Konzert im Martin-Luther-Haus
Seltenes von Chopin

Lengerich -

Das musikalische Werk von Frédéric Chopin stand am Sonntag im Mittelpunkt eines Konzertes im Martin-Luther-Haus. Die Sopranistin Natalia Atamanchuk und die Pianistin Kiyomi Kudo-Helms erhielten vom Publikum viel Beifall.

Montag, 25.03.2019, 17:40 Uhr aktualisiert: 26.03.2019, 18:12 Uhr
Pianistin Kiyomi Kudo-Helms (vorne links) und Sopranistin Natalia Atamanchuk bekamen am Ende des Konzertes viel Applaus. Maximilian Greshake führte in das Programm ein.
Pianistin Kiyomi Kudo-Helms (vorne links) und Sopranistin Natalia Atamanchuk bekamen am Ende des Konzertes viel Applaus. Maximilian Greshake führte in das Programm ein. Foto: Axel Engels

Einen selten zu erlebenden Musikgenuss haben die Sopranistin Natalia Atamanchuk und die Pianistin Kiyomi Kudo-Helms am Sonntagnachmittag Musikliebhabern bei ihrem Auftritt im Martin-Luther-Hauses geboten. Die Kooperation zwischen der Musikschule Tecklenburger Land und der evangelischen Kirchengemeinde bietet ja immer wieder exquisite Konzerte, wobei dieses sicherlich als ein künstlerischer Höhepunkt anzusehen ist.

Die beiden Musikerinnen widmeten den ersten Teil dem Liedschaffen Frédéric Chopins , die „polnischen Lieder op. 74“ erklingen leider viel zu selten in einem Konzert. Für viele Besucher wird dies sicherlich die erste Begegnung mit diesem Oeuvres des eigentlich für seine Klavierwerke bekannten Komponisten gewesen sein. So offenbarte sich ein inniger, facettenreicher Einblick in diese im Zeitraum von knapp 20 Jahren entstandene romantische Liedersammlung.

Die Einführung von Maximilian Greshake über die Entstehung dieser Lieder war dann auch äußerst informativ. Die stilistisch sehr unterschiedlichen Lieder schlagen den Bogen von der lyrisch-poetischen Romanze bei „Mein Geliebter“ bis zur großen Ballade „Der Bote“, von rhapsodisch aufgebauten Gefühlswelten bei „Bacchanal“ bis zu für Chopin sehr untypischen gesellschaftskritischen Auseinandersetzungen bei „Polens Grabgesang.

Natalia Atamanchuk wusste mit ihrer klangfarbenreichen Stimme jedem Lied ein einzigartiges Gewand zu verleihen, hatte vom ersten Lied „Mädchens Wunsch“ an das Publikum in ihren Bann gezogen. Mit der Pianistin Kiyomi Kudo-Helms hatte sie eine kongeniale Begleiterin im jederzeit stimmigen Dialog, die mit feinster Anschlagskultur jede stimmliche Schattierung entsprechend musizierte. Wenn dramatisch das „Litauische Lied“ erklang, der „Reitermann“ mit Bravour davoneilte und die „Melancholie“ sich mit feinstem Stimmtimbre im Saal verbreitete, genoss man diese „Entdeckung“ Chopinscher Liedkunst in vollen Zügen. Dass Kiyomi Kudo-Helms auch solistisch eine versierte Musikerin ist, zeigte sie im zweiten Konzertteil, als sie den allseits bekannten Nocturnes von Frédéric Chopin deren stilistische Vorbilder, die Nocturnes von John Field, entgegenstellte.

Der neue Schimmel-Flügel kam dem Programm sehr entgegen. Denn mit seiner Ausgewogenheit und Klangfarbenreichtum schien er wie für die Musik von Chopin und Field gemacht. Wenn er dann so gekonnt gespielt wird wie von Kiyomi Kudo-Helms, kann er seine Schönheit voll entfalten.

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