Jahreshauptversammlung der Feuerwehr
Viele Unwetter- und Bagatelleinsätze

Lengerich -

Mittlerweile mehr als 300 Feuerwehreinsätze jährlich, immer mehr nichtige Rettungsdiensteinsätze mit Blaulicht und einen unmittelbar bevorstehenden Generationenwechsel in der gesamten Führungsmannschaft: Der Freiwilligen Feuerwehr mangelt es nicht an Herausforderungen und Themen. Das wurde am Freitagabend bei der 138. Jahreshauptversammlung deutlich.

Sonntag, 24.03.2019, 15:44 Uhr aktualisiert: 25.03.2019, 17:44 Uhr
Stellvertretender Kreisbrandmeister Werner Henrichsmann (kleines Bild) lobte das Engagement der gesamten Wehr. Das große Bild zeigt die Beförderten und Geehrten.
Stellvertretender Kreisbrandmeister Werner Henrichsmann (kleines Bild) lobte das Engagement der gesamten Wehr. Das große Bild zeigt die Beförderten und Geehrten. Foto: Jens Keblat

„Ein Rückblick auf die letzten drei Jahre hat gezeigt, dass sich die Anzahl der Einsätze auf über 300 gefestigt hat. Auch das Jahr 2018 wurde mit insgesamt 324 Einsätzen abgeschlossen“, berichtet der langjährige Wehrführer und Wachleiter Hartwig Hübner . Vor allem die stetig größer werdende Zahl der Einsätze, die auf Unwetter zurückzuführen sind, bestimmten inzwischen die Einsatzstatistik. Und man gehe in der Wehr nicht davon aus, dass sich das in den kommenden Jahren bessern werde, machte Hübner deutlich. Rund 100 solcher Unwettereinsätze hat es im vergangenen Jahr gegeben.

Die Einsatzzahlen im Überblick: 59 Brandeinsätzen stehen gut viermal so viele technischen Hilfeleistungen (TH) gegenüber. Dabei habe sich die Zahl der Brände im Vergleich zum Vorjahr um 19 erhöht, wie Hübner erklärte. So musste die Wehr 14 Mal zu Bränden in Wohngebäude, Gewerbebetrieben und auf landwirtschaftlichen Anwesen ausrücken, dazu addieren sich elf Fahrzeugbrände und 22 Vegetationsbrände sowie weitere Einsätze. Im Bereich der TH-Einsätze rückte die Feuerwehr alleine 33 Mal zu Menschen in Notlagen aus, neunmal, weil sich die Tiere in Gefahr befanden oder eine solche darstellten, 15 Verkehrsunfälle wurden bewältigt. Ein Segen für die Wehr, so Hübner weiter: „Die erwarteten Einsätze auf der Autobahn 1 im Bereich der drei Großbaustellen blieben aus. Möge es auch bis zur Fertigstellung so bleiben.“ Doch nicht nur Einsätze und Notfälle wurden abgearbeitet, sondern auch eine immense Zahl an Fehlalarmierungen: insgesamt 58. Darunter zählt die Wehr ausgelöste Brandmeldeanlagen und private Rauchmelder. Die gute Nachricht dabei: keine böswilligen Alarme.

Fast schon böswillig findet Hübner unterdessen das, was sich alltäglich im Rettungsdienst abspielt: „Erschreckend ist weiterhin die steigende Anzahl von Einsätzen, die eine Alarmfahrt mit Sondersignal nach dem Krankheitsbild nicht rechtfertigen, aber bei denen der Anrufer dem Disponenten auf der Kreisleitstelle eine Lage schildert, die diesem keine andere Wahl als eine Notfall Alarmierung lässt.“ Jede Bürger mit einem „Bagatell-Hilfeersuchen“ müsse sich darüber im Klaren sein: „Es ist ja nicht so, dass die Besatzung nicht fahren möchte, aber jede Fahrt mit Sondersignal bedeutet für das Einsatzfahrzeug ebenso aber auch für den Bürger im Straßenverkehr eine zusätzliche Gefahr. Wir alle wissen, wie sich das Fahrverhalten der einzelnen Verkehrsteilnehmer nicht immer zum Positiven verändert hat: Jeder hat Vorfahrt.“ Hinzu komme, dass dieser Rettungswagen während eines solchen Einsatzes nicht für einen wirklichen Notfall zur Verfügung steht, so Hübner weiter. In Zahlen: 7335 Rettungsdiensteinsätze – darunter noch einmal weitere 320 Fehlalarme.

Während sich so die Zahl der Einsätze im haupt- und im ehrenamtlichen Bereich immer weiter erhöht, läuft der Feuer- und Rettungswache das Personal davon. Unter anderem das Zwölf-Stunden-Schichtsystem mache die Lengericher Rettungswache gegenüber anderen Wachen mit 24-Stunden-Schichten unattraktiv. Überhaupt seien Fachkräfte rar – für Hübner ist diese Lage alarmierend und Abhilfe noch nicht in Sicht.

Viel besser sieht es auch bei den Ehrenamtlichen nicht aus: Stagnation – immerhin. Von über 160 Mitgliedern engagieren sich konstant 96 Frauen und Männer im Einsatzdienst der Wehr. Hübner: „Es dürfen aber ruhig noch einige mehr werden.“ Auch wenn Bürgermeister Wilhelm Mörke lobte, dass die aktive Wehr inzwischen aus vielen jungen Kräften bestehe.

Ebenfalls dringend auf Nachwuchs angewiesen ist der Spielmanns- und Fanfarenzug. Am Freitagabend übergab Günter Fiedel die Leitung nach rund 26 Jahren an seinen Nachfolger Detlef Lagemann.

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