Fünf Jahre Bündnis für Familie in Lengerich
„Nette Toiletten“ auf der Ideenliste

Lengerich -

Manches hat das Bündnis für Familie in Lengerich bereits erreicht, manches haben die Aktiven noch als Projekt vor der Brust oder als Idee im Kopf. Im Gespräch mit den WN berichten die Verantwortlichen über den Stand der Dinge.

Dienstag, 26.03.2019, 05:40 Uhr
Ziehen nach fünf Jahren eine Zwischenbilanz des Bündnis für Familie Lengerich (von rechts): Manuela Riedel-Konermann, Markus Trott und Jörg Sprehe.
Ziehen nach fünf Jahren eine Zwischenbilanz des Bündnis für Familie Lengerich (von rechts): Manuela Riedel-Konermann, Markus Trott und Jörg Sprehe. Foto: Michael Baar

Vor fünf Jahren ist das Bündnis für Familie in Lengerich gegründet worden. Was seitdem auf den Weg gebracht worden ist, wo noch Handlungsbedarf gesehen wird, darüber haben sich die Bündnis-Vorsitzende Manuela Riedel-Konermann , ihr Stellvertreter Jörg Sprehe und Koordinator Markus Trott mit WN-Redakteur Michael Baar unterhalten.

Wie hat sich die Mitgliederzahl seit dem Start entwickelt?

Markus Trott: Derzeit sind es 93 Mitglieder. Als wir vor fünf Jahren angefangen haben, waren es ein paar mehr.

Wie viele von denen arbeiten denn aktiv mit?

Manuela Riedel-Konermann: Im Kern sind das gut 20 Personen. Wir möchten gerne mehr begeistern, sich im Bündnis zu engagieren.

Warum sollten es mehr sein?

Trott: Wir haben fünf Arbeitsgruppen, die alle Projekte angestoßen und umgesetzt haben. Manchmal sind es nur zwei oder drei Personen, die eine Veranstaltung in die Tat umsetzen.

Beispielsweise?

Riedel-Konermann: Beim Nachtflohmarkt. Wenn man da nur zu zweit oder dritt ist, die Standverteilung organisieren muss und das ganze technische Drumherum, dann ist das schon heftig. Das ist kaum zu steuern.

Aber es wird doch wieder einen Nachtflohmarkt geben?

Riedel-Konermann: Sicher, am 24. August soll der stattfinden.

Das heißt, für einzelne Projekte hätten Sie gerne mehr Aktive?

Trott: Ja, das ist auch gar nicht so aufwendig. Uns würde es schon helfen, wenn sie jemand bei einem Projekt über zwei oder drei Monate einbringt. Dann würde er auch sehen, dass man durch sein Engagement etwas bewirken kann. Manchmal ist es auch sehr kurzfristig, wie jüngst bei der Eislaufwiese. Da muss in kürzester Zeit alles organisiert werden, einschließlich der Musik.

Können Kooperationen eine Hilfe sein?

Riedel-Konermann: Auf jeden Fall, das sieht man ja beispielsweise bei dem Projekt „Kids mit Weitblick“. Volkshochschule , junge VHS und Jugendzentrum sind unseren Ideen gegenüber immer aufgeschlossen.

Welche neuen Projekte wird es geben?

Jörg Sprehe: Beispielsweise die Aktion „Nette Toilette“. Da sind wir aber erst im Anfangsstadium.

Was verbirgt sich hinter dieser Bezeichnung?

Sprehe: Es geht darum, dass Geschäfte die Möglichkeit eröffnen, deren Toiletten zu benutzen. Egal ob Kind oder Senior: Es kann immer vorkommen, dass man in der Stadt unterwegs ist und auf einmal pressiert´s.

Es gibt doch öffentliche Toiletten?

Trott: Sicher, aber nachdem die gereinigt sind, sieht es dort sehr schnell wieder sehr unschön aus, um es vorsichtig zu formulieren.

Sind „Nette Toilette“ bereits in anderen Kommunen zu finden?

Riedel-Konermann: Bundesweit sind es gut ein Dutzend Kommunen, in denen dieses Projekt umgesetzt worden ist.

Und welche Idee steckt dahinter?

Trott: In den Städten, wo es läuft, werden die öffentlichen Toiletten geschlossen. Da ist es ganz selbstverständlich, bei Bedarf ein entsprechend gekennzeichnetes Geschäft zu betreten.

Ohne Verpflichtung zum Kauf?

Riedel-Konermann: Ja. In den Kommunen wird von der Verwaltung ein Obolus an die teilnehmenden Geschäfte gezahlt.

Existiert denn auch ein Projekt oder eine Idee, wo Sie von außen einen gewissen Handlungsdruck auf das Bündnis für Familie spüren?

Trott: Das ist ganz klar ein Matschspielplatz. Darauf werden wir immer wieder angesprochen.

Sind dazu schon konkrete Überlegungen angestellt worden?

Sprehe: Wir haben mit der Stadtverwaltung darüber gesprochen. Zwei mögliche Orte für so einen Spielplatz sind im Blick. Aber das ist alles noch in der Überlegungsphase.

Kritiker werden einwenden, dass ist ja nur was für Kinder?

Riedel-Konermann: Das haben wir schon gehört. Aber so ein Matschspielplatz ist eigentlich für alle Generationen gedacht. Warum sollte nicht ein Opa oder eine Oma mit den Enkelkindern dort hingehen?

Was steht aktuell auf der Aktionsliste?

Riedel-Konermann: Eine ganze Menge. Das fängt mit einem Besuch bei einem Imker an, geht über einen Walderlebnistag bis zu Fahrten, beispielsweise zum Universum in Bremen oder zum Gelsenkirchener Zoo.

Klappt denn die Kommunikation zwischen den fünf Arbeitsgruppen reibungslos?

Sprehe: Da sehen wir in der Tat Nachholbedarf und sind die Sache schon angegangen. Die Arbeitsgruppen sollen besser vernetzt werden über eine interne Internetseite, auf der jeder mit einem Klick erkennen kann, was die anderen Gruppen gerade machen.

Nur gucken?

Sprehe: (lacht) Nein, das soll natürlich auch eine Diskussionsplattform werden. Allerdings eine interne, die nur für Mitglieder zugänglich ist.

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten . . .

Riedel-Konermann: . . . dann würden wir uns wünschen, dass mehr Menschen einfach mal zu einer Arbeitsgruppe oder einem Projekt dazustoßen und ausprobieren, was da so gemacht wird. Im Idealfall macht das großen Spaß und sie bleiben dabei.

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