wohnhäuser der Bachstraße stehen. Bereits 1929 kam der Abbau zum Erliegen, das Kalkwerk wurde abgerissen.

Seit nunmehr 90 Jahren hat die Natur im Steinbruch wieder die Oberhand. Eine Wiese am westlichen Rand wird seit vielen Jahren von den Bentheimer Landschafen der ANTL (Arbeitsgemeinschaft Naturschutz Tecklenburger Land) beweidet. Auf den Abraumhalden hat sich ein geschlossener Wald gebildet. Auf der tiefsten Sohle befindet sich ein Seggensumpf, der sich besonders im Frühjahr zu einem wassergefüllten Teich mit Tieren und Pflanzen entwickelt. Die östlich angrenzenden sonnenexponierten Bermen und Böschungen beheimaten Arten der Kalkmagerrasen. Einzelne Wacholderbüsche und Wiesenorchideen zeugen noch von der offenen Struktur vergangener Jahrzehnte. Doch die aufwachsenden Bäume und Sträucher beschatten das Gelände zunehmend.

Um den Licht liebenden, seltenen Arten wieder bessere Wuchsbedingungen zu schaffen, hatten jüngst die Interessengemeinschaft Teutoburger Wald (Ig Teuto) und die ANTL gemeinsam zu einem Pflegeeinsatz aufgerufen. Es hat sich inzwischen zu einer Tradition entwickelt, dass man jeden Winter ein Biotop im Teutoburger Wald zwischen Brochterbeck und Lienen gemeinsam pflegt, heißt es in einer Pressemitteilung.

Rund 30 Helfer trafen sich im alten Windmöller-Steinbruch. Unterstützt wurde das Helferteam von Azubis der Firma Dyckerhoff und Mitarbeitern von Calcis Lienen. Professor Dr. Norbert Hölzel, Vorsitzender der Ig Teuto, und Karl-Heinz Löckener vom ANTL-Pflegetrupp gaben den Helfern die notwendigen Anweisungen, bevor es an die Arbeit ging.

Mit Motorsägen und Astscheren wurde den Bäumen und Sträuchern zu Leibe gerückt, das geschnittene Holz an Ort und Stelle gehäckselt und verladen. Fazit der Organisatoren: „Der Einsatz hat sich gelohnt. Denn da, wo vorher noch dichtes Buschwerk vorherrschte, ist nun wieder eine Wiese erkennbar. Ein seltener Standort für die sonnenhungrigen Kalkmagerrasenarten.“

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