Klassik-Konzert im Martin-Luther-Haus
Ebenso feinsinnig wie lebendig

Lengerich -

Gut besucht gewesen ist am Sonntag ein Klassik-Konzert im Lengericher Martin-Luther-Haus. Musikalische Gäste waren Wan Han (Violine) und Oliver Bunnenberg (Klavier).

Montag, 09.09.2019, 18:20 Uhr aktualisiert: 13.09.2019, 17:44 Uhr
Wan Han (links) und Oliver Bunnenberg harmonierten bei ihrem Konzert im Martin-Luther-Haus auf nahezu ideale Weise.
Wan Han (links) und Oliver Bunnenberg harmonierten bei ihrem Konzert im Martin-Luther-Haus auf nahezu ideale Weise. Foto: Axel Engels

Für Freunde der klassischen Musik war am Sonntag das Martin-Luther-Haus eine gute Adresse. Ursprünglich war ein sogenanntes Solo-Rezital angekündigt, das mit Oliver Bunnenberg ein ehemaliger Schüler der in Lengerich bestens bekannten Kiyomi Helms hätte spielen sollen. Zu ihm gesellte sich nun noch der Violinist Wan Han. Die damit einhergehende Programmänderung dürfte kaum einen der vielen Besucher gestört haben.

Der schon als „musikalisches Riesentalent“ bezeichnete Oliver Bunnenberg hat sich durch sein Studium an der Musikhochschule Lübeck zu einem überaus reifen Künstler entwickelt. Mit dem ebenfalls in Lübeck ausgebildeten Violinisten Wan Han verbindet ihn eine kultivierte Spielweise, die bis ins kleinste Detail den von ihnen gespielten Werken ein adäquates musikalisches Gewand verlieh.

Schon bei der „Sonate für Violine und Klavier Nr. 21 e-Moll KV 304“ von Wolfgang Amadeus Mozart zeigte sich im feinsinnig zurückhaltenden Spiel der beiden Künstler deren Gestaltungsabsicht. Im gleichberechtigten Dialog konnten sie dieses melancholische Werk in all seinem lyrischen Zauber spielen. Ihre Zuhörer genossen besonders die Eleganz und Grazie des zweiten „Tempo di Menuetto“-Satzes.

Oliver Bunnenberg zeigte sich als versierter Begleiter, der seinen Part mit großer Finesse und Kunst spielte. Da gab es keine übertriebenen Effekte, beide Künstler konzentrierten sich ganz auf den innigen Spielfluss dieses Werkes.

Ganz anders präsentierte sich das Duo dann bei der „Sonate für Violine und Klavier Nr. 1 D-Dur op. 12.Nr.1“ aus der Feder Ludwig van Beethovens . Dieses Antonio Salieri gewidmete Werk ist von einem starken Dialog zwischen Violine und Klavier geprägt. Diesen wussten Wan Han und Oliver Bunnenberg sehr lebendig zu gestalten. Im ersten Satz spielten sie mit Energie und Leidenschaft, schließlich sollte dem „Allegro con brio“ ein leidenschaftlicher Ausdruck verliehen werden. Im ruhigen Mittelsatz mit seinen vier Variationen eröffneten sie dem Publikum einen sehr transparenten Zugang zu den musikalischen Gedanken Beethovens, für den die Variation schon immer ein wichtiges Kompositionsmittel war. Im finalen Rondo prägte Eleganz die Spielweise der beiden Musiker. Die innovative Stellung dieses Werkes in der damals üblichen Kompositionsweise der Gattung der Violinsonaten wussten Wan Han und Oliver Bunnenberg mit ihrer leicht introvertierten Spielweise deutlich zu machen. Das war nicht der „exzentrische“ Beethoven, wie man ihn häufig in Konzerten hört, sondern der nach neuen Wegen suchende Komponist.

Nach der Pause entführten sie mit der „Sonate für Violine und Klavier Nr. 1 F-Dur op. 8“ von Edvard Grieg das Publikum in gleichsam klangmalerische nordische Welten. Dieses 1855 in Kopenhagen entstandene Jugendwerk von Grieg erklang wie vom Staub der Zeit befreit in einer sehr lyrisch-poetischen Art. Mit dem hellen und lebensbejahenden Grundtenor des von Franz Listz in den höchsten Tönen gelobten Werkes wussten die beiden Musiker bestens umzugehen. Mit ihrer bis ins kleinste Detail stimmigen Spielweise begeisterte das Duo, verband sich spieltechnische Brillanz mit gestalterischem Können.

Das anfangs angekündigten Solo-Rezital wird Oliver Bunnenberg vielleicht noch in Lengerich spielen. Ihn als Duo-Partner an der Seite von Wan Han zu erleben, war indes zweifellos ein Genuss.

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