Mit einem modernen Schwerlastwagen durch den Steinbruch
1200 PS unter der Haube

Lengerich -

Hartmut Schmedt lenkt ein Fahrzeug mit über 1200 PS unter der Haube, ist aber kein Rennfahrer. Der 52-Jährige steuert einen Riesen-Muldenkipper mit einem Gesamtgewicht von bis zu 166 Tonnen, wenn er im Dyckerhoff-Steinbruch Material zum Zementwerk transportiert.

Samstag, 04.05.2019, 05:34 Uhr aktualisiert: 04.05.2019, 13:20 Uhr
Hartmut Schmedt kann die Fahrerkabine bequem über eine Außentreppe erreichen. Drinnen ist es eher unspektakulär. Das Lenkrad ist klein und auch ansonsten lässt wenig darauf schließen, dass von hier aus ein 1200-PS-Fahrzeug gesteuert wird.
Hartmut Schmedt kann die Fahrerkabine bequem über eine Außentreppe erreichen. Drinnen ist es eher unspektakulär. Das Lenkrad ist klein und auch ansonsten lässt wenig darauf schließen, dass von hier aus ein 1200-PS-Fahrzeug gesteuert wird. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Hartmut Schmedt lässt es ruhig angehen. Mit grade einmal Tempo 26 ist er unterwegs. Und das, obwohl er mehr als 1200 PS unter der Haube hat. Doch wenn eine Ladung von bis zu fast 100 Tonnen transportiert wird, ist nicht Schnelligkeit das oberste Gebot, sondern Sicherheit. Der 55-Jährige lenkt an diesem Vormittag einen der beiden Komatsu HD785, die vor Kurzem bei Dyckerhoff in Betrieb genommen wurden. Das sind Schwerlastkraftwagen mit gewaltigen Ausmaßen, die im Steinbruch zum Einsatz kommen.

Das Sagen hat dort Ernst-Wilhelm Peters . Der 52-Jährige ist seit 1990 bei der Firma, er nennt sich Steinbruchmeister. Als solcher ist er unter anderem in der Lage, mit allen der eingesetzten Maschinen zu arbeiten. Am Steuer der neuen, riesigen Muldenkipper hat er bislang allerdings noch nicht gesessen. Früher oder später wird er das aber wohl nachholen. Denn, das sagt er ohne Umschweife, „neugierig bin ich schon“.

Die Schwerlastwagenflotte im Steinbruch hinter dem Zementwerk umfasst seinen Worte zufolge aktuell sechs Fahrzeuge. Außer den zwei Komatsu HD785 sind es vier kleinere Kipper, die bis zu 60 Tonnen laden können. Die größere Leistungsfähigkeit ist ein Unterschied zwischen alt und neu. Ein anderer und für Ernst-Wilhelm Peters wesentlicher sind die Fahreigenschaften. Dadurch, dass die Riesen länger und breiter sind als ihre kleineren „Brüder“, vermitteln sie ein anderes, besseres Gefühl, wenn man hinter dem Lenkrad sitzt. Diese Einschätzung seines Chefs bestätigt Hartmut Schmedt bei der Fahrt durch das unwegsame Steinbruchgelände. Hinzu kommt ein Bremssystem, das Vorder- und Hinterachse einbezieht. Auch das sorge für ein Mehr an Sicherheit.

Konzentration ist die Hauptsache

„Grundvoraussetzung“, um mit den Schwerlastwagen gut von A nach B zu kommen, sei aber „hochkonzentriert“ bei der Sache zu sein, verweist Ernst-Wilhelm Peters darauf, dass der Faktor Mensch auch bei moderner Technik immer noch die wesentliche Rolle spielt.

Was das im Arbeitsalltag heißt, schildert Fahrer Hartmut Schmedt. Wenn es regne, würden die Wege durch den Steinbruch „schmierig“. Entsprechend schwerer sei es dann, die gewaltigen Kolosse zu fahren. Und bei Eis und Schnee wird im Steinbruch sogar mit Salz und Schotter gestreut.

Nach einer kurzen Tour berghoch steht Hartmut Schmedt mit dem Muldenkipper nahe an dem Bagger, der ihn nun belädt. Etwa zwei Minuten dauert das. Welch immenses Gewicht dann abtransportiert wird, ist kaum zu spüren. Der 55-jährige Lengericher hat für den Weg bergab die Geschwindigkeit vorab fix eingestellt. Jetzt braucht er nur noch lenken, der Rest erledigt sich von selbst. Dafür sorgt auch die Automatikschaltung.

Beladene Wagen haben Vorfahrt

Vor allem wenn die Wege glatt seien, versuche er nach Möglichkeit nicht zu bremsen. „Denn dann kann er ins Schlingern geraten“, beschreibt Hartmut Schmedt, was passiert, wenn bis zu 166 Tonnen Gesamtgewicht an einem Hang verlangsamt oder gar gestoppt werden müssen. Eine der Regeln im Steinbruch lautet daher auch, dass beladene Schwerlastwagen Vorfahrt haben.

Schätzungsweise 25- bis 30-mal machen Hartmut Schmedt und seine Kollegen während einer Schicht die Runde zwischen Bagger und Abladestation. Dass er dabei 1200 Pferdestärken bewegt, bringt den 55-Jährigen nicht mehr aus der Ruhe. Aber er kann sich gut vorstellen, dass es insbesondere in der Männerwelt einige Kandidaten gibt, die gerne einmal ausprobieren würden, wie es ist, ein solches Gefährt in Bewegung zu setzen.

Beeindruckend ist indes nicht nur die Kraft, die zur Verfügung steht. Das Fahrzeug wiegt rund 70 Tonnen, ist elf Meter lang, rund fünfeinhalb Meter breit und fast ebenso hoch. Für die Steinbruch-Belegschaft ist das inzwischen zu einem normalen Anblick geworden. Für Besucher, die die HD785 bei ihrer Tour über das Gelände zu sehen bekommen, werden die Schwerlastwagen aber sicher echte Hingucker sein.

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