Abriss des Hotels „Haus Werlemann“
Stahlstützen sichern die Fassade

Lengerich -

Der Abriss des Hotels „Haus Werlemann“ ist inzwischen weit fortgeschritten. Nun geht es darum, die Südfassade, die erhalten werden soll, zu sichern. Das passiert vor allem mit Stahlstützen.

Mittwoch, 17.04.2019, 05:35 Uhr aktualisiert: 17.04.2019, 05:40 Uhr
Aufwendig sind die Arbeiten an der Südwand des Hauses. Eine Konstruktion aus Stahlträgern soll die Fassade stützen.
Aufwendig sind die Arbeiten an der Südwand des Hauses. Eine Konstruktion aus Stahlträgern soll die Fassade stützen. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Es sind die letzten Schrauben, dann ist das Stahlträger-Netz komplett. Ein bisschen muss der Mitarbeiter der Firma Mucke , der auf einer Hebebühne steht, ruckeln, bevor die kleinen Teile in die vorgesehenen Löcher passen. Der Chef ein paar Meter tiefer sieht es mit Genugtuung. „Da ist Maßarbeit gefordert“, sagt Geschäftsführer Karl-Heinz Mucke. Nahezu täglich ist er derzeit am ehemaligen Hotel „Haus Werlemann“. Der Abriss ist weit fortgeschritten. Jetzt geht es um den Erhalt der Südfassade.

Um die zu sichern, haben Muckes Leute vier Stahlträger direkt vor der Wand senkrecht rund zwei Meter in den Boden gelassen. Drei weitere sind waagegerecht angebracht worden. Vier Stützpfeiler sichern dieses Netz zur Fußgängerzone hin ab. Zudem werden die Träger, für die Löcher ins Erdreich gegraben wurden, einbetoniert. All das soll verhindern, dass es zum Zusammensturz kommt.

Mucke sagt, dass gerade bei einem weit über 100 Jahre alten Gebäude wie Werlemann immer ein „Restrisiko“ bleibe. Aber an sich sei es mittlerweile kein Neuland mehr, Teile eines Altbaus so zu sichern und später dann mit dem Neubau zu verknüpfen. Sein Unternehmen habe das vor noch nicht allzu langer Zeit auch bei einem Altenheim in Riesenbeck gemacht. „Und die Fassade war bestimmt doppelt so groß wie diese hier.“

Die größte Gefahr für eine vorübergehend allein stehende Wand sei der Wind, erklärt der Fachmann. Als Gegengewicht für die Kräfte, die bei einem Sturm wirken können, sind 35 bis 40 Tonnen im Spiel. Der gesamte „Sicherheitsapparat“ ist so konzipiert, dass er den sich verändernden Gegebenheiten und Baufortschritten später anzupassen ist. All das ist so mit Architekt und Statiker abgesprochen.

Von Norden her sind jetzt noch die restlichen Abrissarbeiten zu erledigen. „Eine Menge Handarbeit“, so Karl-Heinz Mucke. Der große Bagger, der in den vergangenen Tagen und Wochen den Großteil des Komplexes dem Erdboden gleich gemacht hat, bleibt nur noch eine Nebenrolle. An einigen Stellen klaffen zwischen den Fachwerkbalken bereits Löcher, das Mauerwerk ist herausgeschlagen worden. Die Südwand soll bis zum ersten senkrecht stehenden Balken stehen bleiben, dahinter alles verschwinden. Bis zum langen Feiertagswochenende könnte das klappen, schätzt der Abbruchunternehmer.

In der Fußgängerzone müssen sich die Passanten derweil in Höhe des Traditionshauses mit wesentlich weniger Platz als üblich begnügen. Stahlgerüst, Hubwagen und Kran brauchen Raum. Viele der Menschen, die während der laufenden Arbeiten vorbeikommen, bleiben stehen oder werfen zumindest einen Blick auf das, was da mit dem Gebäude passiert, mit dem eine Menge Lengericher eine Menge Erinnerungen verbinden. Für das Hotel „Haus Werlemann“ hat die letzte Etappe begonnen.

Was bleibt, ist Fassade.

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