Vier Kommunen steigen in Digitalisierungsprojekt ein
„Satellit“ nahe der Fußgängerzone

Lengerich/Tecklenburg/Ladbergen/Lienen -

Lengerich wird zu einer Art Außenstelle des sogenannten Digital Hub Münsterland mit Sitz in Münster. Die Stadt kooperiert dabei mit Tecklenburg, Lienen und Ladbergen. Hinter dem Vorhaben steht die Idee, die digitale Wirtschaft durch die Vernetzung von Unternehmen, Institutionen, Wissenschaft, Verbänden und Startups vor Ort zu fördern.

Samstag, 01.06.2019, 09:13 Uhr aktualisiert: 01.06.2019, 09:20 Uhr
Die Digitalisierung nimmt immer mehr Fahrt auf und wird somit auch für immer mehr mittelständische Firmen zu einem wichtigen Thema.
Die Digitalisierung nimmt immer mehr Fahrt auf und wird somit auch für immer mehr mittelständische Firmen zu einem wichtigen Thema. Foto: colourbox.de

Lengerich wird zusammen mit den Kommunen Tecklenburg, Ladbergen und Lienen zu einem Satelliten. Gen Himmel abheben muss dafür nichts und niemand. Es geht um den sogenannten Digital Hub Münsterland, dessen Verantwortliche es sich zur Aufgabe gemacht hat, die digitale Wirtschaft durch die Vernetzung von Unternehmen, Institutionen, Wissenschaft, Verbänden und Startups zu fördern. In Lengerich soll nun, in Kooperation mit den Nachbarn, eine Art Zweigstelle errichtet werden. Die Macher sprechen von einem „Satelliten“. Weitere wird es in Ibbenbüren und Emsdetten geben.

Nach Angaben von Lengerichs Wirtschaftsförderer Jürgen Kohne haben sich bereits rund 20 lokale Unternehmen bereit erklärt, in das Vorhaben einzusteigen. Die meisten kämen aus Lengerich, ein paar aus den drei anderen Kommunen. Die Initiative, sich an dem vom Land geförderten Vorhaben zu beteiligen, ging von der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft des Kreises aus. „Wir haben den Ball dann als Kommunen aufgegriffen“, sagt Kohne. Im Frühjahr habe es erste Gespräche gegeben. Bereits Ende Mai, als klar war, dass genügend Firmen Interesse haben, sei entschieden worden, das „Satelliten“-Vorhaben anzugehen.

Den Verein Münsterland digital, der hinter Digital Hub Münsterland steht, gibt es seit 2016. Geschäftsführer Dr. Sebastian Köffer erklärt, dass man sich in erster Linie aus „Austauschplattform“ für digitale Innovationsprojekte und digitale Fragestellungen verstehe.

Gerade für den Mittelstand, so seine Einschätzung, sei die Digitalisierung eine große Herausforderung dar. Zum einen stelle sich die Frage, ob sich mit dem bestehenden Geschäftsmodell, das möglicherweise aktuell bestens laufe, auch noch in zehn, 15 Jahren unvermindert Geld verdienen lasse. „Das zu analysieren, fällt vielen noch schwer.“ Zum anderen sei es so, dass Mittelständler oft zu klein seien und ihnen die Mittel fehlten, um die für den Wandel notwendigen Kapazitäten im eigenen Haus aufzubauen. Gerade beim Personal sei das alles andere als leicht. Umso wichtiger sei es, in solchen Fällen Kooperationen anzustreben

Geht es um die praktische Umsetzung, führt Köffer zwei Beispiele exemplarisch an: die Digitalisierung des Rechnungseingangs in Betrieben und den Aufbau neuer Logistikketten bei Warenwirtschaftssystemen. Das seien klassische Felder, die immer wieder zur Sprache kämen, wenn es um die Digitalisierung in der Wirtschaft gehe. Der Digital-Hub-Geschäftsführer spricht aber auch davon, „physische Produkte intelligent zu machen“.

Will ein Unternehmen vom neuen Digital-Hub-Satelliten profitieren, muss die Bereitschaft da sein, sich in einem überschaubaren Rahmen, finanziell zu engagieren. Die Kosten, die mit dem Aufbau und Unterhalt des „Satelliten“ verbunden sind, sollen so zum Teil getragen werden. Zudem, das betonen Kohne und Köffer übereinstimmend, sei es erforderlich, dass die Verantwortlichen aus den Betrieben berichten. Nur so könne eine Antwort auf die Frage gefunden werden, wie und wer möglicherweise weiterhelfen oder als Kooperationspartner infrage kommen kann. Köffer fügt beruhigend hinzu, dass natürlich „nicht alles preisgegeben“ werden müsse. Zudem, auch da sind sich Geschäftsführer und Wirtschaftsförderer einig, sei Begeisterung für die Sache gefragt.

Wie konkret und weit die Pläne für Lengerich bereits fortgeschritten sind, lässt sich daraus schließen, dass zum Sommer Büroräume nahe der Fußgängerzone bezogen werden sollen. In den vier Kommunen muss noch in der Politik sondiert werden, wie die finanzielle Unterstützung durch die Städte und Gemeinden aussieht. Zudem, so Kohne, werde es darum gehen, in Gesprächen mit Unternehmen und Verantwortlichen in Münster das genaue Konzept „zu finalisieren“.

Aktuell beteiligen sich bereits Firmen verschiedener Branchen und Größen (etwa fünf bis 100 Mitarbeiter). Weitere, vom kleinen Handwerksbetrieb an aufwärts, seien jederzeit eingeladen, noch einzusteigen. Das Programm ist zunächst auf drei Jahren ausgelegt.

Zum Thema

Nähere Informationen gibt es bei den Wirtschaftsförderern in Lengerich, Tecklenburg, Lienen und Ladbergen.

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