Werke von Carl Müller-Tenckhoff
Mit Käfigwänden angefangen

Lengerich -

50 Bilder seines Opas hat Horst Müller-Tenckhoff in seinem Besitz. In einem Verzeichnis sind 163 Werke aufgelistet. Aber wie viele Bilder sein Großvater gemalt hat, das weiß der Kunstsammler aus Münster nicht.

Samstag, 23.03.2019, 17:48 Uhr aktualisiert: 23.03.2019, 18:00 Uhr
Horst Müller-Tenckhoff, 82 Jahre alter Kunstsammler und Enkel des spätimpressionistischen Landschaftsmalers Carl Müller-Tenckhoff (1873 - 1936), zeigt auf sein Lieblingsbild in der Ausstellung „Westfälische Landschaften“, die von Samstag an im „Kunstraum 3“ zu sehen ist. Das Werk trägt den Titel „Traumlandschaft“.
Horst Müller-Tenckhoff, 82 Jahre alter Kunstsammler und Enkel des spätimpressionistischen Landschaftsmalers Carl Müller-Tenckhoff (1873 - 1936), zeigt auf sein Lieblingsbild in der Ausstellung „Westfälische Landschaften“, die von Samstag an im „Kunstraum 3“ zu sehen ist. Das Werk trägt den Titel „Traumlandschaft“. Foto: Erhard Kurlemann

50 Bilder seines Großvaters hat Horst Müller-Tenckhoff schon in seinem Besitz. 163 sind in einem Verzeichnis dokumentiert, das er gemeinsam mit dem Kunsthistoriker Michael Wessing erstellt hat. „Wie viele Bilder mein Großvater gemalt hat oder wie viele es davon noch gibt, ist nicht bekannt“, sagt der Kunstsammler aus Münster. „Sicher ist: Viele Bilder sind bei einem Feuer im Glaspalast in München 1931 vernichtet worden.“

Einige Werke aus seinem Fundus hat er jetzt für eine Ausstellung zusammengestellt, die den Titel trägt „Westfälische Landschaften“. Sie wird am Samstag um 11 Uhr im Kunstraum 3 an der Bahnhofstraße eröffnet.

Carl Müller-Tenckhoff 1873 in Münster als Sohn des Brauers Carl Müller geboren, machte eine Ausbildung als Dekorationsmaler – auf Anraten von Hermann Landois, dem Gründer des Zoos in Münster. Er hatte das Talent erkannt. Das Gestalten der Käfigwände waren die ersten Arbeiten. Daneben zeichnete Müller-Tenckhoff für die Kulissen der Theater-Aufführungen der Abendgesellschaft verantwortlich, deren „Chef“ ebenfalls Hermann Landois war.

Nach der Lehre führte ihn die Wanderschaft nach Süddeutschland. Er erweiterte dort sein Können. Nach der Rückkehr richtete Müller-Tenckhoff sich ein kleines Atelier in Münster ein und studierte zeitgleich an den Kunstakademien in Düsseldorf und München. „Irgendwann um 1900 signierte er seine Bilder mit Müller-Tenckhoff. Das war der Geburtsname seiner Mutter“, berich tet Enkel Horst Müller-Tenck ­hoff. Später arbeitete er als Kunstmaler für die Stadt Mainz und gestaltete zudem Kulissen für die Theater in Mainz, Darmstadt und Mannheim. Seine besondere Leidenschaft blieb die Landschaft in seiner Heimatregion. Er traf sich mehrfach zu Spaziergängen mit seinen Malerkollegen Otto Modersohn, Bernhard Pankok und Eugen Fernholz. „Es gibt Bilder, wo der eine Maler dort und der andere ein paar Meter weiter gesessen hat.“

Was die Lebenseinstellung angeht, verweist Enkel Horst Müller-Tenckhoff darauf, dass sein Großvater ein „Schlaraffe“ gewesen sei. „Diese weltweit tätige Bruderschaft der Schlaraffen gibt es bis heute. Sie hat sich der Pflege von Freundschaft, Kunst und Humor verschrieben.“

Zum Thema

Ausstellung „Westfälische Landschaften“, Bilder von Carl Müller-Tenckhoff, 23. März bis 3. Mai, Kunstraum 3, Lengerich. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit der VHS Lengerich.

...
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6489821?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F175%2F
Nachts sind alle Roller grün
Nachhaltige Idee – (noch) nicht nachhaltig umgesetzt: Die E-Scooter werden noch mit Diesel-Fahrzeugen transportiert. Wilfried Gerharz
Nachrichten-Ticker