Sanierung der Straße Im Hook
Erdaushub ist belastet

Lengerich -

Böse Überraschung bei der Sanierung der Straße Im Hook: Die Stadt wird rund 60 000 Euro mehr als ursprünglich kalkuliert für diese Maßnahme ausgeben müssen. Entsprechend werden sich auch die von den Anliegern aufzuwendenden Beiträge erhöhen. Grund für die Mehrausgabe: Der Bodenaushub muss aufwendiger entsorgt werden als geplant.

Donnerstag, 11.07.2019, 06:09 Uhr
Beim Aufstellen der Schilder vor dem Beginn der Sanierungsarbeiten in der Straße Im Hook war die Welt noch in Ordnung. Jetzt steigen die Gesamtkosten für die Maßnahme, weil belastetes Erdreich aufgetaucht ist.
Beim Aufstellen der Schilder vor dem Beginn der Sanierungsarbeiten in der Straße Im Hook war die Welt noch in Ordnung. Jetzt steigen die Gesamtkosten für die Maßnahme, weil belastetes Erdreich aufgetaucht ist. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Im Juni des vergangenen Jahres waren vier Proben des gewachsenen Bodens unter dem Fahrbahnaufbau genommen und untersucht worden. „Dabei wurde festgestellt, dass das Erdreich in die Belastungsklasse Z 0 einzuordnen ist“, erläutert Holger Lange am Dienstagabend im Stadtrat. Diese Klassifizierung beschreibt unbelasteten Boden, dessen Wiedereinbau uneingeschränkt zulässig ist.

Im vergangenen Monat – die Bauarbeiten liefen schon – ist im Zuge der weiteren Erdarbeiten festgestellt worden, dass der auszukoffernde Boden „optisch auffällig“ war, so der Leiter des Fachdienstes Straßenbau. Die mit den Arbeiten beauftragte Firma habe die Beurteilung des Erdreichs angezweifelt. Eine Nachuntersuchung ergab die Klasse Z 2. Und damit ist der Wiedereinbau des Erdaushubs nicht mehr möglich, erläutert Holger Lange.

„Der Boden ist nicht verseucht“, betont der Fachdienstleiter. Die Analyse habe nur einen erhöhten Wert an gebundenem organischen Kohlenstoff im Erdreich ergeben. Die bauausführende Firma habe für die Entsorgung des Bodenmaterials (rund 2700 Kubikmeter) einen Vergütungsanspruch.

Die Fragen der Ratsmitglieder zielen nach diesen Informationen allerdings nicht in Richtung Boden. Ob denn die Anlieger informiert worden seien über die Mehrkosten, will Anne Engelhardt , Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen, wissen. Da die genauen Mehrkosten noch nicht bekannt und eine kurzfristige Information der Anlieger nicht möglich gewesen sei, würden diese über den Kostenbescheid informiert.

Diese Antwort von Holger Lange wertete Björn Schilling (SPD) umgehend als „etwas schwach“ in Sachen Informationspolitik der Verwaltung. Und auch die Einschätzung von Frank Lammert wird nicht geteilt. Der Beigeordnete verweist auf den Spagat für die Verwaltung: „Werden erst die Bürger informiert, ist die Politik verärgert, andersherum ist es genauso.“ Was Anne Engelhardt umgehend mit dem Hinweis kontert, „das ist für mich noch lange kein Grund, beide gleichzeitig zu informieren“.

Immerhin, die außerplanmäßig bereitzustellenden 60 000 Euro bewilligt der Rat. Das Geld wird aus dem Topf genommen, mit dem die Rahestraße saniert werden soll. Diese Maßnahme ist nach massivem Druck der Anlieger in das nächste Jahr geschoben worden.

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