Grundschule Intrup
Abfuhr für den Jugendbeirat

Lengerich -

Nichts wird es mit der Testphase auf dem Pausenhof der Grundschule Intrup, dessen Nutzungszeit – bis zum Jahresende befristet – bis 20 Uhr zu verlängern. Der Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, einem entsprechenden Antrag des Jugendbeirats nicht zuzustimmen. Vielmehr soll die Verwaltung über den Sommer ein Nutzungskonzept für alle Spielplätze in der Stadt entwickeln.

Freitag, 12.07.2019, 06:12 Uhr aktualisiert: 12.07.2019, 06:20 Uhr
Im Fachausschuss war dem Antrag des Jugendbeirats, den Pausenhof der Grundschule Intrup bis 20 Uhr zum Spielen freizugeben, noch zugestimmt worden. Der Stadtrat hat sich diesem Votum nicht angeschlossen.
Im Fachausschuss war dem Antrag des Jugendbeirats, den Pausenhof der Grundschule Intrup bis 20 Uhr zum Spielen freizugeben, noch zugestimmt worden. Der Stadtrat hat sich diesem Votum nicht angeschlossen. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Gegen den Antrag des Jugendbeirats, die Nutzungszeit des Pausenhofs analog zu denen der Spielplätze bis 20 Uhr zu verlängern, hatten sich Anlieger gewandt. Sie befürchten eine stärkere Lärmbelastung, insbesondere durch die Nutzung des Pausenhofes als Fußballfeld ( WN berichteten). Hauptgeräuschquelle ist offenbar ein Zaun aus Metall, gegen den Bälle geschossen werden.

Anne Engelhardt berichtet im Rat, dass sie von Anliegern gehört habe, Jugendliche und ein Verwaltungsmitarbeiter hätten sich in den vergangenen Tagen Zaun und Tore angeschaut. Ob der Zaun stabilisiert werden und die Tore anders gestellt werden könnten, um die Lärmbelastung zu reduzieren, will die Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen von der Verwaltung wissen. Bevor diese reagieren kann regt sie an, den Antrag des Jugendbeirats in den Fachausschuss Schule und Sport zu schieben. In dessen Sitzung nach den Ferien solle die Verwaltung eine Kostenschätzung vorlegen, ob eine Reparatur des Zauns oder ein Ersatzzaun günstiger kommen.

Ebenfalls von Anliegern kontaktiert worden ist die CDU-Fraktion, so deren Vorsitzender Klaus Reiher . Ein Vorstandsmitglied der Partei habe sich mit Mitgliedern des Jugendbeirats auf dem Pausenhof getroffen. Dabei seien die Antragsteller darauf hingewiesen worden, dass – wenn ihrem Anliegen zugestimmt werde – ab 20 Uhr Ruhe auf dem Pausenhof sein müsse. „Zudem muss es Alternativen für Jugendliche nach 20 Uhr geben“, stellt Klaus Reiher fest und sieht da den Jugendbeirat gefordert.

Andreas Kuhn bezweifelt, dass es Aufgabe des Jugendbeirats sei, auf die Einhaltung der Ruhe ab 20 Uhr zu achten. „Dafür sind eher Polizei oder Ordnungsamt zuständig“, stellt der SPD-Fraktionsvorsitzende fest. Klaus Reiher fühlt sich falsch verstanden. „Der Jugendbeirat soll auf die Jugendlichen einwirken, sich an die Regeln zu halten“, verdeutlicht er seine Aussage.

Doch den Sozialdemokraten sind auch Beschwerden von einem weiteren Spielplatz zu Ohr gekommen: an der Margarethenstraße. „Die Verwaltung ist in der Pflicht, ein einheitliches Konzept für alle Spielplätze zu entwickeln“, schließt er sich dem Anliegen der Grünen an. Deren Mitglied Sandra Kätker fordert, eine Lehre aus der Debatte zu ziehen: „Beim nächsten Mal sollte der fragliche Ort vorher inspiziert und erst dann darüber diskutiert werden.“

Geklärt werden könnten bis zur Sitzung des Fachausschusses zwei Fragen des Anliegers Manfred Schäfer, die er in der Einwohnerfragestunden an den Bürgermeister gerichtet hat: Gibt es ein Lärmschutzgutachten für den maroden Zaun? Sind die Tore TÜV-sicher?

Enttäuschte Gesichter nach der Sitzung bei Mitgliedern des Jugendbeirats. „Da hat wohl niemand an die Ferien gedacht. Sechs Wochen Pause und der Platz darf nicht benutzt werden“, fasst Jannik Welp die Verärgerung in Worte. Der Jugendbeirat fühle sich übergangen.

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