Helios-Klinik Lengerich
Viel zu sehen, nichts anfassen

Lengerich -

Einmal hinter die Kulissen der Helios-Klinik blicken, im Aufwachraum den eigenen Puls messen lassen, über das grelle Licht der Lampen im Operationssaal staunen – das und noch mehr haben jetzt Kinder im Krankenhaus getan. Ermöglicht haben den Blick hinter die Kulissen die Volkshochschule und das Bündnis für Familie.

Sonntag, 17.03.2019, 19:45 Uhr aktualisiert: 17.03.2019, 19:50 Uhr
Hinter die Kulissen führte Arne Hesselmann die Mädchen und Jungen bei einem Rundgang durch die Helios-Klinik. Besucht wurden unter anderem die Intensivstation und der Aufwachraum (links), in dem die Fingerklemme ausprobiert wurde.
Hinter die Kulissen führte Arne Hesselmann die Mädchen und Jungen bei einem Rundgang durch die Helios-Klinik. Besucht wurden unter anderem die Intensivstation und der Aufwachraum (links), in dem die Fingerklemme ausprobiert wurde. Foto: Michael Baar

Wuselige Aufgeregtheit im Eingangsbereich der Klinik. Die Mädchen und Jungen können es nicht erwarten, hinter die Kulissen zu schauen. Doch noch fehlt Arne Hesselmann . Der Pflegedienstleiter der Helios-Klinik erscheint wenige Augenblicke später. Nach einer kurzen Erläuterung, wie der Rundgang ablaufen wird – „in einigen Bereichen müsst ihr ganz ruhig sein, wenn ich das sage“ – geht´s endlich los. Halt! Erst noch die Hände desinfizieren.

Auf die Frage von Arne Hesselmann, wer denn schon mal im Krankenhaus war, schnellen einige Finger in die Höhe. Beinbrüche, Arm gebrochen, was mit den Ohren – es ist eine kleine Auswahl dessen, was an der Martin-Luther-Straße alles gemacht wird.

Erste Station ist die Notfallaufnahme. Der Pflegedienstleiter belässt es nicht bei Informationen, immer wieder kitzelt er durch Fragen heraus, was die Kinder denn so vom Krankenhaus-Betrieb wissen. Das ist einiges, nicht alles ist ganz korrekt.

Weiter geht´s. „Was machen Sie denn hier? Wer hat Sie denn hereingelassen?“ Unvermittelt taucht eine Krankenschwester auf, wundert sich über die Kinderschar. „Wir machen eine Krankenhaustour mit Arne Hesselmann“, antwortet Jendrik Peters , der für Volkshochschule und Bündnis für Familie diese Premierentour organisiert hat, und zeigt nach vorne. „Ach so, mit dem Arne“, lautet die Antwort. Alles okay soweit.

Kinder erkunden die Helios-Klinik

1/11
  • Wer war schon mal im Krankenhaus? Auf diese Frage von Pflegedienstleiter Arne Hesselmann melden sich einige Mädchen und Jungen.

    Foto: Michael Baar
  • Schön zusammenbleiben. Die Gruppe beim Gang durch die Klinik.

    Foto: Michael Baar
  • Erste Station war die Notfall-Ambulanz.

    Foto: Michael Baar
  • Mit dieser roten Klapp-Trage lassen sich Patienten auf den Untersuchungstisch bugsieren.

    Foto: Michael Baar
  • Im Operationssaal gab es viel zu sehen und zu fragen.

    Foto: Michael Baar
  • Blendend hell ist das Licht aus den Lampen über dem OP-Tisch.

    Foto: Michael Baar
  • In diesem unscheinbaren Päckchen befindet sich ein Nähset zum Verschließen von Wunden.

    Foto: Michael Baar
  • Die Fingerklemme aufgesetzt und schon erscheint auf dem Bildschirm die Anzeige des Puls-Rhythmus.

    Foto: Michael Baar
  • Für die Gruppe öffneten sich Türen, die normalen Besuchern verschlossen bleiben.

