Angelverein setzt 100 000 Fische aus
Neues Leben in den Bächen

Lengerich -

Der Dürre-Sommer 2018 hat dem Fischbestand im Lengericher Mühlenbach und Aa-Bach der Garaus gemacht. Jetzt hat der Angelverein gut 100 000 Fische von Arten, die auf der Roten Liste stehen, in den Gewässern ausgesetzt. Ob sich wieder Leben in den Bächen regt?

Dienstag, 19.03.2019, 19:00 Uhr
Frank Jänsch (links) und Dennis Müller beim Umfüllen der Fische aus den Transportsäcken in den Eimer, mit dem sie ausgesetzt werden.
Frank Jänsch (links) und Dennis Müller beim Umfüllen der Fische aus den Transportsäcken in den Eimer, mit dem sie ausgesetzt werden. Foto: mba

Vorsichtig schneidet Frank Jänsch den Plastiksack auf. Dennis Müller hat einen großen Eimer bereitgestellt. Auf dessen Boden schwappt etwas Wasser. Wenige Augenblicke später hat Frank Jänsch einen Großteil des Sack-Inhalts in den Eimer umgeschüttet. Mitten im Wasserstrahl Hunderte kleiner Fische.

Vorsichtig geht Dennis Müller mit dem Eimer die Böschung herunter. Dann kippt er den Eimer aus. Sekunden später sind die Kiementräger im Wasser des Lengericher Mühlenbachs verschwunden. Er stapft zurück zum Wagen. Diese Prozedur wiederholt sich mehrere Male. „Das reicht“, stellt Frank Jänsch fest. „An dieser Stelle“, schränkt der Vorsitzende des Angelvereins Lengerich mit einem Lächeln ein. Der Blick des Gewässerwarts geht derweil zur Oberfläche des Baches. „Alles in Ordnung“, sagt er nach einem letzten Blick. Die Fische sind in ihrem neuem Zuhause angekommen.

Der Dürre-Sommer 2018 hat den beiden Gewässern arg mitgespielt. „Auf weiten Strecken waren die ausgetrocknet“, erinnert sich Dennis Müller. Mit entsprechenden Folgen für den Fischbesatz. Bei einem Monitoring haben die Angler nach dem Ende der Hitzeperiode „nur ein paar Gründlinge“ gefunden. Die Artenvielfalt in den Gewässern war dahin.

Für den Verein ist der Fischbesatz im Frühjahr seit Jahren Routine. „Das machen wir seit über zehn Jahren, setzten jährlich zwischen 30 000 und 60 000 Bachforellen aus“, erläutert der Gewässerwart. Die sind vor einer Woche ausgesetzt worden. An diesem Märztag werden Bitterlinge, Moderlieschen, Gründlinge und Weißfische ins Wasser gesetzt, auch im Aa-Bach.

Angelverein setzt 100 000 Fische aus

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  • Aus dem Transportbeutel fließen Bitterlinge in den Eimer.

    Foto: Michael Baar
  • Das reicht, jetzt wird der Eimer zum Mühlenbach getragen.

    Foto: Michael Baar
  • Blick in den Transportbeutel: Hunderte Fische sind zu sehen.

    Foto: Michael Baar
  • Gewässerwart Dennis Müller setzt die Fische im Mühlenbach aus.

    Foto: Michael Baar
  • Die nächste „Portion“ füllt Vorsitzender Frank Jänsch (links) in den Eimer.

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  • Nur wenige Zentimeter messen diese Moderlieschen.

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  • Rund zehn Kilogramm Weißfische sind in diesem Kescher.

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  • Vorsichtig entlässt sie Dennis Müller ins Wasser.

    Foto: Michael Baar
  • Gut zu erkennen ist dieser Weißfisch in seinem neuen Zuhause.

    Foto: Michael Baar

„Alles Arten, die auf der Roten Liste stehen“, erzählt Frank Jänsch. Geholt hat er sie an diesem Morgen aus Dülmen, aus der Fischzucht der Herzogs von Croy. Für den Verein seit vielen Jahren die erste Wahl. „Dort werden die Fische natürlich gezogen. Entsprechend widerstandsfähig sind sie, wenn sie ausgesetzt werden“, begründet der Gewässerwart diese Entscheidung.

Was vor dem Abholen dazu führt, dass die gewünschten Fische von Hand aus den Zuchtgewässern geholt werden müssen. Diese Robustheit mache sich schon beim Transport bezahlt. Einmal werden die beiden noch nach Dülmen fahren müssen. 15 000 Elritzen sollen noch ausgesetzt werden. „Die sind schwierig zu bekommen“, berichtet Dennis Müller. Speisefische stehen bei den Züchtern höher                im Kurs.

Über 100 000 Fische

Ausgesetzt worden sind (Zahlen geschätzt) nach Angaben des Angelvereins Lengerich 15 000 Bitterlinge, 15 000 Moderlieschen, 15 000 Gründlinge und 5000 bis 6000 Weißfische. In der vergangenen Woche sind es 60 000 Bachforellen gewesen, 15 000 Elritzen sollen noch folgen.

...

Für diesen Naturschutz, um „die Gewässer wieder auf Stand zu bringen“, wie es Frank Jänsch formuliert, muss der Verein tief in die Tasche greifen. Nach dem Totalausfall im vergangenen Jahr wäre das ohne Sponsoren nicht möglich gewesen, erzählt er. Die Firmen Lewedag, Kitzmann, Upmeyer Haustechnik, Nosta, Berg, Stadtsparkasse, VR-Bank, Wagner, Kfz Haarlammert, Ventker und Stadtwerke Lengerich haben, zusammen mit der Wildtier-Biotopschutz-Stiftung NRW, den vierstelligen Betrag im mittleren bis oberen Euro-Bereich aufgebracht.

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