Konzert der „MikroPhilharmonie EinKlang“
Überaus seltenes Hörerlebnis

Lengerich -

Einen innovativen Interpretationsansatz großer orchestraler Musik erlebten fast 100 Musikliebhaber beim Konzert der „MikroPhilharmonie EinKlang“ am Sonntag in der Gempt-Halle. Das Ensemble hatte sich zum Ziel gesetzt, große Werke in einer „ganz kleinen“ Besetzung zu spielen, mit den dadurch sich ergebenden Feinheiten diese Werke gleichsam neu zu entdecken.

Montag, 01.04.2019, 18:10 Uhr aktualisiert: 02.04.2019, 17:52 Uhr
Hat ein überzeugendes Konzept im Gepäck: Die „MikroPhilharmonie EinKlang“ spielt große Werke in kleiner Besetzung.
Hat ein überzeugendes Konzept im Gepäck: Die „MikroPhilharmonie EinKlang“ spielt große Werke in kleiner Besetzung. Foto: Axel Engels

Auch wenn man am Anfang etwas skeptisch war, so überzeugte dieses Konzept der kammermusikalischen Interpretation schon nach den ersten Takten der Ouvertüre zur Oper „Die Zauberflöte KV 620“ von Wolfgang Amadeus Mozart . Dieses allseits bekannte Werk wird oftmals mit großem und leicht pathetischem Orchesterklang auf die Bühne gebracht, wobei die wunderbaren Melodien oftmals im symphonischen Klang untergehen.

Natürlich müssen die einzelnen Instrumentalisten bei solch reduzierter Besetzung ganz anders spielen, jedes noch so kleine Detail muss beachtet werden, und die spieltechnischen Anforderungen sind dadurch viel höher. Denn wenn eine unter 20 Violinen leicht unsauber spielt, dann merkt man dies nicht unbedingt.

Bis ins kleinste Detail begeisterte das überaus kultivierte Spiel der „MiKroPhilharmonie EinKlang“, spürte man die Leidenschaft und Hingabe der Musiker bei dieser so wunderbaren Musik.

Als zweites Werk erlebte man mit dem „Klavierkonzert A-Dur KV 488“ ein weiteres Werk aus der Feder Mozarts, das der Komponist für die eigene Aufführung im Konzert geschrieben hatte.

Für den solistischen Part war der international renommierte Pianist Fabian Müller gewonnen worden, der mit seiner exquisiten Spielweise in der Garde der „jungen Pianisten“ einen herausragenden Platz einnimmt. Auch für ihn, der schon mit großen Orchestern wie dem WDR-Sinfonieorchester Köln und dem Beethoven Orchester Bonn konzertiert hat, wird das Musizieren mit der „MikroPhilharmonie EinKlang“ ein besonderes Erlebnis gewesen sein. Denn in dieser Besetzung wirkte der Klavierpart noch brillanter.

Grazie und Anmut zeigten sich im ersten Satz und die Melodien des lyrischen langsamen Mittelsatzes konnten ihre Schönheit noch glanzvoller entfalten. Mit Esprit und Leidenschaft erklang der finale Satz, bei dem Fabian Müller seine Virtuosität ganz in den Dienste der Musik stellte und so ein besonders lebendiges und trotzdem intimes Bild zauberte.

Von lyrischen Momenten bis zu großen Klängen reichte der von ihm gespannte Bogen, genoss man seine feine Anschlagart und die facettenreiche Spielweise. In engem Dialog mit dem Orchester schuf Joachim Harder eine Interpretation, bei der man dieses Werk in einer selten zu erlebenden Frische hörte.

Für den zweiten Konzertteil hatte sich die „MikroPhilharmonie EinKlang“ dann mit Ludwig van Beethovens „2. Sinfonie D-Dur op. 36“ einen Meilenstein symphonischer Kunst ausgesucht. Und auch bei diesem über 200 Jahre alten Werk funktionierte das Konzept bestens. Transparent und jederzeit klar erklang ein Werk, in dem Beethoven seine inneren Kämpfe zu Beginn seiner Ertaubung in Musik gesetzt hat. Die starke Betonung der Begleitstimmen wurde in der Interpretation durch die „MikroPhilharmonie EinKlang“ eindrucksvoll umgesetzt, bei größerer Besetzung gehen sie oftmals im übergroßen Orchesterklang unter.

Schaut man in die ursprüngliche Besetzung des Werkes, dann entspricht sie entgegen der üblichen Aufführungspraxis wohl eher der von Joachim Harder gewählten Instrumentierung. Da muss man dem Dirigenten und dem Ensemble einen großen Dank aussprechen, sie sind mit ihrem Konzept zwar ein Wagnis im üblichen Konzertbetrieb eingegangen, haben den Musikliebhabern aber ein überaus seltenes Hörerlebnis geschenkt.

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