Bandenmäßiger Diebstahl: Trio vor dem Landgericht
Kein Tresor schien vor ihnen sicher

Lengerich/Ladbergen/Münster -

Die drei Männer aus Ibbenbüren haben von Mai 2018 bis Februar 2019 zahlreiche Einbrüche und Diebstähle, unter anderem in Lengerich und Ladbergen, begangen. Seit Freitag müssen sie sich dafür vor dem Landgericht Münster verantworten.

Freitag, 02.08.2019, 20:22 Uhr aktualisiert: 02.08.2019, 20:30 Uhr
Das Landgericht Münster. 
Das Landgericht Münster.  Foto: dpa

Vor Gericht geht manche Illusion verloren. Zum Beispiel die, dass ein dickgepanzerter Tresor sicheren Schutz vor Einbruch und Diebstahl bietet. „Mit so einem kleinen Schraubendreher kriegt man den doch nicht auf“, meinte der Vorsitzende Richter am Landgericht Münster . In diesem Moment kam Bewegung in einen der drei Angeklagten aus Ibbenbüren, die sich wegen bandenmäßigen Diebstahls seit Freitag verantworten müssen. „Ja, sicher“, stellte M. fest, das seien nicht mehr als gesicherte Briefkästen, ergänzte sein Verteidiger.

Der 32-jährige Angeklagte muss es wissen. Denn gemeinsam mit seinen Mitangeklagten war er von Mai 2018 bis Februar 2019 auf Beutetour, unter anderem durch Ibbenbüren, Lengerich und Ladbergen. Dabei hatten sie es speziell auf Tresore in Geschäfts- und Lagerräumen, in Bäckereien und Hotels abgesehen. Insgesamt, so die Staatsanwaltschaft, sollen die Angeklagten eine Beute von etwa 68 000 Euro erlangt und einen Schaden von 9000 Euro verursacht haben.

Die genaue Höhe ist unsicher, ebenso wie viele andere Details dieser Einbruchserie, die mit der Verhaftung von einem der Täter in Laer im Februar ihr jähes Ende fand. Unsicher ist, wie viel Geld genau in den Tresoren lag. Die Angaben der Beteiligten seien mit Vorsicht zu genießen, weil sie sich bei der Verteilung der Beute möglicherweise gegenseitig übers Ohr hauten. Aber auch den Angaben der Geschädigten scheint das Gericht nicht durchgängig zu trauen. Es sei nicht ausgeschlossen, dass es in dem einen oder anderen Fall einen Versicherungsbetrug gegeben habe, hieß es.

Sieben Verhandlungstage sind bis Ende Oktober angesetzt, um Licht ins Dunkel zu bringen. Die Angeklagten sind offensichtlich geständig und zeigen sich bemüht, zur Aufklärung beizutragen. Das ist angesichts der Vielfalt der Straftaten und der mitunter wechselnden Besetzung mit noch unbekannten Tätern nicht immer leicht. Angefangen hatte es im Mai 2018 mit einem Einbruch auf einem Firmengelände an der Alstedder Straße in Ibbenbüren, der sich im Nachhinein als erfolgreichster Coup erweisen sollte. Ein Tresor mit Bargeld sowie reichlich Werkzeug fielen den Dieben in die Hände. Die Beute packten sie in ein auf dem Gelände gefundenes Fahrzeug, das M., wie er vor Gericht angab, von Rauschgift benebelt und ohne Führerschein vom Hof fuhr. Sie besaßen gar die Unverfrorenheit, eine Nacht später der Firma einen zweiten Besuch abzustatten, um einen Sprinter zu klauen, dessen Fahrzeugbrief sie im Tresor gefunden hatten.

Glaubt man den Angeklagten, folgte der nächste Einbruch erst im Oktober 2018, diesmal hatten sie es auf den Tresor eines Riesenbecker Hotels abgesehen. Dann ging es Schlag auf Schlag: Gaststätte in Laer, Bäckerei in Ladbergen, wo sich der geknackte Tresor auf der Dorfstraße wiederfand, dann wieder Ibbenbüren an der Glücksburger Straße. Der Aktionskreis umfasste zudem Rheine, Bad Iburg, Nordwalde, Bad Essen und Lengerich. Mitgenommen wurde alles, was sich zu Geld machen ließ: vom Pferdeanhänger bis zu Tabakwaren im Wert von 7000 Euro.

Denn Geld brauchte jeder von ihnen, wie sie vor Gericht erläuterten. Gefunden haben sie sich in einer Spielhalle in Ibbenbüren, wo sie ihrer Spielsucht nachgingen und wo sie an Rauschgift zu gelangen hofften.

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