Grundschule Stadtfeldmark
Sicher ist es hinterm Lkw

Lengerich -

Was ein Toter Winkel ist und wie man sich als Radfahrer richtig im Verkehr verhält, das hat Polizeihauptkommissar Manfred Ellilng jetzt den Schülerinnen und Schüler der Grundschule Stadtfeldmark vermittelt.

Sonntag, 14.07.2019, 07:08 Uhr aktualisiert: 14.07.2019, 07:20 Uhr
Manfred Elling erklärt den Drittklässlern auf dem imaginären Radweg, warum sie der Lkw-Fahrer trotz der vielen Spiegel auf der Beifahrerseite übersehen könnte.
Manfred Elling erklärt den Drittklässlern auf dem imaginären Radweg, warum sie der Lkw-Fahrer trotz der vielen Spiegel auf der Beifahrerseite übersehen könnte. Foto: Michael Baar

„Aufeinander Rücksicht nehmen.“ Diese Regel halten Manfred Elling und Dirk Teigelmeister für sehr wichtig. Immer wieder weisen der Polizeihauptkommissar und der Lkw-Fahrer die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Stadtfeldmark darauf hin.

Dirk Teigelmeister hat dafür ein beeindruckendes Demonstrationsobjekt mitgebracht. Auf der Wiese an der Poolhalle steht ein Silo-Sattelzug. Vollbeladen wiegt der 40 Tonnen. „So viel wie 20 Polizeiautos“, zieht der 52-Jährige einen anschaulichen Vergleich.

Mit Pylonen hat Manfred Elling derweil einen Fahrradweg markiert, der neben dem Lkw herführt. Der Sattelzug, das lassen die eingeschlagenen Räder der Zugmaschine vermuten, will nach rechts abbiegen. „Wo würdet ihr Euch hinstellen, wenn ihr auf diesem Fahrradweg neben dem Lkw unterwegs wärt?“, will er von den Kindern wissen.

Die schauen sich das Führerhaus an, sehen auf der Beifahrerseite eine Vielzahl an Spiegeln. Der Großteil stellt sich in Höhe der Hinterräder der Zugmaschine auf. Dirk Teigelmeister sitzt hinter dem Lenkrad. Trotz der ganzen Spiegel – er sieht die Kinder nicht, die können ihn auch nicht erkennen. „Wenn Ihr hier stehen würdet und der Lkw biegt nach rechts ab, wirft Euch der Unterfahrschutz um“, beschreibt Manfred Elling, was passieren würde. Schlimmer noch: Die Reifen des Aufliegers würden über den gestürzten Radfahrer rollen. Es folgt ein Moment der Stille.

„Was meint Ihr denn, wo Ihr sicher stehen würdet?“, will der Polizist dann wissen. Die Gruppe von Drittklässlern begibt sich hinter den Auflieger – was ihnen ein Lob einbringt. „Das ist genau richtig, denn hier könnt Ihr sehen, ob der Lkw blinkt und abbiegen will“, erläutert der Freund und Helfer.

Dass der Lkw der Spedition Sievert zur Grundschule gekommen ist, ist kein Zufall. In der vierten Klasse steht die Radfahrprüfung auf dem Stundenplan. Was Dirk Teigelmeister, Vater einer Tochter, die ebenfalls die vierte Klasse besucht, zu wenig war. „Die Schule war sehr aufgeschlossen beim Thema Toter Winkel“, erzählt er. Ginge es nach ihm, würde so eine Veranstaltung regelmäßig stattfinden, um die Kinder zu sensibilisieren.

Als Berufskraftfahrer legt er Zehntausende von Kilometern im Jahr zurück. Aus seiner Erfahrung sind die E-Bikes das größte Problem. „Die sind zwar beleuchtet, aber viel zu schnell im Alltag“, habe er immer wieder festgestellt. Und als Lkw-Fahrer müsse er beim Abbiegen auf viele Verkehrsteilnehmer achten. „Da kann ich nicht nur rechts in die Spiegel schauen.“

Wenn der 52-Jährige mit seinem Rad unterwegs ist, hält er sich an zwei Regeln, die er sich auferlegt hat: „Immer mit Helm und Warnweste oder Jacke mit reflektierenden Streifen.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6773714?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F175%2F
Uniklinikum schließt Schlafmedizin
Aus für Spezialklinik: Uniklinikum schließt Schlafmedizin
Nachrichten-Ticker