Probleme an Schulen
Verwaltung erwägt Kamera-Einsatz

Lengerich -

Mehrere Einbrüche und Fälle von Vandalismus an der Friedrich-von-Bodelschwingh-Realschule haben zu Überlegungen in der Stadtverwaltung geführt, Teile des Außengeländes mit Kameras zu überwachsen. Derzeit werden Antworten auf rechtliche und technische Fragen gesucht. Ein anderes Problem ist an der Dietrich-Bonhoeffer-Realschule zu lösen: Dort geht es um die Toilettenräume und Vandalismus.

Freitag, 14.06.2019, 05:42 Uhr aktualisiert: 14.06.2019, 05:50 Uhr
In die Bodelschwingh-Realschule ist in jüngerer Vergangenheit mehrfach eingebrochen worden. Ein Grund dafür, dass die Verwaltung nun überlegt, ob der Einsatz von Überwachungskameras möglich ist.
In die Bodelschwingh-Realschule ist in jüngerer Vergangenheit mehrfach eingebrochen worden. Ein Grund dafür, dass die Verwaltung nun überlegt, ob der Einsatz von Überwachungskameras möglich ist. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Die Stadt zieht es in Erwägung, Teile des Außengeländes der Bodelschwingh-Realschule mit Kameras zu überwachen. Die Verwaltung prüft aktuell, ob eine Realisierung rechtlich und technisch machbar ist. Begründet wird das Vorgehen mit mehreren Einbrüchen und Fällen von Vandalismus.

Letzteres ist seit längerer Zeit offenbar auch ein Problem an der Bonhoeffer-Realschule. Dort geht es explizit um die Toiletten. Anders als an der Bodelschwingh-Realschule kommen die Randalierer aber offenbar nicht oder nur in Ausnahmefällen von außen. Als Konsequenz hatte die Schulleitung zeitweise die WC-Räume während der Unterrichtszeit abschließen lassen; bei Bedarf sollten sich Schüler den Schlüssel im Sekretariat abholen. Eine Lösung, die nur bedingt funktionierte. Viele Kinder und Jugendliche wichen und weichen zum benachbarten Hannah-Arendt-Gymnasium aus – obwohl die WCs inzwischen wieder um 7 Uhr geöffnet und erst nach 16 Uhr abgeschlossen werden.

Das bestätigen Angelika Heitmann, Leiterin des HAG , und Harald Paschen , kommissarischer Leiter der Bonhoeffer-Realschule. „Da unsere Toilettenanlagen nicht renoviert sind, nutzen unsere Schülerinnen und Schüler verständlicherweise die renovierten Toilettenanlagen des Hannah-Arendt-Gymnasiums“, erklärt Paschen die Situation in einer schriftlichen Stellungnahme. Auch „Hinweise“ seitens der Lehrer, das zu unterlassen, hätten an der Situation nichts geändert. Die Frage, inwieweit er das Verhalten seiner Schüler verstehe, beantwortet der Pädagoge mit den Worten: „Ich kann es auf jeden Fall nachvollziehen.“

Für die Verwaltung nimmt Frank Lammert zu dem Thema Stellung. Er sagt: „Dass der Handlungsbedarf so groß ist, war uns so nicht bekannt.“ Der Beigeordnete verweist darauf, dass die Schülertoiletten noch 2014 mit „neuer Keramik“ ausgestattet worden seien, zudem sei in „Eigenleistung“ durch die Schule gestrichen worden. Die Nachricht, dass es wiederholt Schäden durch Vandalismus wie eingetretene Trennwände, abgerissene Papierhalter und beschädigte WC-Becken gab, hat die Stadt seinen Worten zufolge jedoch durchaus erreicht. Mittel für eine Sanierung gebe es im Haushalt aktuell gleichwohl nicht. Und auch über den Einsatz von Kameras werde im Fall der Bonhoeffer-Realschule aktuell nicht nachgedacht. Direkt in den Toiletten-Räumen, so Lammert, wäre das ohnehin unzulässig. Um sie außerhalb zu installieren, brauche es „genügend gravierende Ereignisse“. Man müsse mittelfristig schauen, ob das der Fall sei.

Bei der Bodelschwingh-Realschule scheinen die Verantwortlichen in der Verwaltung die Meinung zu vertreten, dass diese Vorgabe inzwischen erfüllt sein könnte. Zum einen gab es besagte Einbrüche, zum anderen Ruhestörungen, zerschlagene Flaschen, zerstörte Sitzbänke und mehr. Sollten die Kameras Realität werden, gehe es nicht um eine Überwachung rund um die Uhr, sondern allein um die Zeiten außerhalb des Schulbetriebs, betont Lammert. Weiter erklärt er, dass der Schulhof nicht ein „allgemein öffentlicher Bereich“ im üblichen Sinne sei. Als Vergleich zieht der Beigeordnete den Altkleider- und Altglascontainer-Standort hinter dem Feuerwehrhaus heran. Auch dort war durch die Lokalpolitik schon einmal ein Kameraeinsatz ins Spiel gebracht worden, weil immer wieder illegal Abfall abgeladen wird. Die rechtlichen Hürden seien an einem solchen Platz jedoch wesentlich höher als an einer Schule, stellt Lammert fest.

Schon jetzt setzt die Stadt wegen der bestehenden Probleme einen Sicherheitsdienst ein, der immer wieder an der Bodelschwingh-Realschule, an der Gesamtschule sowie im Bereich HAG und Bonhoeffer-Realschule nach dem Rechten sieht. Gegebenenfalls könne zudem die Polizei bei Problemen hinzugezogen werden, etwa dann, wenn sich Personen weigern, die Örtlichkeit zu verlassen.

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