150 Jahre „Rollbahn“
Späte Entscheidung für Lengerich

Lengerich -

In rund zwei Jahren wird die Bahnstrecke Wanne-Eickel–Münster– Len­gerich–Osnabrück– Hamburg 150 Jahre alt. Im Volksmund hieß sie von Anfang an „Rollbahn“. Eine Bezeichnung, die von den Rollgeräuschen der Waggons hergeleitet wurde, hat der Verein Eisenbahnfreunde Lengerich herausgefunden.

Montag, 15.07.2019, 06:16 Uhr aktualisiert: 15.07.2019, 06:30 Uhr
Dieses Bahnhofsgebäude an der Strecke Ruhrgebiet - Hamburg in Lengerich an der Lienener Straße ist bei einem Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg am 13. März 1945 zerstört worden.
Dieses Bahnhofsgebäude an der Strecke Ruhrgebiet - Hamburg in Lengerich an der Lienener Straße ist bei einem Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg am 13. März 1945 zerstört worden. Foto: Archiv Hanna Schmedt

Am 1. September 1871 wurde auf der Strecke der Eisenbahnverkehr von der CME (Köln Mindener Eisenbahn) aufgenommen. Die Entstehungsgeschichte der Bahn in Lengerich geht bis in das Jahr 1862 zurück. Ursprünglich war es gar nicht vorgesehen, dass die Verbindung über Lengerich führt, sondern über Bad Iburg nach Osnabrück.

Erst am 25. April 1868 fiel die endgültige Entscheidung im „Königlichen Eisenbahn Commissariat zu Cöln“ mit der Mitteilung an die Königliche Regierung, Abteilung des Innern zu Münster, dass die Bahnlinie auf der „Münster-Osnabrück-Strecke“ geradlinig auf die „südöstliche Ecke des Kattenvenner Moors“ gehe und von da in einem nach Osten konvexen Bogen östlich von Lengerich den Hauptgebirgskamm des Teutoburger Waldes schneide, heißt es im Bericht.

Lengerich hatte das Rennen um die Eisenbahn gemacht, für alle sichtbar durch den Beginn der Bauarbeiten an den beiden Tunneleinschnitten nördlich und südlich des Bergrückens. Diese Magistrale ist heute noch eine der meistbefahrenen Eisenbahnstrecken Deutschlands. Der Verlag DGEG Medien GmbH hat bereits in zwei Bänden die Eisenbahnstrecke, – den Abschnitten Bremen-Hamburg im Jahr 2011 sowie den Abschnitt Osnabrück-Bremen im Jahr 2014 – in umfangreichen Büchern gewürdigt. Ebenso in einem Kurzbericht im Jahr 2008 zum 80-jährigen Bestehen des zweiten, in den Jahren 1926 bis 1928 gebauten, Tunnels, in der Zeitschrift „Eisenbahn-Geschichte“, eine Zeitschrift der DGEG (Deutsche Gesellschaft für Eisenbahn-Geschichte).

Die Eisenbahnfreunde Lengerich wollen den Verlag bei seiner Recherche und dem Sammeln von eisenbahngeschichtlichen Dokumenten und Fotos für den geplanten Band III unterstützen. Durch die Initiative von Pastor Harald Klöpper in seiner Aufarbeitung der Geschichte der Lienener Straße, sind bereits einige bisher unbekannte, aber sehr interessante Bilddokumente und Zeichnungen – auch zu Bahnhof und Dyckerhoff – aus dem Fundus einzelner Personen aus der Versenkung aufgetaucht, schreibt der Verein.

Ebenso hat Hanna Schmedt aus Lienen zum ersten Bahnhof in Lengerich, an der Lienener Straße, viele interessante Informationen, bisher unbekannte Fakten, Zeichnungen und Bilder beigetragen. Gesucht werden vom Verein insbesondere alte Bilder aus Betriebsszenen im Bahnhof Lengerich, den Gebäuden, den Rangier-arbeiten, den Zugbildungen, und Bilder des Betriebsdienstes in den alten Stellwerken und dem im Jahr 1982 abgerissenen, gegenüber der Werkseinfahrt von Dyckerhoff befindlichen Stellwerk Lf (Lengerich-Fahrdienstleiter). Das Stellwerk LN (Lengerich-Nord) ist heute das Vereinsheim der Eisenbahnfreunde.

Darüber hinaus sind Fotos von und an der Strecke in und um Lengerich, mit den bis 1977 (Ausbau der Streckenkurve im Bereich des Südrings) bestehenden sechs Bahnübergängen – beginnend am Standort der abgerissenen Fußgänger-Brücke bis Ringel (teils als Rufschranke) sowie Bilder vom Tunnel und dem Tunneleinschnitt von eisenbahngeschichtlichem Interesse.

Zum Thema

Für weitere Informationen und als Sammeladresse für Bilder und Informationen steht Detlev Höhn, Lisztstraße 4 in Lengerich (' 01 75/15 94 269, E-Mail detlev.hoehn@osnanet.de) zur Verfügung.

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