LWL-Klinik Lengerich
64 Millionen Euro für die Zukunft

Lengerich -

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) will viel Geld in die Hand nehmen, um das Angebot seiner Klinik in Lengerich zukunftssicher aufzustellen. 64 Millionen Euro sollen investiert werden.

Samstag, 23.03.2019, 06:36 Uhr aktualisiert: 23.03.2019, 06:50 Uhr
Das Wahrzeichen der LWL-Klinik Lengerich, das Verwaltungsgebäude mit den beiden Turmaufsätzen, ist nicht Gegenstand der Sanierung.
Das Wahrzeichen der LWL-Klinik Lengerich, das Verwaltungsgebäude mit den beiden Turmaufsätzen, ist nicht Gegenstand der Sanierung. Foto: Simon Döbberthin

Vorgesehen ist, die Behandlung der Patienten in den denkmalgeschützten Bereich – die vorhandenen Gebäude 01 bis 07 – zurückzuführen. Hinzukommen sollen Neubauten auf dem Gelände an der Parkallee 10. Entsprechende Beratungen laufen bereits in den Fachausschüssen der Landschaftsversammlung.

Das „Gesicht“ der Klinik, die Verwaltung mit den beiden Türmchen, soll nicht angefasst werden. Ebenso bleiben die beiden Durchgänge zum Innenhof links und rechts des Gebäudes erhalten. Dahinter soll sich nach den Planungen des LWL Einiges verändern. An die Häuser 03 und 06 soll jeweils nördlich ein Neubau anschließen. Dafür müssen die Häuser 29 und 30 – die quer zu den Gebäuden 03 und 06 stehen – abgerissen werden.

Beide Neubauten sollen im Erd- und im Obergeschoss mit den Häusern 03 beziehungsweise 06 verbunden werden. Je Etage, respektive Station, sind jeweils 30 Patientenplätze vorgesehen.

Hinter den Gebäuden 04 und 05, die den Innenhof nach Norden abschließen, ist der Bau eines weiteren Hauses vorgesehen. Dort entsteht auf drei Etagen Platz für etwa 180 Patienten. Dieser Neubau soll nach Norden hin U-förmig angelegt werden. Untergebracht werden soll in diesem Haus ebenfalls eine neue Küche, die auf die Versorgung mit rund 500 Essen ausgelegt wird. Serviert werden sollen die Mahlzeiten in einem neuen Restaurant, dass in den vorgelagerten Gebäuden 04 und 05 einziehen soll. Das bedeutet gleichzeitig das „Aus“ für die bisherige Küche.

Der LWL verspricht sich von diesen Maßnahmen nicht nur wirtschaftliche Vorteile. Auch die Qualität der Arbeit mit den Patienten soll profitieren. Erreicht werden soll das durch eine Optimierung der Arbeitsabläufe im Stationsbetrieb, eine deutliche Absenkung der Infrastrukturkosten. Ein weiterer wesentlicher Vorteil aus Sicht des Landschaftsverbandes: Für die Patienten wird ein modernes, psychiatriespezifisches Ambiente geschaffen. Das stärke die Position der LWL-Klinik Lengerich im härter werdenden Verdrängungswettbewerb, ausgelöst durch das Gesetz zur Weiterentwicklung der Versorgung und der Vergütung für psychiatrische und psychosomatische Leistungen (PsychVVG).

Finanzierung

Die geschätzten Kosten von 64 Millionen Euro für die LWL-Klinik sind wie folgt kalkuliert worden: Denkmalumbau 24,9 Millionen Euro, Anbau an das Denkmal 34 Millionen Euro, Abbruch (Haus 8 - 23) 3,62 Millionen Euro, Anbau an Tagesklinik Borghorst 1,48 Millionen Euro.Aus diesen Töpfen soll das Geld kommen: Krankenhausfördermittel, Baupauschale 10,1 Millionen Euro; Eigenmittel der Klinik 13,6 Millionen Euro; LWL-Mittel Erschließungszuschuss 1,2 Millionen Euro plus 18 Millionen Euro direkter Denkmalzuschuss; Offen ist noch der Betrag an Krankenhausfördermitteln für Einzelförderung Denkmalförderung. Hinzukommen 21,1 Millionen Euro erforderliche Investitionsrücklagen der Klinik.

...

Auf Anfrage der WN heißt es beim Landschaftsverband, dass die Beratungen zu diesem Themenkomplex laufen, aber noch nicht alle Fragen geklärt seien. Das gelte sowohl für die Verwaltungsseite wie für die Politik.

Verhandlungsgegenstand ist nach Informationen der WN unter anderem die Bettenzahl in Lengerich. Derzeit unterhält die LWL-Klinik 321 stationäre Betten, davon 60 in Rheine, und 52 tagesklinische Plätze. Im Gesundheitsministerium in Düsseldorf gibt es Überlegungen, die Zahl der Betten in Lengerich zu reduzieren. Den Ministerialen schwebt vor, das Angebot auf ein drittes Krankenhaus sowie vier stationäre Standorte im Kreis Steinfurt zu verteilen.

Damit verbunden wäre ein Bettenabbau in Lengerich, gegen den sich der LWL wehrt. Eine entsprechende ausführlich begründete ablehnende Stellungnahme liegt dem Ministerium vor. Ziel des Landschaftsverbandes ist es, „einen Bettenabbau am Standort Lengerich zu vermeiden, als auch eine weiterhin hohe Versorgungsqualität für den Kreis Steinfurt zu sichern“. Das steht in einer Sitzungsvorlage für die Landschaftsversammlung.

Aufgrund dieser Unsicherheit wird für die Planungen am Standort Lengerich derzeit mit einer Kapazität von 240 bis 300 Betten kalkuliert. Die Fraktionen in der Landschaftsversammlung, so heißt es aus Reihen der CDU, stünden hinter den Plänen des LWL.

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