Projekt „Jung kauft Alt“
Ein Modell für Lengerich?

Lengerich -

In Person von Andreas Homburg war jüngst Besuch aus Hiddenhausen im Lengericher Bauausschuss. Der Leiter Zentrale Dienste in der Gemeindeverwaltung berichtete über das Projekt „Jung kauf Alt“.

Dienstag, 26.03.2019, 12:41 Uhr aktualisiert: 31.03.2019, 16:52 Uhr

Ins Grübeln gekommen sind die Mitglieder des Bau- und Planungsausschusses in der jüngsten Sitzung. Da hat Andreas Homburg berichtet, wie Hiddenhausen es geschafft hat, junge Leute im Ort zu halten beziehungsweise für einen Umzug in die 20 000-Einwohner-Gemeinde zu begeistern. Die „Zauberformel“ lautet „Jung kauf Alt“. Was der Leiter Zentrale Dienste in der Gemeindeverwaltung aufschlüsselt in „Junge Menschen kaufen alte Häuser“.

Die Ziele des Projekts: Leerstände vermeiden, den Ortskern beleben, den Flächenverbrauch reduzieren. Erste Schritte, so Andreas Homburg, war die Erstellung verschiedener Kataster, die fortgeschrieben werden. Welche Siedlungen sind wie entstanden? Wo wohnen Senioren, wo Familien mit kleinen Kindern? Wie alt sind die Gebäude in den einzelnen Baugebieten?

Ein Ergebnis: Im Jahr 2011 lebten 431 Menschen über 70 Jahren allein oder zu zweit in einem Haus, sieben Jahre später sind es 766 Personen. Die Zahl der Leerstände (Wohnhäuser) ist im gleichen Zeitraum von 91 auf 158 gestiegen. „Das macht uns keine Sorgen“, sagt der Fachdienstleiter. In der Regel seien diese Alt-Immobilien nach ein bis eineinhalb Jahren auf dem Markt. „So lange brauchen die Erben, um sich zu einigen.“

Seit 2007 gibt es in Hiddenhausen das Förderprogramm „Jung kauf Alt“. 20 000 Euro stellt die Gemeinde dafür bereit. Im vergangenen Jahr stehen in diesem Topf 270 000 Euro zur Verfügung. „Bislang haben wir alle Anträge erfüllen können“, antwortet er auf Nachfrage aus dem Ausschuss. Zwei weitere Effekte: Die Wanderungsbilanz ist ins Positive gedreht worden. Auf jeweils 40 000 Euro, die die Gemeinde investiert, kommen gut 30 000 Euro an Fördermitteln. Um den Flächenverbrauch einzudämmen, sind Baugrundstücke maximal 500 bis 600 Quadratmeter groß.

Dem Vortrag schließt sich ein kurzes Frage-und-Antwort-Spiel an. „Ist das ein Erfolgesmodell?“, will Klaus Reiher (CDU) wissen. „Ja.“ „Was macht Lengerich?“, fragt Karl-Heinz Horstkotte (SPD). „Die Verwaltung arbeitet daran“, sagt Bürgermeister Wilhelm Möhrke. Ulrich Weiß (Bündnis 90/Die Grünen) will wissen, „woher haben Sie die Daten?“ „Aus dem Bürgerbüro.“

Über kurz oder lang, das steht nach dieser Sitzung fest, wird „Jung kauft Alt“ noch einmal Thema in den politischen Gremien des Stadtrats sein.

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