Gewalttätiger Beziehungsstreit vor Gericht
Ohrfeige und Tritte für die Freundin

Lengerich/Tecklenburg -

Eine Ohrfeige und Tritte gab der angeklagte zu. Doch als es am Freitag vor dem Amtsgericht Tecklenburg um den Punkt Freiheitsberaubung ging, da zeigte sich der 39-Jährige dann doch verwundert. Es ging bei dem Prozess um einen Beziehungsstreit in Lengerich im November 2018.

Samstag, 27.07.2019, 12:43 Uhr aktualisiert: 28.07.2019, 14:26 Uhr
 
  Foto: dpa

Zu einer Geldstrafe von 3500 Euro wegen vorsätzlicher Körperverletzung und Freiheitsberaubung hat das Amtsgericht Tecklenburg am Freitag einen Mann aus Bremen verurteilt. Der 39-Jährige hatte den Vorwurf der Körperverletzung unumwunden eingeräumt. „Das stimmt wie vorgelesen“, kommentierte er die Verlesung der Anklage.

Demnach hat er im November 2018 in seinem Zimmer in einer von seinem Arbeitgeber gestellten Wohnung in Lengerich seiner Freundin eine Ohrfeige verpasst, so dass diese vom Stuhl fiel, und sie anschließend getreten. Die 52-jährige Bremerin trug ein blaues Auge und multiple Prellungen davon.

„Die Freiheitsberaubung ist mir nicht so bewusst“, stellte der Angeklagte zum zweiten Anklagepunkt fest. Er habe zwar das Zimmer abgeschlossen, den Schlüssel aber auf die Kommode gelegt. Das hatte die Frau, die ihre Aussage mit dem Beistand einer Rechtsanwältin macht, anders in Erinnerung. „Ich wollte weg, er wollte nicht, dass ich gehe“, brachte sie die Situation auf den Punkt. Er habe ihr die Tasche abgenommen, die Tür abgeschlossen, den Schlüssel in die Hosentasche gesteckt, schilderte sie den Ablauf der Ereignisse.

Zudem soll er gedroht haben, sich umzubringen. „Er hat Tabletten genommen und ein Kartoffelschälmesser geholt“, sagte sie aus. Er habe allerdings nicht mehr versucht, sich die Pulsadern aufzuschneiden, weil er schließlich eingeschlafen sei, berichtete die 52-Jährige.

Wie es zu der Eskalation gekommen sei, wollte das Gericht wissen. „Alkohol und Eifersucht“, antwortete der Mann, der sich über den Vorwurf der Freiheitsberaubung verwundert zeigte. Er habe seine Freundin am Morgen danach doch noch zum Bahnhof gebracht.

Warum sie nach dem Geschehen keinen Schlussstrich gezogen habe, fragte der Richter die Frau im Hinblick darauf, dass sie und der Angeklagte wieder Kontakt haben und sich auch treffen. „Ich weiß es nicht“, gab die 52-Jährige eine wenig erhellende Antwort.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Bewährungsstrafe von acht Monaten gefordert. Das Gericht sah aber eine Freiheitsstrafe „nicht zwangsläufig“ angezeigt und verurteilte den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 140 Tagessätzen zu je 25 Euro.

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