Eichenprozessionsspinner
Stadt Lengerich warnt nach wie vor

Lengerich -

Wer in Lengerich im Grünen unterwegs ist, wird früher oder später auf sie stoßen: die Hinweisschilder der Stadt, mit denen vor dem Eichenprozessionsspinner gewarnt wird. Sie haben nach wie vor ihre Berechtigung.

Dienstag, 03.09.2019, 12:09 Uhr aktualisiert: 03.09.2019, 13:00 Uhr
Circa 75 solcher Hinweisschilder sind in Lengerich angebracht worden.
Circa 75 solcher Hinweisschilder sind in Lengerich angebracht worden. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Streng genommen entspricht die Botschaft, die auf den Hinweistafeln steht, nicht mehr ganz dem aktuellen Stand. An circa 75 Stellen warnt die Stadtverwaltung nach wie vor vor dem Eichenprozessionsspinner. Doch die meisten Falter sind inzwischen tot. Die Gefahr, die von den Tieren ausgeht, ist gleichwohl noch nicht gebannt.

Was dem Menschen weiterhin zu schaffen machen kann, sind die Härchen der Raupen. Die bleiben millionenfach in den Nestern zurück. Kommt der Mensch mit ihnen in Berührung, weil sich die winzigen Teilchen beispielsweise in der Kleidung oder auf Schuhen befinden und von dort auf die Haut und Schleimhaut gelangen, kann es durch ein in den Härchen enthaltenes Nesselgift zu gesundheitlichen Problemen kommen. Angefangen bei Hautausschlägen über Bindehautentzündungen bis hin zu Asthma-Anfällen und lebensbedrohlichen allergischen Schocks.

Was man über den Eichenprozessionsspinner wissen sollte

1/7
  • Im Münsterland breitet sich der Eichenprozessionsspinner in diesem Jahr besonders aus. Der Körper der bis zu fünf Zentimeter langen Raupe ist mit gefährlichen Brennhaaren übersät. Die Raupe ist an einem schwarz-braunen Streifen auf dem Rücken zu erkennen.

    Foto: Patrick Pleul (dpa)
  • Hauptsächlich an Eichen, manchmal aber auch an Hainbuchen spinnen die Raupen ihre Nester.

    Foto: Michael Schwakenberg
  • Aus Gelegen von 100 bis 200 Eiern schlüpfen Anfang Mai kleine Larven, die bis zur Verpuppung fünf bis sechs Stadien durchlaufen. Nach der Verpuppung ist das Tier ein brauner, unscheinbarer Nachtfalter.

    Foto: Bodo Marks (dpa)
  • Im „Gänsemarsch“ gehen die Raupen auf die Suche nach Nahrung – bevorzugt Eichenblätter. Durch diese „Prozession“ sind die Tiere zu ihrem Namen gekommen.

    Foto: Peter Roggenthin (dpa)
  • Ab dem dritten Stadium entwickeln sich bei den Larven Brennhaare mit Widerhaken, die ein Nesselgift (Thaumetopoein) enthalten. Bei unmittelbarem Kontakt kann das zu Hautentzündungen führen, bei empfindlichen Menschen auch zu allergischen Reaktionen. Typische Symptome sind Juckreiz, Hautrötung und Bläschen. Die Beschwerden klingen meist nach wenigen Tagen ab.

    Foto: Bernd Schäfer
  • Wer ein Nest entdeckt, sollte es deshalb nicht anfassen, sondern eine Fachfirma mit der Entfernung beauftragen, raten Behörden.

    Foto: hbm
  • So sieht ein entferntes Nest aus. Hohe Temperaturen und wenig Regen im Mai und Juni begünstigen die Verbreitung der Raupen.

    Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Zahlen, wie viele Bürger Lengerichs davon in den vergangenen Wochen und Monaten betroffen waren, gibt es in der Verwaltung keine. Allerdings heißt es in einer Antwort auf eine Anfrage der WN: „Gesundheitliche Einschränkungen in Form von allergischen Reaktionen in unterschiedlich starker Ausprägung sind uns bekannt.“

Die Stadt hat die rund 75 Schilder allesamt an Stellen angebracht, an denen Eichen auf kommunalem Grund betroffen sind. Die Zahl der Orte, an denen Eichenprozessionsspinner aktiv war und ist, dürfte demnach wesentlich höher sein. Nur in Ausnahmefällen (zum Beispiel an Schulen) hat die Verwaltung Unternehmen damit beauftragt, die kleinen Plagegeister und deren Nester zu entfernen. Die Kosten dafür werden sich etwa im Rahmen des Vorjahres bewegen. Es geht um nicht ganz 10 000 Euro.

So werden Eichenprozessionsspinner bekämpft

1/10
  • Was tun gegen die Gespinste des Eichenprozessionsspinners? So gehen Profis vor:

    Foto: Matthias Ahlke
  • Mit Schutzanzügen bekleidet lassen sich die Schädlingsbekämpfer – hier vom Unternehmen „AstWerk“ per Hubwagen in die Baumkronen hieven.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Ein Haarspray kommt zur Fixierung des Gespinstes zum Einsatz.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Dann wird das Nest von Hand abgenommen...

    Foto: Matthias Ahlke
  • ...und in einer Plastiktüte verpackt.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Eine weitere Möglichkeit zur Entfernung der Nester: Absaugen.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Mit einem Industriestaubsager werden die Gespinste entfernt.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Anschließend werden die betroffenen Stellen an der Eiche gründlich abgesaugt und mit einem Haarspray imprägniert.

    Foto: Matthias Ahlke
  • 40 bis 50 Nester können von einer Kolonne am Tag beseitigt werden.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Die Eichenprozessionsspinner werden samt ihrer reizenden Brennhaare entsorgt.

    Foto: Matthias Ahlke
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6896070?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F175%2F
Bürgerbus kollidiert mit Auto
Vier Schwerverletzte: Bürgerbus kollidiert mit Auto
Nachrichten-Ticker