TWE-Schienenstrecke
Viel Potenzial für Gütertransporte

Lengerich -

Der erste Abschnitt der ehemaligen TWE-Strecke ist saniert. Abgeschlossen sein sollen die Arbeiten auf dem gut 50 Kilometer langen Teilstück zwischen Ibbenbüren und Versmold Ende 2023. Dann soll wieder Güterverkehr über die Gleise rollen. Ob auch der Personenverkehr reaktiviert wird?

Samstag, 29.06.2019, 12:48 Uhr aktualisiert: 29.06.2019, 13:00 Uhr
Ein Dammrutsch zwischen Tecklenburg und Brochterbeck hat im Jahr 2010 den Verkehr auf den TWE-Gleisen zum Erliegen gebracht. Jetzt läuft die Sanierung der Schienenstrecke.
Ein Dammrutsch zwischen Tecklenburg und Brochterbeck hat im Jahr 2010 den Verkehr auf den TWE-Gleisen zum Erliegen gebracht. Jetzt läuft die Sanierung der Schienenstrecke. Foto: privat

„Die Strecke ist nie stillgelegt worden.“ Das betont Josef Högemann mehrfach in der Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses am Donnerstagabend. Die Betriebserlaubnis für die TWE-Strecke zwischen Ibbenbüren und Versmold sei nie erloschen, so der Sprecher des Unternehmens Lappwaldbahn, das die Strecke vor knapp vier Jahren gekauft hatte. Bis Ende des Jahres 2023 soll der gut 50 Kilometer lange Schienenstrang komplett saniert sein.

Die ersten Gütertransporte laufen bereits wieder auf dem Teilstück zwischen Ibbenbüren und dem Hafen Dörenthe, das über Brochterbeck verläuft. „Nur noch im Hafenbereich müssen letzte Arbeiten erledigt werden“, skizziert er den Stand dieses ersten Abschnitts. Das Teilstück zwischen Lengerich und Bad Iburg ist für die Landesgartenschau in der niedersächsischen Stadt im vergangenen Jahr provisorisch hergerichtet worden. „Das war so gewünscht worden.“ Die endgültige Fertigstellung dieses 10,2 Kilometer langen Abschnitts ist für den Zeitraum Januar 2021 bis August 2022 geplant.

Vorher steht der Abschnitt Bad Iburg - Versmold (14 Kilometer) auf der Agenda. Letzter Arbeitsschritt ist die Sanierung des Teilstücks zwischen Lengerich und Brochterbeck (12,5 Kilometer). Ein Büro an der TWE-Strecke hat die Lappwaldbahn inzwischen in Dörenthe bezogen. „Der Bahnhof in Bad Iburg ist uns für diesen Zweck auch angeboten worden“, berichtet der Lappwaldbahn-Mann. Allerdings hätten die Preisvorstellungen nicht gepasst.

Spätestens bei Fertigstellung des Abschnitts Ibbenbüren - Versmold wird nicht nur der Teuto-Express wieder über die Schienen dampfen. Wesentlicher für das Unternehmen ist der Güterverkehr. Und da, so ist den Worten Josef Högemanns zu entnehmen, könnte sich Einiges in Bewegung setzen.

Die Firma Bergschneider (Ibbenbüren), die in Dörenthe den Hafen betreibt, könnte bis zu 150 000 Tonnen jährlich auf die Schiene bringen. „Das entspricht rund 60 Zügen im Jahr.“ Das Unternehmen Kröner-Stärke im Bocketal sieht ein Potenzial von bis zu 60 000 Jahrestonnen für den Weg auf der Schiene. Mit der Firma Dyckerhoff habe es erste Gespräche gegeben, berichtet er.

Bahnübergang Bahnhofstraße

Der Bahnübergang an der Bahnhofstraße über die TWE-Gleise wird mit Blick auf den Neubau für die Gesamtschule auf dem angrenzenden Grundstück (TWE-Wiese) wohl nicht von der Stadt modernisiert. „Die Übergänge haben Bestandsschutz“, erläutert Holger Lange im Ausschuss. Werde die Querung im Zuge der Sanierung des TWE-Schienenstrangs modernisiert, würden sich zu je einem Drittel Bund, Lappwaldbahn und Baulastträger (in diesem Fall der Kreis Steinfurt) die Kosten teilen. „Die Stadt müsste nur für den Gehweg zahlen“, so der Fachdienstleiter Straßenbau. Wollte die Stadt vorher den Bahnübergang erneuert haben, möglicherweise mit Halbschranken, „müssten wir die kompletten Kosten tragen“. Ein Szenario, für das sich am Donnerstagabend kein Kommunalpolitiker erwärmen konnte.

...

Selbst Mähdrescher und Häcksler könnten auf Waggons durch Lengerich rollen. Die kämen von der Firma Claas in Harsewinkel, die derzeit noch den Abschnitt zwischen Versmold und Gütersloh für ihre Waren nutzt. „Dort wird mit ziemlicher Sicherheit wieder der Personenverkehr aufgenommen“, erzählt Josef Högemann. Als Folge davon könnte der Landmaschinenhersteller veranlasst werden, seine Transporte auf den Nordabschnitt bis Lengerich zu legen. „Von dort ist Bremerhaven, wo die Maschinen verschifft werden, leicht auf den DB-Gleisen zu erreichen“, berichtet er.

Dass es in Hohne bereits Unmutsäußerungen zur Wiederaufnahme des Schienenverkehrs gegeben hat, weiß der Lappwaldbahn-Sprecher. Dort ist gegenüber dem Bollenweg ein kleines Baugebiet erschlossen und bebaut worden. „Wenn den Bauherren gesagt wurde, dort wird nie wieder ein Zug fahren, weil die Strecke stillgelegt wird, ist das schlicht falsch“, verweist Josef Högemann auf seine Eingangsbemerkung.

Ob es eine Reaktivierung des Personenverkehrs geben wird? Er verweist in diesem Zusammenhang nur auf die Gründung einer Arbeitsgruppe durch die Tourismusverbände an der Strecke. Die wollen den Teuto-Express mit regelmäßigen Fahrten wieder auf die Gleise bringen.

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