Bilanz des Sommerferienprogramms
Störfaktor Eichenprozessionsspinner

Lengerich -

Auf den ersten Blick spiegeln die Zahlen nicht das wieder, was Thomas Brümmer sagt. Der Leiter des Jugendzentrums zeigt sich fast rundum zufrieden mit dem Verlauf des Sommerferienprogramms. Dabei gab es diesmal circa 130 Teilnehmer weniger als 2018. Doch die Erklärung dafür ist schnell geliefert: Der Eichenprozessionsspinner war schuld.

Mittwoch, 04.09.2019, 17:28 Uhr aktualisiert: 04.09.2019, 17:34 Uhr
Ob Besuch im Heidepark (oben), turnen und toben im Spieleparadies in Hörstel (rechts) oder Radio machen im Jugendzentrum – das Ferienprogramm bot wieder eine Vielzahl an Möglichkeiten.
Ob Besuch im Heidepark (oben), turnen und toben im Spieleparadies in Hörstel (rechts) oder Radio machen im Jugendzentrum – das Ferienprogramm bot wieder eine Vielzahl an Möglichkeiten. Foto: Jugendzentrum Lengerich

Denn der hat dafür gesorgt, dass der Verein Bogensport Lengerich sein komplettes Angebot vorsichtshalber absagen musste. Damit fielen gleich acht Termine den haarigen Raupen zum Opfer. Wäre es anders gekommen, so Brümmer , hätte man wohl in etwa das Niveau des Vorjahres erreicht. So waren schlussendlich 732 Mädchen und Jungen dabei.

Gleich mehrere Dinge freuten den Leiter des Jugendzentrums besonders: Da wäre zum einen das Zeltlager, das wieder gut gebucht gewesen sei und bei dem es von den Kindern, die dabei waren, viel Lob gegeben habe. „Das hat sich super entwickelt.“ Zudem verbucht Brümmer positiv, dass es nach wie vor immer wieder kleine, einfache Aktionen gebe, die auf überraschend große Resonanz stießen. Diesmal gehörten aus seiner Sicht in diese Kategorie beispielhaft das Gestalten von Turnbeuteln und drei ausgebuchte Fahrten zum Aaseebad nach Ibbenbüren. Und dass 94 Anmeldungen für die Fahrt zum Heidepark zusammengekommen und somit zwei Busse gefüllt worden seien, sei ebenfalls alles andere als selbstverständlich. Zu verdanken sei das unter anderem der Tatsache, dass an dieser wie auch an anderen Fahrten eine Reihe von Familien arabischer Herkunft teilgenommen hätten. Für Brümmer ein Indiz dafür, dass es gelinge, mit dem Programm alle Bevölkerungsschichten und -gruppen in der Stadt zu erreichen.

Der Jugendzentrumsleiter, in dessen Einrichtung Jahr für Jahr die Fäden des vom Stadtjugendring getragenen Ferienprogramms zusammenlaufen, macht aber auch keinen Hehl aus seinen Ambitionen. „Ich sehe Luft nach oben“, möchte er zusammen mit seinem Team und den vielen Helfern in den Vereinen in Zukunft gerne noch mehr erreichen. Seinen Worten zufolge gibt es in der Stadt nach wie vor Eltern, die trotz vielfältiger Werbeaktivitäten nichts vom Sommerferienprogramm wissen. Gelinge es, diese zu erreichen, gebe es Potenzial für mehr Teilnehmer an den Aktionen. Und Brümmer glaubt auch, dass noch mehr Lengericher Vereine mit ins Ferienprogramm-Boot geholt werden könnten. Auch daran gelte es zu arbeiten.

Für das kommende Jahr kündigt er bereits zwei wichtige Dinge an: Da in den Familien Termine offenkundig immer kurzfristiger geplant würden, soll dem beim Anmeldeverfahren Rechnung getragen werden – sprich die Zeit zwischen Anmeldeschluss und Datum der Aktion verkürzt werden. Des Weiteren sei teilweise mit „Preisanpassungen“ zu rechnen. Als Grund dafür nennt Brümmer gestiegene Eintrittspreise und höhere Kosten für Busse, die gebucht werden. Der Leiter des Jugendzentrums hofft, dass es dafür Verständnis gibt. „Es soll ja auch nur um ein, zwei Euro gehen.“

Eine weitere wichtige Frage in Bezug auf 2020 ist indes noch nicht geklärt. Dank des Projektes Kulturrucksack NRW können ein paar besonders kostspielige Aktionen wie die Kunstschmiede ins Ferienprogramm eingebaut werden. Ob das auch im nächsten Sommer so sein wird, sei noch offen, berichtet Brümmer. Denn das Land habe noch nicht entschieden, ob das Projekt fortgeführt wird. Sollte die Entscheidung negativ ausfallen, müsse man schauen, ob und wie der Ausfall der Mittel aus Düsseldorf kompensiert werde könnte.

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