    Foto: Michael Baar
  • Arne Hesselmann (blaues Hemd) erläutert, welche Aufgaben im OP-Vorbereitungsraum erledigt werden.

    Foto: Michael Baar
  • Ein Blick in die Räume der Ergotherapie rundete den Rundgang ab.

    Foto: Michael Baar

Unvermittelt steht die Gruppe auf Betonpflastersteinen. Hier ist es deutlich kühler als im Krankenhaus. Die Frage, wo sie stehen, beantworten die Kinder richtig: Es ist die Zufahrt für die Rettungswagen.

Zurück ins Warme. Nächstes Ziel ist ein Operationssaal. Zuvor die deutliche Ermahnung, ruhig zu sein. „Ich weiß ja nicht, ob nicht vielleicht in einem anderen OP noch operiert wird“, begründet der Pflegedienstleiter diese Anweisung. Das klappt, einigermaßen. Ausführlich erläutert er, welche Geräte alle in einem OP sind und wofür sie gebraucht werden.

Dann schaltet er die Lampen über dem OP-Tisch ein. Gleißendes Licht fällt auf das weiße Tuch. Wofür diese Helligkeit wichtig ist, beantwortet ein Junge ganz nüchtern: „Im Körper ist es ja dunkel, da kann man sonst nicht sehen, was man machen muss.“

Nächste Station ist der Aufwachraum. Auch hier gilt, in unmittelbarer Nähe der Intensivstation, leise sein. Arne Hesselmann schaltet einen Monitor ein, greift zu einer verkabelten Fingerklemme, steckt sie an einen Finger. Auf dem Bildschirm wird sein Pulsschlag sichtbar. Das fasziniert die Kinder, alle wollen mal eben sehen, wie hoch denn ihr Puls ist. Beruhigende Feststellung, als alle durch sind: Keiner ist tot.

Noch mal die eindringliche Ermahnung, leise zu sein, dann öffnet sich die Tür zur Intensivstation. In einem der Räume erklärt der Pflegedienstleiter, was alles an den Patienten, die dort liegen, kontrolliert wird und wie vielfältig die Möglichkeiten sind, erforderliche Medikamente zu verabreichen.

Chronologisch nicht ganz richtig folgt die Sektion, in der Patienten auf eine Operation vorbereitet werden. Warum dort so viele orangene Vorhänge sind? „Die Patienten müssen sich ja ausziehen, ein OP-Hemd anziehen. Wollt ihr, dass euch jemand nackelig sieht?“ Energisches Kopfschütteln. Bloß nicht!

Unversehens meldet sich der Durst. „Gibt´s gleich was zu trinken?“ „Ja, eine Cola“, ruft ein zweites Kind begeistert – und muss sich von Arne Hesselmann aufklären lassen, dass es die dunkle Brause nicht geben wird. Viel zu viel Zucker und Koffein, diese Inhaltsstoffe seien nicht gesund, erfahren die Mädchen und Jungen.

Schnell noch einen Blick in die Ergotherapie – „Bitte keines der Geräte anfassen oder ausprobieren“ –, dann geht es zurück in den Tagungsraum. Dort haben die Kinder zu Beginn des Rundgangs ihre Jacken abgelegt. Jetzt gibt es Saft und Wasser. Auf die Frage, ob es ihnen gefallen hat, ertönt ein lautes „Ja!“.

Es war der erste Klinikrundgang für Kinder, den Volkshochschule und Bündnis für Familie angeboten haben. Weitere werden folgen. „Wir mussten bei 20 Kindern die Teilnehmerliste schließen“, erzählt Jendrik Peters. Die Nachfrage sei deutlich höher gewesen. Was nur einen Schluss zulässt: Fortsetzung folgt.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6477245?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F175%2F
Poller schützen bald den Domplatz
Der städtische Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer (l.) und Norbert Vechtel (Ordnungsamt) vor der längsten Sperranlage in der City an der Loerstraße. Bis 2021 sollen alle relevanten Innenstadt-Zufahrten mit Überfahrschutzpollern ausgestattet sein.
Nachrichten-Ticker